Handball

Tusem-Torhüter Bliß fühlt sich an Aufstiegssaison erinnert

Tusem-Torhüter Sebastian Bliß geht zuversichtlich in die Saison.

Tusem-Torhüter Sebastian Bliß geht zuversichtlich in die Saison.

Foto: Michael Gohl

Essen.  Handball-Zweitligist Tusem Essen startet am Samstag im DHB-Pokal in die Saison. Der dienstälteste Spieler ist optimistisch wie lange nicht mehr.

Die Vorbereitungszeit ist vorbei, jetzt wird es für die Handballer des Tusem Essen wieder ernst. Vor der ersten Runde im DHB-Pokal am kommenden Wochenende in Bremen sprachen wir mit dem dienstältesten Spieler der Mannschaft, mit Torhüter Sebastian Bliß (29), über die Ausgangslage vor der neuen Spielzeit und die ambitionierten Ziele.

Herr Bliß, wie schwer sind die Beine nach den knapp sechs Wochen Vorbereitung?

Bliß: Nicht mehr so sehr, denn wir sind jetzt in der Phase, in der wir für den Pokal fit sein müssen. Aber die Vorbereitung war tatsächlich sehr knackig, die Jungs haben alle gut reingehauen und wir hatten fast täglich schwere Beine.

Wie zufrieden sind Sie mit den vergangenen Wochen?

Es war eine der besten Vorbereitungen, die ich hier beim Tusem erlebt habe – und das sind immerhin schon zehn an der Zahl. Wir konnten diesmal auf einem sehr hohen Level einsteigen, die Grundlagen sind alle schon da gewesen. Wir konnten uns, glaube ich, weiter verbessern und alle Spieler wissen, worum es geht. Auch die Neuzugänge haben wir gut integriert, da war kein Fremdkörper dabei.

Auch im Angriff darf es keinen Stillstand geben

Woran haben Sie gearbeitet?

In der letzten Saison war die Abwehr ja das größte Manko. Wir haben an den Abwehr-Varianten gearbeitet und überlegt, wie man gewisse Situationen anders und besser löst. Außerdem haben wir geschaut, dass mehr Spieler in der Abwehr spielen können, als zuletzt. Ich denke auch, dass wir die Qualität im Angriff noch weiter ausgebaut haben. Da dürfen wir keinen Stillstand haben und müssen noch gefährlicher werden.

Letztes Jahr war die Abwehrarbeit ein großes Problem, auch Sie als Torwart sind da miteinbezogen. Inwieweit hat Ihnen die Kritik zu schaffen gemacht?

Natürlich bekommt man die Unzufriedenheit mit, ich persönlich auch. Ehrlich gesagt haben wir in der Mannschaft ja auch viel darüber diskutiert. Aber es war nun mal auch so, dass wir in jedem Spiel viele Angriffe gefahren haben und da auch nicht immer alles geklappt hat. Im Rückzug kamen wir dann hin und wieder nicht hinterher. Im Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart müssen wir natürlich eine Schippe drauflegen und ich bin mir sicher, dass wir Torhüter uns in der neuen Saison auch steigern werden.

Sehnsucht nach Rückkehr in die 1. Liga ist groß

Die Verantwortlichen beim Tusem haben gesagt, dass man gerne wieder an der 1. Liga anklopfen möchte. Wie realistisch ist das Ihrer Meinung nach?

Wir haben uns als Mannschaft zusammengesetzt und geschaut, wie viele Punkte wir holen können. Letztendlich haben wir eine Punktzahl ausgemacht, die wir gerne erreichen wollen und können. Ob es dann zum Aufstieg reicht, wissen wir nicht.

Sie haben mit dem Tusem schon in der 1. Liga gespielt, auch wenn Sie dort nicht so häufig zum Einsatz kamen. Wie groß ist die Sehnsucht, dorthin zurückzukehren?

Es wäre toll, mit dem Tusem in der 1. Liga zu spielen. Jeder Spieler träumt davon und wir würden uns natürlich riesig freuen.

Wie groß ist die Chance, dass es kein Traum bleibt?

Schwer zu sagen. Aber das Potenzial für ganz oben haben wir definitiv. Wir sind eingespielt, haben uns verstärkt und schon gezeigt, was wir können. Die Fakten liegen auf dem Tisch, jetzt müssen wir sie noch abrufen.

Torhüter Bliß sieht ähnliches Potenzial wie damals in der Aufstiegssaison

Sie waren in der Aufstiegssaison 2011/12 auch schon beim Tusem. Wie vergleichbar ist die Situation von damals mit der von heute?

Es hat sich damals ähnlich angefühlt wie jetzt. Damals wusste auch keiner, dass Spieler wie Ole Rahmel oder Julius Kühn später gestandene Erstliga-Spieler werden würden. Wir haben auf jeden Fall ein ähnliches Potenzial wie damals. Ein Platz unter den besten Fünf ist sehr realistisch, darüber hinaus entscheiden allerdings manchmal Nuancen.

Worauf wird es in der neuen Saison ankommen?

Ich denke, dass wir einen spielerischen Vorteil gegenüber einigen Mannschaften haben. Sollten wir das auch auf die Platte bringen, dann ist es möglich in Gummersbach und gegen Bietigheim direkt zu punkten. Wir dürfen aber nicht auf diesem Level bleiben, sondern müssen uns weiterentwickeln.

Verspüren Sie Druck vor dieser ambitionierten Saison?

Ich persönlich nicht – noch nicht. Uns ist bewusst, dass die Saison nicht nach vier Spieltagen beendet sein wird, sondern wir sie als Ganzes betrachten müssen. Wir sind selbstbewusst und wissen was wir können. Jetzt herrscht bei uns eine positive Aufbruchsstimmung, eine tolle Atmosphäre und alle sind heiß darauf, dass es endlich losgeht.

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