Handball 2. Bundesliga

Tusem Essen verliert spannendes Verfolgerduell in Ferndorf

Den Tusem hat es erneut erwischt: Dennis Szczesny (hier im Spiel gegen Schwartau). Foto: Michael Gohl

Den Tusem hat es erneut erwischt: Dennis Szczesny (hier im Spiel gegen Schwartau). Foto: Michael Gohl

Essen.   Mannschaft von Trainer Siewert unterliegt dem Aufsteiger 27:29. Dritte Niederlage in Folge. TuS Ferndorf gelingt achter Sieg im achten Heimspiel.

Das Schlussbild ließ keinen Raum für Interpretationen: TuS Ferndorf tanzte im Kreis und feierte, der Tusem schlich vom Feld. Die Essener kassierten mit dem 27:29 (11:13) beim Aufsteiger ihre dritte Niederlage in Folge und stehen nun punktgleich mit dem Konkurrenten auf Rang drei bzw. vier.

Als Überraschungsmannschaft werden die Ferndorfer derzeit gehandelt. Vor zwei Spielzeiten aus der 2. Handball-Bundesliga abgestiegen, dann unbefleckt durch die 3. Liga marschiert, und nun wieder zurück im Unterhaus. Mit ein Grund, dass dieses Team dort oben mitmischt, ist die Heimstärke. Die Bilanz in eigener Halle ist beeindruckend: Egal wer kam, der Neuling hat sie alle von der Platte gefegt: acht Spiele, acht Siege.

Stimmung in der ausverkauften Halle war prächtig

Der Tusem wusste, was auf ihn zukommen würde und hatte sich auch ganz gut darauf eingestellt. Die Fans ahnten ebenfalls, dass dieses Verfolgerduell spannend werden könnte, die Halle jedenfalls war komplett ausverkauft, die Stimmung war heiß und prächtig.

Aber es entwickelte sich zunächst kein offensives Feuerwerk, sondern beide Seiten bemühten sich, stabil in der Defensive zu stehen. Das funktionierte ganz gut, auch Tusem-Keeper Sebastian Bliß erwischte einen wesentlich besseren Tag als noch am vergangenen Wochenende gegen Balingen. Am Ende standen 15 Paraden in der Statistik. In Hälfte eins parierte er auch zwei Siebenmeter.

Weil die Essener sich einige Nachlässigkeiten im Angriff erlaubten und TuS-Torwart Puhl wie sein Gegenüber eine gute Form zeigte, zog Ferndorf mit 6:2 davon (12.). Trainer Jaron Siewert nahm die erste Auszeit. Sein Team hielt den Abstand, verpasste es aber, den Abstand zu verkürzen. Sechs technische Fehler erlaubten sich die Gäste, bei Ferndorf waren es nur zwei. Und die Gastgeber hatten Jonas Faulenbach in seinen Reihen, der insgesamt neunmal traf.

Gäste erlauben sich technische Fehler bis zur Pause

Entschlossen kamen die Essener aus der Kabine. Zweimal netzte Tom Skroblien ein, der nun für Noah Beyer spielte. Und mit 14:13 (37.) ging der Tusem erstmals in Führung. Der Krimi nahm seinen Lauf. Bis in die Schlussphase konnte sich kein Team einen entscheidenden Vorteil verschaffen. 23:23 stand es acht Minuten vor dem Ende, und eine Tendenz war noch immer nicht zu erkennen.

Als Koloper (55.) seine dritte Zeitstrafe kassiert hatte, kompensierte es Ferndorf mit einem zusätzlichen Feldspieler für den Torwart. Es funktionierte: 26:24 (56.). Dann musste auch Rink auf die Strafbank, und Torwart Rottschäfer parierte einen Siebenmeter von Skroblien. Ferndorf erhöhte auf 27:24 (58.). Es war die Entscheidung.

TuS Ferndorf -
Tusem Essen 29:27 (13:11)

Tusem: Bliß, Mangold - Beyer (2/1), J. Ellwanger (4), Witzke (3), Akakpo (5), Szczesny (3), Ridder, Müller, Firnhaber (2), Seidel, Klingler, Skroblien (3/2), Ingenpass, Zechel (5).

Ferndorf: Puhl, Rottschäfer - Faulenbach (9), Basic (4), M. Michel, Neitsch (2), Wörner (3), Zerbe (6/4), L. Michel, Barwitzki, Lindskog (3), Koloper, Müller, Rink (2).

Schiedsrichter: Krag/Hurst
Strafminuten: 12/10 (55. Disqualifikation Koloper/ Ferndorf).

Zuschauer: 1095.

Siebenmeter: 4/6 - 3/5.

Spielfilm: 1:1 (5.), 4:2 (10.), 6:2 (12.), 7:4 (16.), 9:6 (21.), 13:10 (26.), 13:11 (28./ Hz.) - 13:13 (35.), 13:14 (37.), 16:17 (41.), 20:20 (47.), 23:22 (52.), 26:24 (56.), 27:24 (58.), 29:26 (60.), 29:27 (60.).

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