Handball Bundesliga

Tusem Essen fährt mit Schwung zum TBV Lemgo

Den Schwung vom letzten Heimspiel will Noah Beyer (am Ball) auch mit nach Lemgo nehmen.

Den Schwung vom letzten Heimspiel will Noah Beyer (am Ball) auch mit nach Lemgo nehmen.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Im Traditionsduell der Handball-Bundesliga treffen die Essener am Donnerstag auf Lemgo. Noah Beyer und seine Kollegen verspüren Rückenwind.

Kurz nachdem der Tusem Essen seinen letzten Sieg gegen TBV Lemgo gefeiert hat, wurde er EHF-Pokal-Sieger. Ja, der letzte Erfolg in der Handball-Bundesliga gegen die Ostwestfalen liegt nun schon über 15 Jahre zurück, damals feierten die Essener einen 33:30-Erfolg in der Oberhausener Arena. Seitdem gingen die direkten Duelle immer an den TBV.

Noah Beyer hat beim Sieg gegen Balingen Blut geleckt

Nun aber hat der Tusem die Chance, im Auswärtsspiel in der Phoenix Contact Arena (Anwurf 19 Uhr, Sky) diese Serie zu beenden. Einfach wird das Unterfangen allerdings nicht. Der TBV Lemgo ist ein etablierter Erstligist, der ordentlich in die Saison gestartet ist. Bislang musste die Mannschaft von Trainer und Ex-Nationalspieler Florian Kehrmann sich nur der MT Melsungen geschlagen geben. „Das ist eine unfassbar gute Mannschaft, die nicht umsonst seit Jahren in der 1. Liga spielt“, sagt Noah Beyer, Essens Linksaußen.

Beyer feierte beim vergangenen Sieg gegen Balingen-Weilstetten sein Debüt in der 1. Bundesliga und hat Blut geleckt: „Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen und haben alles reingehauen. Das gibt uns natürlich Rückenwind für das Spiel gegen Lemgo.“ Vor allem die Abwehr wusste zuletzt zu überzeugen, war der entscheidende Faktor für den ersten Heimerfolg im Handball-Oberhaus nach über sieben Jahren. „Das war ein schönes Gefühl, gerne mehr davon“, blickt Beyer mit einem Schmunzeln auf diese Partie zurück.

Bjarki Elisson ist das Pendant zu Beyer

Der 23-Jährige musste in den ersten beiden Ligaspielen verletzungsbedingt pausieren, war gegen Balingen aber sofort wieder ein wichtiger Leistungsträger für die Essener. „Ich war schon etwas angespannt“, gesteht Noah Beyer, „aber als der Schiedsrichter angepfiffen hat, war es einfach schön, wieder auf dem Platz zu stehen.“ Sieben Tore steuerte der Rechtshänder bei, was ihn auch in den Fokus des übertragenden Fernsehsenders rückte. Nach dem Sieg musste er zum Interview antreten. „Sowas kannte ich vorher in diesem Maße nicht, das ist alles schon Wahnsinn. Mir haben danach auch viele Freunde geschrieben, die mich gesehen haben“, freut sich Beyer.

Die Stimmung bei dem Linksaußen und generell in der Mannschaft scheint zu stimmen. Die Leistungen waren schon recht ansprechend, wurden nun gegen Balingen mit Punkten belohnt. Dementsprechend rechnet sich der Tusem auch beim TBV Lemgo etwas aus. Achtgeben müssen die Essener vor allem auf , das Pendant auf Seiten der Ostwestfalen zu Beyer. Der TBV-Linksaußen kam bislang schon auf 28 Treffer in den ersten vier Ligaspielen. Aber Elisson allein ist nicht das einzige Problem, mit dem sich die Mannschaft von Trainer Jamal Naji befassen muss. „Sie haben schnelle Außenspieler und eine unangenehme Abwehr. Wir müssen schlau spielen und in der Abwehr wieder alles geben“, betont Noah Beyer.

Die Halle in Lemgo bleibt leer

Zuschauer werden auch dieses Mal nicht mit dabei sein, auch die Halle in Lemgo bleibt leer. „Das kann schon eine Rolle spielen“, meint Beyer, „denn es gibt Menschen, die darauf stehen, angefeuert oder auch mal ausgepfiffen zu werden.“ Angesprochen darauf, ob er selbst auch so ein Mensch sei, sagt der Essener: „Och, manchmal schadet das nicht“, und lacht. Personelle Ausfälle hat der Tusem vor dem Traditionsduell nicht zu verzeichnen, „alle sind fit“, meldet Trainer Naji. Und bereit für die nächste Überraschung möglicherweise auch.

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