Handball 2. Bundesliga

Tusem Essen beendet eine gute Saison auf Rang sechs

Abschied: Tusem-Geschäftsführer Niels Ellwanger, Luca Witzke, der nach Leipzig wechselt, und Bürgermeister Rudolf Jelinek.

Abschied: Tusem-Geschäftsführer Niels Ellwanger, Luca Witzke, der nach Leipzig wechselt, und Bürgermeister Rudolf Jelinek.

Foto: Michael Gohl

Essen.   Handball-Zweitligist Tusem Essen verbessert sich zum Saisonende in der Tabelle nochmals. Trainer Siewert erkennt positive Dinge und Fortschritt.

Da musste selbst der erfahrene Bob Hanning anerkennend nicken. Der Vize-Präsident des Deutschen Handballbundes und Manager beim Erstliga-Klub Füchse Berlin war zum Ausklang der 2. Handball-Bundesliga in seine Heimatstadt gekommen und saß natürlich pünktlich zum Spiel am Hallo auf der Tribüne. Von dort durfte er ein Traumtor bestaunen: Essens Justin Müller bediente per No-Look-Pass Tim Zechel am Kreis, der eiskalt zum 31:27-Endstand gegen den HSV Hamburg vollendete.

Durch die Niederlage des TuS Nettelstedt-Lübbecke in Aue (27:28) kletterte der Tusem somit immerhin noch rauf auf Rang sechs. Damit schließen die Essener drei Plätze besser ab, als in der Vorsaison.

Gute Saison und positive Entwicklung

Es war ein starkes Ende einer insgesamt guten Saison für die Mannschaft von der Margarethenhöhe. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte Tusem-Trainer Jaron Siewert, „wenn mir vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir Sechster werden, dann hätte ich das sofort unterschrieben.“ Und der Coach sieht auch einen Fortschritt: „Unter dem Strich muss man sagen, dass sich die Jungs wieder gut entwickelt und den nächsten Schritt gemacht haben. Umso trauriger ist es, dass uns der eine oder andere verlassen wird.“

Luca Witzke verlässt Tusem in Richtung Leipzig

Gemeint ist unter anderem Luca Witzke, der beim Erstligisten DHfK Leipzig anheuert und in seinem letzten Spiel für den Tusem immerhin auf fünf Treffer kam. Aber auch Torhüter Julian Borchert wird den Klub verlassen – zumindest teilweise. Denn der 19-Jährige erhält ein Zweitspielrecht für den Drittligisten Schalksmühle-Halver. Die Essener haben in Frederik Genz bereits einen einen weiteren Torwart von den Füchsen Berlin ausgeliehen.

Gleichwohl konnte Borchert gegen Hamburg beste Eigenwerbung betreiben: Insgesamt parierte der Youngster 17 Abschlüsse der Gäste und war damit ein ganz wichtiger Faktor für den Heimsieg. Trafen die Hamburger in der ersten Halbzeit noch wie sie wollten, scheiterten sie im zweiten Durchgang ein ums andere Mal am Tusem-Schlussmann, der natürlich lautstark gefeiert wurde.

Verbesserte Defensive verleiht Angriff mehr Sicherheit

Dieser Rückhalt gab der Offensive der Hausherren Sicherheit und ein gutes Gefühl, weshalb sie in der zweiten Halbzeit das tonangebende Team waren. Der schwache erste Durchgang, bei dem der Gastgeber vor allem die starken Hamburger Leif Tissier und Philipp Bauer wirbeln ließ, geriet nahezu in Vergessenheit. Jedenfalls schien er den heimischen Fans egal zu sein, denn sie feierten letztendlich den gelungenen Abschluss einer Spielzeit, die Höhen, aber auch viele Tiefen hatte.

Auch negative Höhepunkte bleiben im Gedächtnis

„Es sind natürlich auch negative Punkte im Kopf geblieben“, gestand Trainer Jaron Siewert, „zum Beispiel das Rekordspiel in Hamburg, das wir damals verloren haben. Oder die bittere Klatsche gegen Nordhorn.“ Nicht zu vergessen: Die Misere rund um Weihnachten, bei der der Tusem sechs Mal in Serie verlor und somit die mögliche Chance zum Aufstieg verspielte.

Dennoch überwiegt die Zufriedenheit, auch bei Rückraumspieler Carsten Ridder: „Sechster ist auf jeden Fall gut und im Endeffekt können wir sehr zufrieden sein. Das war ein super Abschluss.“ Wenige Stunden nach dem Schlusspfiff ging es für die Mannschaft nach Mallorca. Und da fühlt sich ein sechster Platz mindestens genauso gut an wie ein Aufstieg.

Jubiläumsfeier mit der ehemaligen Tusem A-Jugend

Bob Hanning wiederum zog es nach dem Spiel zunächst einmal auf die Margarethenhöhe. Er war auch nach Essen gekommen, um seine Jungs von damals wiederzutreffen. Schließlich gab es ein Jubiläum zu feiern. Vor 25 Jahren wurde der Trainer Hanning mit der A-Jugend des Tusem Deutscher Meister. Viele aus der damalige Erfolgsmannschaft waren ebenfalls nach Essen gekommen, um zu feiern. Auf der Margarethenhöhe gab’s dann auch ein paar warme Worte vom ehemaligen Tusem-Boss Klaus Schorn – eben ganz wie früher.

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