Handball-2. Bundesliga

Tusem darf Kontakt zur Spitze nicht abreißen lassen

Findet momentan kein Durchkommen: Rückraumspieler Dennis Szczesny (rechts) muss wieder zur Angriffswucht aus den Spielen zu Saisonbeginn zurückfinden.

Findet momentan kein Durchkommen: Rückraumspieler Dennis Szczesny (rechts) muss wieder zur Angriffswucht aus den Spielen zu Saisonbeginn zurückfinden.

Foto: Michael Gohl

essen.   Trainer Jaron Siewert will die Niederlagenserie nicht schön reden und nicht verharmlosen. Die Essener müssen wieder an ihre Stärken glauben.

Das Jahr steuert auf das Weihnachtsfest zu und überall in der Stadt werden die Lichterketten angeknipst. An der Lichterkette der 2. Handball-Bundesliga leuchtet das Licht des Tusem Essen derzeit etwas schwächer als noch zu Beginn der Saison. Denn in den letzten drei Spielen fehlte es an Energie und nun, so kurz vor der Winterpause, droht der Kontakt zu den ganz hellen Lichtern der Liga abzureißen.

„An dieser Niederlagenserie gibt es nichts schön zu reden und zu verharmlosen“, betont Trainer Jaron Siewert. Der 24-Jährige musste auch im Auswärtsspiel beim Aufsteiger TuS Ferndorf zusehen, wie seine Mannschaft als Verlierer von der Platte ging. Zwar war längst nicht alles schlecht, doch es fehlt momentan die Leichtigkeit, die es den Essenern zu Saisonbeginn einfacher machte die Partien zu gewinnen. Das Selbstvertrauen hat einen leichten Knacks bekommen, anders ist die phasenweise Unsicherheit nicht zu erklären.

Abwehr nicht mehr Sorgenkind

Auch im Siegerland leistete sich das Team von der Margarethenhöhe zu viele Fehler. Sei es im Passspiel, in der Deckungsarbeit oder bei der Chancenverwertung. Einige Möglichkeiten blieben auf der Strecke, wie schon zuvor bei den Niederlagen in Großwallstadt (33:36) und gegen Balingen-Weilstetten (34:36). Immerhin konnte die Abwehr wieder etwas zulegen, das Sorgenkind der letzten Wochen war nicht mehr das größte Problem und auch Torhüter Sebastian Bliß war mit 15 Paraden wieder der Mann, den der Tusem zwingend braucht. Diesmal war es allerdings die Mischung aus schwachen Phasen in der Abwehr und der schlechten Torausbeute, die den Essenern die Chance auf den Sieg raubten. „Leider haben wir uns am Ende ein bisschen auseinanderspielen lassen“, musste Siewert im Anschluss an die Niederlage konstatieren. Ja, die Abwehr arbeitete aggressiver und konzentrierter, jedoch längst nicht konstant gut. Und ausgerechnet in der wichtigen Phase summierten sich die Fehler wieder.

Gegen die besten Mannschaften mithalten

Klar, die Aufgaben zu Hause gegen den Tabellenzweiten HBW Balingen-Weilstetten und das Auswärtsspiel bei den heimstarken Ferndorfern waren keine einfachen. Doch der Tusem hat bereits bewiesen, dass er gegen die besten Mannschaften der Liga nicht nur mithalten, sondern sie auch schlagen kann. Bestes Beispiel: Der Sieg beim Spitzenreiter Coburg. Von Unsicherheit war dort keine Spur zu sehen, stattdessen strotzte das Team vor Selbstvertrauen.

Dahin muss es nun zurückfinden. „Wichtig ist, dass wir wieder an unsere Stärken glauben“, betont Jaron Siewert, „denn dieses Bewusstsein hat uns in der Hinrunde einige Siege gebracht.“ Auf das schnelle Tempospiel und die stabile Abwehr haben sich die Gegner mittlerweile offenbar besser eingestellt. Beispiel: Dennis Szczesny war mit seiner Wucht vor allem zu Saisonbeginn kaum zu bremsen, mittlerweile findet der Rückraumspieler selten ein Durchkommen.

Und die kommenden Aufgaben werden nicht einfacher. Zunächst wartet der ASV Hamm-Westfalen (14. Dezember), der sich in den letzten Jahren immer als unangenehm erwies. Jetzt gilt es schnell wieder das Licht anzuknipsen, um den Weg zurück zum Erfolg auszuleuchten.

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