Drama

Trauer um verstorbenen Handballer über Stadtgrenzen hinaus

Der Handball rückt nach dem tragischen Todesfall in den Hintergrund.

Der Handball rückt nach dem tragischen Todesfall in den Hintergrund.

Foto: Frank Oppitz

Essen.  Nicht nur bei der SG Überruhr trauern die Handballer. Bei Tusem Essen lernte Lars Krüger in der Jugend, auch in Gladbeck hatte er viele Freunde.

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Der Tod von Lars Krüger hat die Essener Handball-Szene geschockt und große Bestürzung ausgelöst. Der 32-jährige Handballer von der SG Überruhr war am vergangenen Samstag gleich zu Beginn des Verbandsligaspiels gegen LTV Wuppertal auf dem Feld zusammengebrochen, musste in der Halle reanimiert werden und starb schließlich am nächsten Tag im Uniklinikum.

„Wie die ganze Essener Handball-Familie trauert auch der Tusem. Dieser plötzliche Tod ist für uns alle unfassbar“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme auf der Margarethenhöhe. Beim Tusem hatte Krüger in der F-Jugend mit dem Handballspielen begonnen und war dort mehr als 15 Jahre aktiv. Er lief später zumeist für die Zweite Mannschaft auf, zählte aber in der Saison 2008/2009 sogar zum Erstliga-Kader.

Man wird automatisch nachdenklicher

Die Anteilnahme ist groß - nicht nur in der Essener Handball-Szene. Auch beim Oberligisten VfL Gladbeck waren sie fassungslos ob dieses tragischen Schicksals. Im Gladbecker Aufgebot stehen etliche Akteure, die aus Essen stammen und/oder für den Tusem oder die SGÜ aktiv gewesen sind. Sie alle kannten Lars Krüger oder waren mit ihm befreundet.

Sie erfuhren am Sonntagmorgen auf der Anreise zum Liga-Spiel nach Menninghüffen, dass Krüger im Krankenhaus um sein Leben kämpfte. „Man hofft natürlich immer, dass so etwas nie passiert“, so Tim Deffte, Leiter der Handball-Abteilung beim VfL. „Und man wird automatisch nachdenklicher.“ Auf den obligatorischen Eintrag nach einem Sieg bei Facebook verzichtete der Klub. Dafür hieß es dort: „Handball ist gerade kaum von Bedeutung.“ Die SG Überruhr hatte am vergangenen Wochenende nach dem Zwischenfall die Spiele ihrer Mannschaften abgesagt.

Diskussion über sportmedizinische Betreuung

In diesem Zusammenhang taucht auch wieder die Diskussion über eine intensivere sportmedizinische Betreuung von Leistungssportlern auf und ob man dadurch solche Schicksale verhindern oder zumindest die Wahrscheinlichkeit minimieren kann. Allerdings ist die Todesursache von Krüger unbekannt. „Wenn jetzt etwas gesagt wird, ist das pure Spekulation“, betont Jörg Simon, der Vorsitzende der SG Überruhr, gegenüber dieser Zeitung.

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