Fußball Regionalliga

Torjäger Marcel Platzek beschämt die Aachener Riesen

Zurück alter Gefährlichkeit: Marcel Platzek (rechts) hatte mit seinen beiden Kopfballtoren maßgeblich zum klaren 3:0-Erfolg über Aachen beigetragen.

Zurück alter Gefährlichkeit: Marcel Platzek (rechts) hatte mit seinen beiden Kopfballtoren maßgeblich zum klaren 3:0-Erfolg über Aachen beigetragen.

Foto: Thorsten Tillmann/FFS

Essen.  Seine Kopfballtore konnte die baumlange Alemannia-Abwehr nicht verteidigen. Die gefährlichen Standards hatten sich in Aachen nicht rumgesprochen.

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Rot-Weiss Essen - Alemannia Aachen 3:0 (1:0)
RWE: Golz, Grund (70. Neuwirt), Hahn, Heber, Sauerland, Conde, Kehl-Gomez, Kefkir, Dorow (77. Selishta), Endres (88. Bichler), Platzek (66. Dahmani).
Tore: 1:0 Endres (9.), 2:0 Platzek (44.), 3:0 Platzek (61.).
Zuschauer: 13.025

Als der alte und neue Torjäger nach gut einer Stunde vom Platz durfte, erhob sich auch wirklich alles von den Tribünenplätzen, aus der Westkurve begleitete ihn der Schlachtruf „Fußballgott“ auf die Ersatzbank; die höchste Auszeichnung, die die Fanschaft für einen Spieler vergeben kann. Marcel Platzek wird das Ganze aufgesaugt haben wie einen ausgetrockneten Schwamm, die letzten Wochen und Monate waren für den Torjäger a. D. nicht wirklich lustig. Doch gegen Aachen war Platzeks Fußballwelt wieder in Ordnung: „Wir haben verdient gewonnen, und wenn man als Stürmer auch noch trifft, ist es umso schöner“, gab er sich bescheiden.

Einen Schritt schneller als die Verteidiger

Der RWE-Stürmer hatte zum 3:0 gegen die Aachener zwei Kopfballtore beigetragen, gegen „Schränke“, die den Essener gut um einen Kopf überragten. „Wir wussten aber, dass sie gegen Mann verteidigen, und wenn mal als Stürmer einen Schritt vorher am Ball ist, ist er halt drin. Genauso hat es heute ausgehen“, grinste er. Aber diese Präsenz im Strafraum muss man auch erst einmal ausstrahlen, und da ist RWE-Trainer Christian Titz mittlerweile froh, dass er auf einen Stürmer seines Kalibers zurückgreifen kann: „Es war schwer für Platzo gegen diese Innenverteidigung, aber er hat seit Wochen in der Box eine große Qualität, die Art, wie er die Gegner anläuft, hilft uns.“

So war es ein rundum gelungener Fußballnachmittag, der endlich einmal gleich in die richtige Richtung lief, weil die Gastgeber nach einer gefühlten Ewigkeit wieder mal in Führung gingen. Jan-Lucas Dorow, der sich mit Eleganz und großer Technik gegen so manches Abwehrbein behauptet, spielte diesen Traumpass schon nach neun Minuten in die Schnittstelle, den Joshua Endres aufnahm und ohne Hektik frei vor Torwart Cymer veredelte. Es entwickelte sich ein rasantes Spiel, auf beiden Seiten, weil auch die Alemannia offensiv ordentlich mitmischte. „Ich denke, in der ersten Halbzeit waren wir gleichwertig, hatten sogar die klareren Torchancen, so ist es brutal“, hatte auch Trainer Fuat Kilic einiges nach Spielschluss zu verdauen. Besonders die beiden Kopfballtore Platzeks nach Standard, jeweils tafelgerecht serviert vom überragenden Kevin Grund, waren wohl nur schwer verdaulich. „Essen erzielt mit die meisten Standardtore in der Liga“, bemängelte Kilic, da hatten seine Spieler in der Vorbereitung wohl nicht richtig zugehört.

Am Ende hätte es auch 0:6 heißen können

Und als Aachen in der Schlussviertelstunde aufmachte, hätte es noch ärger kommen können. „Am Ende haben wir sogar Glück, dass wir nicht mit einem 0:5 oder 0:6 nach Hause gehen“, so der Alemannia-Coach ehrlich. Der für Platzek eingewechselte Hamdi Dahmani alleine hätte dafür sorgen können, doch im Abschluss zeigt sich der ehemalige Kölner Fortunen-Kapitän etwas zu ungelenk und unentschlossen.

Aber das trübte den schönen Fußballnachmittag, mit dem sich Rot-Weiss endgültig im Spitzentrio festsetzte, keineswegs, am Ende durfte Liara, die kleine Tochter des diesmal bärenstarken Sechsers, Marco Kehl-Gomez, wieder allein vor der Westkurve mit hochgereckten Armen jubeln. Sie ist auf dem besten Wege zu einem RWE-Maskottchen. „Das war eine souveräne Leistung von uns, wir haben insgesamt nur zwei Chancen zugelassen, gegen einen überaus nickeligen Gegner“, freute sich Christian Titz besonders, wie sein Team bei aller Spielkunst auch dagegen gehalten hatte.

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