Danone-Cup

Talente von RWE und SGS lernen in Barcelona auch fürs Leben

Auf größer Bühne: Die U14 von Rot-Weiss Essen bei der Siegerehrung nach den Challenges in Barcelona.

Auf größer Bühne: Die U14 von Rot-Weiss Essen bei der Siegerehrung nach den Challenges in Barcelona.

Foto: Danone

Barcelona.  U14-Nachwuchs von Rot-Weiss Essen und SGS Essen kickten für Deutschland beim Nations-Cup-Turnier in Barcelona. Sport diesmal nicht Mittelpunkt.

Sonntagnachmittag, Flughafen Barcelona. Noch einmal ein paar Erinnerungsstücke in der Shopping-Passage gesichert, dann geht es für die U14-Fußballer von Rot-Weiss Essen und die U14-Juniorinnen der SGS Essen wieder in Richtung Heimat. Hinter sich lassen die beiden Teams ereignisreiche Tage in der katalanischen Hauptstadt. Schließlich haben sie beim Danone Nations Cup - dem weltweit größten Fußball-Jugendturnier dieser Altersklasse - Deutschland vertreten dürfen. Über einen Sieg im Bundesfinale hatten sich die Rot-Weissen dafür qualifiziert.

RWE verlässt Spanien mit dem achten Platz, die SGS mit Position sechs. Wenn man die Talente aber jetzt fragen würde: Die Platzierungen waren letztlich weniger interessant. Das zeigte sich bereits nach dem Platzierungsspiel der Juniorinnen aus Essen-Schönebeck. Die Partie gegen Kanada, die unglücklich mit 0:1 verloren ging, war gerade beendet, da erntete die Mannschaft von Trainer Christian van Zwamen Sonderapplaus. Und zwar vor allem von den anwesenden Eltern der Kontrahenten.

Es wurden viele Kontakte unter den Teams aus aller Welt geknüpft

„Hier geht es auch um Völkerverständigung“, sagt van Zwamen. „Klar, die Mädels waren mit Ehrgeiz bei der Sache, viel spannender war es aber zu sehen, wie Kontakte unter den Teams aus den ganzen Ländern geknüpft wurden.“ So zum Beispiel mit den Französinnen, die am Ende Platz zwei belegt haben. „Da gab es bereits einige Instagram-Stories und auch beim Finale haben sie fleißig angefeuert.“

Die SGS-Talente selbst erhielten vor dem Finaltag im RCDE Stadion von Espanyol Barcelona eine Videobotschaft von der ehemaligen U-Nationalspielerin Annalena Breitenbach, die bis zum Sommer Co-Trainerin gewesen ist und immer noch in der Bundesliga-Mannschaft der SGS spielt. Geholfen hat dieser Zuspruch auf jeden Fall SGS-Torfrau Alina Beer. Sie wurde als beste Torhüterin des Turniers ausgezeichnet.

Auch sportlich einiges mitgenommen bei den Duellen mit anderen Ländern

Auch für RWE-Trainer Marcel Poelman waren die Ergebnisse beim Danone Nations Cup zweitrangig. Dabei hatten die Bergeborbecker die Gruppenphase mit Siegen gegen Andorra (11:0), die Schweiz (1:0), Algerien (2:0) und die USA (3:2) noch punktverlustfrei beendet. Im Viertelfinale unterlagen sie jedoch den Bulgaren mit 1:2 nach Neunmeterschießen.

„Wir haben sportlich natürlich einiges mitgenommen, dadurch dass wir gegen so viele Nationen angetreten sind“, sagt Poelman, dem es im Endeffekt nicht mehr ganz so wichtig war, welchen Platz sie am Ende gemacht hatten: „Was wir erlebt haben, war einzigartig, da ist das schnell vergessen. Bei allem sportlichen Ehrgeiz ist das, was die Jungs menschlich gelernt haben, viel wichtiger als das, was sie auf dem Platz erreicht haben.“

Platz eins für die Rot-Weissen bei den Challenges

Einen Sieg hatten sie aber dennoch zu feiern. Bei den sogenannten Challenges (u.a. Torwandschießen, Fußballtennis) belegte RWE den ersten Platz. Die Prämie: Neben Fußballschuhen auch eine Teqball-Platte. Eine Art Tischtennisplatte, die für Fußballtennis ausgelegt ist. Diese dürfte nun zur neuen Attraktion an der Seumannstraße werden.

Die Mädels der SGS verpassten diese Prämie als Zweitplatzierte hinter den Argentinierinnen denkbar knapp. Für van Zwamen ist aber auch das absolut kein Problem: „Wir gönnen den Argentinierinnen den Sieg. Die sind hier ohne jegliche Klamotten angereist, weil dort der Frauenfußball nicht so respektiert wird wie hier. Wenn wir Erster geworden wären, hätten wir ihnen den Satz Fußballschuhe geschenkt.“

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