Fußball-Bezirksliga

Steele steckt plötzlich mitten im Aufstiegskampf

Die SpVgg. Steele ist in der Bezirksliga nicht zu stoppen: Hier versucht sich der Mülheimer Blerim Hysenlekaj (l.) gegen Steeles Henrik Strahlendorf.

Die SpVgg. Steele ist in der Bezirksliga nicht zu stoppen: Hier versucht sich der Mülheimer Blerim Hysenlekaj (l.) gegen Steeles Henrik Strahlendorf.

Foto: Martin Möller

essen.   Aus der erwarteten ruhigen Saison wurde nichts. Das Team von Dirk Möllensiep glänzt mit Einsatzwillen, Laufbereitschaft und Zweikampfstärke.

Wer der SpVgg. Steele Böses will, sagt: Der Verein hat sein Ziel meilenweit verfehlt. Eine ruhige Saison hatte sich der Fußball-Bezirksligist erhofft, irgendwo im Mittelfeld – jetzt steckt er mitten im Aufstiegskampf. „Wenn wir am Donnerstag gegen TuS West 81 gewinnen, sind wir richtig dick im Geschäft“, sagt Trainer Dirk Möllensiep. Denn parallel nehmen sich Tabellenführer BW Mintard und Verfolger Mülheimer FC gegenseitig die Punkte weg.

Sieben Spieltage vor Saisonende ist Steele Tabellenzweiter, auf dem Relegationsplatz. Schlüssig erklären kann das niemand: Die Spielvereinigung hat weder übermäßig Geld noch eine überragende Jugendarbeit, wurde in den vergangenen Jahren Siebter, Zehnter und Zwölfter.

Auch Abgang von Torjäger Philip Hollweg verkraftet

In dieser Saison laufe es einfach, berichtet Möllensiep: „Keine Mannschaft ist richtig konstant. Bei uns passt dagegen das Mannschaftsgefüge, wir kommen über den Einsatzwillen, die Laufbereitschaft und die Zweikampfstärke.“

Steele macht in dieser Saison die Spiele zu einer Sammlung von Einzelduellen, ist mit seiner hohen Laufbereitschaft in ständigem Körperkontakt zu den Gegenspielern. Ist der Ball einmal gewonnen, wird die Kugel blitzschnell auf die schnellen Außenspieler wie Louis Smeilus, Fynn Strahlendorf und Jan Marlinghaus befördert, die restliche Offensive rückt dann geballt nach. Wenn der Angriff abgeschlossen ist, geht das Spielchen von vorne los.

Das funktioniert in dieser Saison so gut, dass der Abgang von Torjäger Philip Hollweg (14 Tore) im Winter in die Landesliga nach Überruhr gar nicht ins Gewicht fiel. Durch das starke Kollektiv werden auch die meisten Ausfälle aufgefangen. Als am vergangenen Sonntag gegen die SG Kupferdreh-Byfang, die zweite Überraschungsmannschaft, vier Stammspieler ausfielen, gelang trotzdem ein 3:2-Erfolg.

Spieler verstehen die einmalige Chance

Verstärkt wird dieser Effekt dadurch, dass die Mannschaft aus lauter Mitt- bis Endzwanzigern besteht, die verstanden haben, dass sich gerade eine einmalige Chance eröffnet. „Wenn wir aufsteigen oder in die Relegation kommen und vor voller Hütte dann die Entscheidungsspiele haben: Etwas Besseres gibt es doch gar nicht“, sagt Möllensiep.

Dass es in der Landesliga schwer würde, dessen ist man sich am Langmannskamp bewusst. Die Rahmenbedingungen bleiben schließlich dieselben. Aber wie weit Planung und Wirklichkeit auseinanderklaffen können, hat man in Steele schon in dieser Saison gemerkt.

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