Frauenfußball

SGS-Trainer Markus Högner hat noch einige Baustellen

An vielen Positionen besteht noch Gesprächsbedarf: SGS-Trainer Markus Högner.

An vielen Positionen besteht noch Gesprächsbedarf: SGS-Trainer Markus Högner.

Foto: Michael Gohl/FFS

Essen.  Stammtorhüterin Lisa Klostermann zog sich einen Kreuzbandriss zu und fällt lange aus. Probleme gibt es auch noch auf den Außenbahnen.

Temperaturen von teilweise über 40 Grad waren Markus Högner egal. Zurückstecken galt nicht im Trainingslager der SGS Essen. Es sind schließlich nur noch knapp drei Wochen, ehe für die Bundesliga-Fußballerinnen der Startschuss für die neue Saison fällt. „Wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, erklärt der Trainer und zeigt sich zufrieden: „Es war ein sehr gutes Trainingslager mit absolut positiver Stimmung.“

Testspielsieg gegen Absteiger Werder Bremen

Abgerundet wurde die einwöchige Schufterei durch einen 3:2-Testspielsieg gegen Erstliga-Absteiger Werder Bremen. Auf dem Rasen sollen die Temperaturen nah an die 50 Grad gekommen sein. „Es war eine reine Willensschulung. Wir haben uns einige Torchancen erspielt und am Ende für einen erfolgreichen Abschluss der Woche gesorgt.“ Im Tor stand überraschenderweise Jil Strüngmann, die abermals kurzfristig reaktiviert wurde. Vorausgegangen war eine erneute Hiobsbotschaft: Torfrau Lisa Klostermann, die gerade erst nach einer Meniskus-Verletzung zurückgekehrt war, blieb unglücklich im Rasen hängen. Die Schock-Diagnose: Kreuzbandriss.

Und damit hat Markus Högner nun schon vor dem ersten Spieltag die gleichen Sorgen wie sein Vorgänger Daniel Kraus in der zurückliegenden Saison: Während Klostermann mindestens sechs Monate ausfällt, sind Stina Johannes (Beinbruch) und Kim Sindermann (Kreuzbandriss) noch keine Alternativen. Beide waren zwar im Trainingslager dabei und steigern langsam die Belastung. Der erste Spieltag am 18. August kommt aber zu früh. Bleiben noch Neuzugang Josephine Plehn und die reaktivierte Strüngmann.

Das Defensivverhalten gefällt dem Trainer nicht

Aber nicht nur deshalb ist Högner froh, noch ein paar Wochen der Vorbereitung zu haben. Im Trainingslager legte er das Augenmerk auf den Spielaufbau und das Umschaltspiel. Aus Videos der letzten Saison schnitt er exemplarisch Szenen zusammen, die gemeinsam analysiert wurden. Mit der Umsetzung ist er in den Testspielen zufrieden. „Aber es gibt noch andere Baustellen“, moniert Högner. Und die stachen vor allem gegen Bremen hervor: „Unser Defensivverhalten hat mir in einigen Moment nicht gefallen.“

Allerdings hatte die SGS auch dort Personalengpässe zu überbrücken. Abwehrchefin Marina Hegering plagte sich mit muskulären Problemen herum und fehlte genauso wie die noch verletzten Stamm-Außenverteidigerinnen Irini Ioannidou und Jacqueline Klasen. Mit beiden rechnet Högner auch zu Saisonbeginn noch nicht, so dass erneut eine Vertreterin im Kapitänsamt gesucht wird. Denn Ioannidou wurde als Anführerin bestätigt, als Vertreterinnen wählte die Mannschaft Hegering und Manjou Wilde.

Gesucht wird eine Spielerin für die Außenbahn

Trotz der angespannten personellen Situation behält Högner mit Blick auf den noch geöffneten Transfermarkt die Ruhe. Dass er sich noch eine Spielerin für die Außenbahn wünscht, hatte er unlängst bekräftigt. Gefunden ist die aber bisher nicht.„Wir werden weiter beobachten und abwarten“, erklärt der Fußballlehrer. Zuletzt im Trainingslager stockte er den Kader mit Mathilda Thies und Maja Hünnemeyer aus der eigenen U20 auf. „Beide haben ihre Sache gut gemacht“, befindet Högner. Gut möglich scheint also, dass es keine externen Neuzugänge mehr geben wird.

Und in Nicole Anyomi hat die SGS demnächst eine weitere Alternative: Die Angreiferin kehrt als Vize-Europameisterin von der U19-EM zurück. Trotz Anyomis Führungstreffer musste sich die DFB-Auswahl im Endspiel Frankreich mit 1:2 geschlagen geben.

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