Frauenfußball-Bundesliga

SGS Essen lässt Bayern-Träume platzen

Machte ihr 13. Saisontor zur Essener Führung, das 14. wurde später zum vermeintlichen 3:1 nicht anerkannt: Lea Schüller.

Machte ihr 13. Saisontor zur Essener Führung, das 14. wurde später zum vermeintlichen 3:1 nicht anerkannt: Lea Schüller.

Foto: Michael Gohl

münchen.   Fast hätten die Essenerinnen in München sogar den Sieg davon getragen, aber Rolfö rettete dem Tabellenzweiten noch einen Punkt.

FC Bayern München -
SGS Essen 2:2 (1:1)

SGS: Strüngmann – Ostermeier, Hegering, Feldkamp, Klasen – Wu, Petzelberger, Oberdorf (86. Hochstein), Anyomi (54. Freutel) – Wilde (64. Dallmann), Schüller. Tore: 0:1 Schüller (5.), 1:1 Damnjanovic (34.), 1:2 Petzelberger (61.), 2:2 Rolfö (90.).

Dass sich die Fußballerinnen der SGS Essen über ein 2:2 beim FC Bayern am Ende nicht wirklich freuen konnten, hätte im Vorfeld niemand erwartet. Zumal zusätzlich zu allen Sorgen kurzfristig auch noch Turid Knaak und Nina Brüggemann ausfielen. Doch all das steckten die Essenerinnen weg und führten bis zur 90. Minute, ehe Münchens Rolfö mit einem abgefälschten Schuss ausglich. Besonders bitter: Das Schiedsrichtergespann erkannte zuvor einen regulären Treffer von Lea Schüller zum wohl entscheidenden 3:1 nicht an.

Und so hatte man unmittelbar nach dem Abpfiff das Gefühl, beide Mannschaften hätten verloren. Allerdings dürfte sich bei der SGS der Ärger bald legen und dem Stolz weichen, seit elf Partien ungeschlagen zu sein und auswärts in dieser Saison überhaupt noch nicht verloren zu haben. Die Gastgeberinnen allerdings wissen, dass dieses Remis die Träume von der Meisterschaft wohl platzen lässt. Es bleibt nur die Hoffnung auf einen Patzer vom VfL Wolfsburg.

SGS erwischte einmal mehr den besseren Start

Einmal mehr erwischte die SGS den besseren Start: Lena Oberdorf hatte das Auge für Manjou Wilde, die den Ball von rechts hereinbrachte. Lea Schüller stand goldrichtig und schob ein zum 1:0. Es war ihr 13. Saisontor. Niemand außerhalb von Wolfsburg hat mehr. Jedoch ließ sich der FCB in der Anfangsphase nicht so überrollen wie vor wenigen Wochen Potsdam. Die erste Prüfung für Essens „Aushilfstorfrau“ Jil Strüngmann gab es nach zehn Minuten, als sie bei einem weiten Pass vor Münchens Beerensteyn zur Stelle war.

Die Gastgeberinnen erhöhten den Druck: Zunächst verpassten Damnjanovic und Lohmann eine scharfe Hereingabe, bevor Jacqueline Klasen mit einem starken Tackling gegen Rolfö eine dicke Möglichkeit verhinderte. Aber auch die SGS setzte Nadelstiche: Einen Schuss von Petzelberger parierte FCB-Torfrau Zinsberger. Aber Bayern kam dem Ausgleich immer näher: Demann zog aus der zweiten Reihe ab, der Pfosten rettete für die Essenerinnen.

Angetrieben von der überragenden Rolfö

Kurz darauf setzte sich Rölfo links durch, flankte auf Damnjanovic, aber Essens Hegering blockte ab. Zwei Minuten später war es genau dieser Spielzug, der zum 1:1 führte: Rolfö hatte zu viel Platz, weil Klasen eingerückt war. Und diesmal konnte Hegering nichts mehr retten. Es begann die stärkste Phase der Münchnerinnen. Nur 20 Sekunden nach Wiederanpfiff stürmte Beerensteyn auf das Essener Tor zu, umkurvte Keeperin Strüngmann, aber verfehlte das leere Tor. Eine Riesenchance.

Die Gastgeberinnen blieben am Drücker und wurden immer wieder angetrieben von der überragenden Rolfö: Eine Ablage in den Rückraum verzog Lohmann jedoch. Doch mitten in dieser Drangphase stach plötzlich die SGS zu: Nach einer unglücklichen Abwehr nahm sich Ramona Petzelberger ein Herz und drosch den Ball aus 25 Metern ins Kreuzeck: 1:2.

Folgenschwere Fehlentscheidung gegen die SGS

Der FC Bayern reagierte wütend und lief immer wieder an: Zunächst setzte Rolfö einen Kopfball ans Außennetz, ehe die eingewechselte Islacker die Kugel nur hauchzart am Pfosten vorbeischob. Allerdings hätte die Partie zu diesem Zeitpunkt schon entschieden sein können: Bei einem Konter brachte Klasen den Ball herein: Schüller scheiterte zuerst an Münchens Torfrau, traf aber im Nachschuss. Bloß zählte der Treffer nicht. Abseits. Nicht Schüller, sondern Linda Dallmann, die aber gar nicht eingegriffen hatte. Eine folgenschwere Fehlentscheidung.

Denn in der 90. Minute machte Rolfö einen Haken, zog ab und Essens Hegering fälschte unhaltbar für Strüngmann ab.

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