Frauenfußball

SGS Essen ist nach dem Spiel im Hoffenheim brutal enttäuscht

Tief enttäuscht: SGS-Spielführerin Ina Lehmann.

Tief enttäuscht: SGS-Spielführerin Ina Lehmann.

Foto: Mirko Kappes

Der Essener Frauenfußball-Bundesligist liegt nach zehn Minuten mit 0:2 zurück. Schlussoffensive kann die 1:3-Niederlage nicht abwenden.

Es sagt sich so leicht: Nach dem Pokal-Aus den Schalter umlegen, wenn in der Frauenfußball-Bundesliga der Alltag ruft. Doch das 1:4 beim VfL Wolfsburg steckte den Spielerinnen der SGS im Nachholspiel bei der TSG Hoffenheim ganz offensichtlich noch in den Knochen. Gleich zu Beginn wurden die Essenerinnen kalt erwischt und lagen nach zehn Minuten bereits mit 0:2 zurück. Letztlich unterlag Schönebeck mit 1:3 und verpasste somit den Sprung auf Platz fünf.

„Wir sind brutal enttäuscht“, erklärte SGS-Manager Philipp Symanzik. „Heute haben wir das vermissen lassen, was uns in den vergangenen Wochen noch ausgezeichnet hat: Kampfgeist und eine aggressive Zweikampfführung. Trotzdem wäre in der zweiten Halbzeit der Ausgleich vielleicht nicht unverdient gewesen.“ Vor allem in der Schlussviertelstunde drängten die Essenerinnen auf das 2:2. Das Tor gemacht haben dann aber die Gastgeberinnen.

Linda Dallmann muss nach dem Aufwärmen passen

Die erste schlechte Nachricht gab es schon vor dem Anpfiff: Die Schmerzen bei Linda Dallmann waren beim Aufwärmen zu groß für einen Einsatz. Sie nahm dennoch auf der Bank Platz. Dort saß sie kaum, da jubelte die TSG: Nach einem Pass in die Schnittstelle der Essener Viererkette steuerte Dongus von links auf Torfrau Lisa Weiß zu und behielt die Nerven. Defensiv hatte die SGS ihre Ordnung noch nicht gefunden.

Und die Suche ging noch weiter. Nach einem Konter war Rall am linken Strafraumeck frei und erhöhte auf 2:0. „Eine eiskalte Dusche“, bemerkte Symanzik. Immerhin gewann Schönebeck nun langsam an Stabilität. Lea Schüller gab ein erstes Lebenszeichen der Essener Offensive ab. TSG-Torfrau Abt hielt den Ball allerdings im Nachfassen. Zumindest über mangelnde Effektivität vor dem Tor konnte die SGS aber nicht klagen.

Denn fünf Minuten später markierte Schüller den Anschlusstreffer. Nationalmannschaftskollegin Turid Knaak bewies auf dem rechten Flügel ein gutes Auge und Essens Sturmspitze vollstreckte aus acht Metern. Doch von einer Aufholjagd war zunächst nichts zu sehen. Vieles blieb im Ansatz stecken. Erst in der zweiten Hälfte übernahm die SGS das Kommando. Zwingende Aktionen hatten aber zunächst Seltenheitswert.

Hoffenheim dagegen sorgte über die Außenbahn immer wieder für Entlastung, doch auch die Gastgeberinnen kamen nur selten zum Abschluss. Die Schlussviertelstunde aber gehörte ganz den Gästen. Und plötzlich gab es auch Hochkaräter: Einen Kopfball von Schüller konnte Steinert für ihre geschlagene Torfrau auf der Linie klären.

Kurz vor Schluss den Torschrei auf den Lippen

Fünf Minuten vor dem Ende hatte der Essener Anhang erneut den Torschrei auf den Lippen, doch der Schuss von Schüller verfehlte das TSG-Gehäuse um Zentimeter. Zwei Minuten später probierte es Knaak aus der Distanz, doch TSG-Torfrau Abt lenkte den Ball über die Latte. Es wurde hektisch. Allerdings auf der anderen Seite.

Beim Versuch das Spiel schnell zu machen, spielte SGS-Torfrau Weiß einen ungenauen Pass. Hoffenheims Harsch fing den Ball ab und sorgte für die Entscheidung.

TSG Hoffenheim -
SGS Essen 3:1 (2:1)

SGS: Weiß – Ostermeier (61. Ioannidou), Hegering, Doorsoun, Klasen – Feldkamp (86. Brüggemann), Wilde, Lehmann, Freutel – Knaak – Schüller.
Tore: 1:0 Dongus (3.), 2:0 Rall (10.), 2:1 Schüller (26.), 3:1 Harsch (90.).

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