Frauenfußball Bundesliga

SGS Essen: Der erste Eindruck stimmt optimistisch

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Beim ersten Training des Frauenfußball-Bundesligisten SGS Essen waren auch Stabilisationsübungen angesagt.

Beim ersten Training des Frauenfußball-Bundesligisten SGS Essen waren auch Stabilisationsübungen angesagt.

Foto: Michael Gohl

Essen.  Die SGS Essen hat den Trainingsbetrieb aufgenommen, das erste Testspiel steht an. Mit neuen Rollen für einige Spielerinnen.

Der Ball rollt wieder: Seit diesem Dienstag sind die Bundesliga-Fußballerinnen der SGS Essen zurück im Training. Und die Beine sind bereits schwer. Denn zum Start verordnete Trainer Markus Högner gleich einige Tests über Kraft, Fitness und Laktatwerte.

Bis auf Laureta Elmazi (Grippe) und Alida Dzaltur (Probleme am Sprunggelenk) nahmen alle Spielerinnen teil und stellten ihren Trainer mit den Ergebnissen zufrieden. „Man sieht, dass alle in der Sommerpause ihr Programm absolviert haben und schon auf einem guten Fitnesslevel sind. So können wir direkt fußballspezifisch arbeiten“, erklärt der 54-Jährige.

SGS Essen bestreitet ersten Test gegen Borussia Bocholt

Schließlich steht am Freitag (18 Uhr) bereits der erste Test beim aufstrebenden Zweitligisten Borussia Bocholt auf dem Plan. „Das ist eine richtig gute Mannschaft, die uns gleich fordern wird“, weiß Högner. „Mir ist klar, dass wir nach dieser intensiven Woche den Gegner nicht an die Wand spielen. Wir werden es erstmal entspannt angehen.“

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Wobei die Spielerinnen sicher anderes im Sinn haben werden. „Ich merke schon die absolute Motivation der Spielerinnen. Jede will sich gerade jetzt am Anfang zeigen“, weiß Högner. Bei sechs externen Neuzugängen und drei aus der eigenen Jugend Beförderten ist das kein Wunder. Aber auch deshalb warnt der Fußballlehrer vor einer zu hohen Erwartungshaltung, zumal sich das Durchschnittsalter im Kader noch weiter verringert hat. „Wichtig ist, dass die neuen schnell alle Abläufe kennenlernen und wir eine Einheit werden.“

Neuzugang Debitzki bringt Erfahrung mit

Aber neben den Talenten Felicitas Kockmann (16), Lily Reimöller (16) und Miriam Hils (17) wurde auch Erfahrung verpflichtet. Allen voran mit Julia Debitzki, die schon über 120 Mal in der Eliteliga aufgelaufen ist. „Man hat ihr gleich im ersten Training angesehen, dass sie schon lange dabei ist. Sie kann sowohl in der Innenverteidigung als auch im defensiven Mittelfeld spielen“, sagt Högner. Vivien Endemann und Maike Berentzen, die vom Erstliga-Absteiger Meppen nach Essen kamen, plant er weiter vorne ein.

„Sie sind beide enorm schnell und können auf den Außenbahnen spielen. Vivien hat auch schon im Angriffszentrum oder dahinter gespielt“, weiß Högner, der aber auf der „Zehn“ noch eine andere Idee hat: Estelle Laurier. Beim Saisonabschluss in Potsdam ließ er die Französin erstmals auf dieser Position ran. Und sie dankte es ihm mit einer starken Leistung und ihrem ersten Tor für die SGS. Künftig trägt die 23-Jährige auch die entsprechende Rückennummer.

Vertrauen in Estelle Laurier

„Estelle ist eine sehr gute Fußballerin“, weiß Högner. Auch wenn das in ihrem ersten Jahr in Schönebeck noch nicht so zum Vorschein kam, wie gewünscht. „Vieles hat sie im Training schon angedeutet, braucht aber das absolute Vertrauen, um das auch auf den Platz zu bringen.“ Die Sprachbarriere war da gerade in der Anfangszeit hinderlich. „Aber sie hat fleißig Deutschkurse besucht, spricht mittlerweile wirklich gut und ist bei ihren Mitspielerinnen sehr beliebt.“

Als Nachfolgerin der zum 1. FC Köln abgewanderten Kapitänin Irini Ioannidou kommt Laurier nicht infrage. „Ich habe mir da schon so meine Gedanken gemacht, aber das ist noch nichts für die Öffentlichkeit“, erklärt Högner. „Wir werden das im Trainerteam besprechen und dann im Verlauf des Trainingslagers Entscheidungen treffen.“ Die besten Aussichten dürften aufgrund ihrer langen Vereinszugehörigkeit wohl Lena Ostermeier und Jacqueline Klasen haben.

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