Frauenfußball Bundesliga

SGS Essen braucht drei Punkte für die endgültige Sicherheit

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Gespannt in die letzte Runde: Nina Räcke, Beke Sterner, Selina Ostermeier, Lena Ostermeier und Vivien Endemann von der SGS Essen.

Gespannt in die letzte Runde: Nina Räcke, Beke Sterner, Selina Ostermeier, Lena Ostermeier und Vivien Endemann von der SGS Essen.

Foto: Michael Gohl / FUNKE Foto Services

Erstligist SGS Essen empfängt am Sonntag im Abstiegskampf Schlusslicht Jena und muss schauen, was Konkurrent SC Sand macht.

In den zehn Jahren in der Frauenfußball-Bundesliga hat Jacqueline Meißner gerade einmal 13 gelbe Karten gesehen. Mehr als drei waren es in einer Saison noch nie. Doch ausgerechnet in Freiburg sah die Kapitänin der SGS Essen zuletzt die fünfte Verwarnung dieser Spielzeit. Und der Zeitpunkt für ihre erste Gelbsperre hätte nicht schlechter sein können: Meißner verpasst das Saisonfinale, in dem es für die Essenerinnen um Abstieg oder Klassenerhalt geht.

Meißner verpasst das Saisonfinale und ärgert sich

„Der Ärger ist riesig“, erklärt die 28-Jährige. Am Sonntag (14 Uhr, Hafenstr.) gegen Carl-Zeiss Jena nur zusehen zu können, „tut weh“. Zumal die Karte für ihr Foul im Breisgau wohl auch in der Tasche der Schiedsrichterin hätte stecken bleiben können. „Aber es ist jetzt eben so, wie es ist. Ich versuche trotzdem, der Mannschaft bestmöglich beizustehen und alle zu pushen“, sagt die Abwehrspielerin, die in dieser Saison kein Spiel verpasste.

Die Ausgangslage ist eindeutig: Am Klassenerhalt der SGS kann nur ein Sieg des Verfolgers SC Sand gegen den Tabellenfünften TSG Hoffenheim sorgen. Doch selbst dann würde die Essenerinnen wohl schon ein Remis gegen Schlusslicht Jena retten. Dass Sand im Kraichgau gewinnt, wäre schon eine Überraschung, dass sie dabei aber noch acht Tore auf Schönebeck aufholen, praktisch undenkbar. „Ein Unentschieden würde genügen. Aber das wollen wir nicht“, stellt Meißner klar.

Ein Sieg gegen Jena soll Klarheit schaffen und davon ist die Kapitänin überzeugt: „Die Mädels werden zeigen, dass sie unbedingt in der 1. Liga bleiben wollen und sie werden dafür alles geben.“ Letztlich soll sich dann auch die Qualität durchsetzen, denn die sieht sie in ihrem Team. „Auch wenn wir sie in dieser Saison nicht in Punkte umsetzen konnten.“

In der zweiten Saisonhälfte ist SGS noch sieglos

Gerade in der Hinrunde ging die SGS häufiger leer aus, obwohl sie auf dem Rasen gleichwertig war. Doch in diesem Jahr ist bisher nicht viel zusammengelaufen. Nur drei Punkte ergatterten die Essenerinnen und sind in der zweiten Saisonhälfte noch sieglos. Und selbst wenn gegen Jena nun der erlösende Erfolg gelingt, es bleibt die schlechteste Rückrunde seit dem Erstliga-Aufstieg 2004.

Am schwächsten schnitt Schönebeck bisher in der Saison 2009/10 ab. Unter Trainer Ralf Agolli waren es in der Rückrunde sieben Zähler. Den Klassenerhalt feierte seine Mannschaft aber auch erst am letzten Spieltag durch ein 1:1 beim SC Freiburg. Danach nahm Agolli seinen Hut. Die Verantwortlichen dürfte dieser Rückblick aktuell aber herzlich wenig interessieren. Es geht nur darum, den Klassenerhalt zu schaffen. Wie, das ist egal.

Jena kassierte 1:10-Klatsche gegen Wolfsburg

Und gegen Jena sind die Aussichten gut: Die Thüringerinnen stehen seit Wochen als Absteiger fest. Zuletzt gegen den VfL Wolfsburg gab es eine 1:10-Klatsche. Im Schnitt gab es in dieser Saison mehr als vier Gegentreffer pro Spiel. Genau so viele setzte es auch im Hinspiel gegen die SGS (0:4), bei dem Vivien Endemann doppelt traf. Die Angreiferin ist aktuell auch die einzige Essenerin, die seit Mitte Februar noch getroffen hat.

Nicht uninteressant ist vor Sonntag auch noch die Frage nach dem Wo. Wenn eine mögliche Aufstiegsfeier von Rot-Weiss den Rasen an der Hafenstraße ramponieren würde. Denn den Heimvorteil möchte die SGS gegen Jena natürlich nicht verlieren. „Das beeinflusst uns aber nicht, denn es ist nicht unser Fokus“, erklärt Meißner. „Wir müssen dieses Spiel gewinnen – egal wo.“ Und sollte der Fall eintreten, werde man sich kurzfristig nach einer Alternative in Essen umsehen.

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