Tischtennis

SG Schönebeck freut sich auf Europameister Bernd Witthaus

Der Mann mit dem Brettchen: Bernd Witthaus.

Der Mann mit dem Brettchen: Bernd Witthaus.

Foto: G. Münnemann/FFS

Essen.  Von der Senioren-EM kehrte der 79-Jährige mit der Silbermedaille zu seinem neuen Verein heim, bei dem er das Landesliga-Team verstärken wird.

Als Anfang Juni die Wechselliste veröffentlicht wurde, haben sich nicht wenige Tischtennis-Fans die Augen gerieben, bei der SG Schönebeck als Zugang den Namen Bernd Witthaus zu lesen. Natürlich konnte man bei der SGS auch nicht ahnen, dass ihr neues Mitglied schon wenige Tage nach Inkrafttreten der Spielberechtigung als Europameister im Doppel der AK 75 von den 13. Europameisterschaften der Senioren aus Budapest zurückkehren würde.

Der 79-jährige, den alle nur „Doc“ nennen, war allerdings schon zuvor in Mülheim bekannt wie ein „bunter Hund“. Vom Spiel mit dem kleinen Ball war er bereits als Schüler infiziert und das hat im Alter keineswegs nachgelassen, wie die zahlreichen Erfolge bei den Senioren nachhaltig unterstreichen . In der tischtennisdarbenden Nachbarstadt hatte er als „spiritus rector“ den Post SV Mülheim von der Kreisliga bis in die Bundesliga katapultiert. Nach SV Moltkeplatz war damit ab 1985 wieder ein Team aus dem Ruhrgebiet mehr als ein Jahrzehnt im Tischtennis-Oberhaus vertreten und krönte dies 1993 mit der deutschen Vizemeisterschaft.

Zuletzt war Bernd Witthaus beim TTSC Mülheim aktiv, suchte jedoch nach dem Abstieg aus der Landesliga eine neue sportliche Bleibe, die er nun in direkter Nachbarschaft bei der SGS fand. Dort schraubt er das Durchschnittsalter im Landesliga-Team zwar mächtig nach oben, aber mit seinem aktuellen TTR-Wert von mehr 1600 Punkten fühlt er sich trotz des Alters der neuen Herausforderung durchaus gewachsen.

Immer noch Geschäftsführer seiner Unternehmensberatung

Als Prof. Dr. Bernd Witthaus fungiert er nach wie vor als Geschäftsführer der gleichnamigen Unternehmensberatung. Das hindert ihn aber nicht daran, seinem sportlichen Hobby weiter intensiv nachzugehen. Was die Teilnahme an Senioren-Turnieren angeht, zählt Witthaus heute unbestritten zu einem „workaholic“. Während sich der Großteil aller Aktiven nach Ende der Punktespiele eine Art Sommerpause gönnt, nutzt er mit fast 80 Jahren jede sich bietende Gelegenheit, an einem der in dieser Zeit besonders häufigen Altersklassen-Wettbewerbe teilzunehmen.

Hier weiß er sich übrigens in alter Tradition, mit seinem „Brettchen“ den zahlreichen Materialspielern gegenüber äußerst erfolgreich zu erwehren. Davon zeugen unzählige Erfolge aus den letzten Jahren bei nationalen und internationalen Turnieren der Senioren. Auf dieser Liste standen schon vor Budapest ein erster und zwei dritte Plätze im Doppel bei Europameisterschaften. Dazu kommen fünf deutsche und nicht weniger als 30 westdeutsche Titelgewinne – ganz zu schweigen von denen auf unterer Ebene und sonstigen Medaillengewinnen.

Wer rastet, der rostet

Als aktueller westdeutscher Meister im Einzel und Doppel gewann er die Silbermedaille bei der letzten DM und krönte seine Bilanz nun mit dem kontinentalen Titel. „Wer rastet, der rostet und warum soll ich damit aufhören, wenn es gesundheitlich möglich ist und mir auch noch Spaß macht?“, lautet die Frage und Devise von Bernd Witthaus nicht nur im sportlichen Bereich, sondern auch beruflich.

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