Fußball-Oberliga

Schonnebeck hielt den einen Punkt bis zur Schlussminute fest

Die Spvg betrieb einen hohen Aufwand, ohne sich am Ende zu belohnen: Hier tankt sich Luca Bosnjak (Mitte) durch die Straelener Abwehr.

Die Spvg betrieb einen hohen Aufwand, ohne sich am Ende zu belohnen: Hier tankt sich Luca Bosnjak (Mitte) durch die Straelener Abwehr.

Foto: Michael Gohl/FFS

Essen.  Unglückliche 0:1-Niederlage gegen den Spitzenreiter SV Straelen, weil Torhüter Philipp Sprenger in letzter Spielminute einen Blackout hatte.

Spvg Schonnebeck - SV Straelen 0:1 (0:0)
Spvg:
Sprenger, Ogrzall, Nakowitsch, Schneider, Abrosimov, Skuppin, Barrera, Patelschick, Müller (86. Dombayci), Denker, Bosnjak (76. Cisse).
Tor: 0:1 Mizuta (90./FE).
Zuschauer: 417
Es lief die 90. Minute am Schetters Busch, Nebelschwaden zogen schon hoch zum schummerigen Flutlicht, aber die Spvg Schonnebeck verteidigte entschlossen den einen Punkt gegen den SV Straelen. Dann spielte Timo Patelschick den Rückpass auf seinen Torhüter Philipp Sprenger. Eigentlich war der Ball lang genug für den Keeper, aber der hatte eine lange Reizleiter, zögerte und zögerte, bis ihm ein Straelener die Kugel abluchste, worauf ihn Sprenger nur noch durch ein Foul stoppen konnte. Kaito Mizuta ließ sich die Chance vom Punkt nicht entgehen. So siegte der Spitzenreiter mit 1:0, zieht ganz oben einsam seine Kreise, die Schonnebecker brauchen für die Verfolgung schon ein Fernglas.

Die Schonnebecker hielten ihren Strafraum sauber

Die Gastgeber waren arg dezimiert in diese Spitzenpartie gegangen. Ohne Ketsatis, Heppke, Yerek und Enger, der erkältet 90 Minuten auf der Bank saß, fehlte wichtiges Stammpersonal. So kam Thomas Denker diesmal als eine Art Wandstürmer zum Einsatz. Die Schonnebecker waren erst mal auf „Säuberung“ ihres Strafraums bedacht. Was gegen den Tabellenführer in der ersten Hälfte sehr konzentriert gelang. Bis auf eine Aktion von Torjäger Shun Terada, der nach einer Ecke aus fünf Metern frei zum Kopfball kam, hatte die Spvg alles im Griff und setzte sogar selbst immer wieder Nadelstiche nach vorne. Luka Bosnjak, nach seiner Rotsperre wieder äußerst laufstark, tankte sich durch vier Gegenspieler hindurch (15.), wurde dann aber beim Torschuss abgedrängt. Und Simon Skuppin, der sich mit Jordi Barrera die Doppel-Sechs teilte, zog aus 18 Metern ab, doch Straelens Torhüter Szcepankiewicz war mit einer Hand noch dran.

Auch nach dem Wechsel war die verbissen geführte Partie eher arm an Torchancen. Marius Müller (56.) kam einmal frei durch, schoss aber den Torwart an, fast im Gegenzug zog Terada aus spitzem Winkel ab, doch Sprenger reagierte glänzend. „Ab der 70. Minute hatte ich sogar den Eindruck, dass wir stärker auf die Führung drängten, was erstaunlich für mich war, trainieren die Straelener doch unter Profibedingungen“, wunderte sich Schonnebecks Trainer Dirk Tönnies ein wenig über den Spielverlauf, hatte er doch eher bei seinem Team ab der 70. Minute mit einem kräftemäßigen Einbruch gerechnet. Wieder war es Skuppin, der einen Aufsetzer (77.) Richtung Tor schickte, doch der Keeper stoppte den Ball irgendwie zwischen seinen Beinen.

Kai Nakowitsch klärte auf der Linie

Bis die Unsicherheiten doch auf der Gastgeber-Seite sich häuften. Bei einer heiklen Abwehraktion konnte Kai Nakowitsch soeben noch mit dem Kopf auf der Linie klären (83.), doch beim zweiten Aussetzer Sprengers in letzter Minute nahm das Unheil seinen Lauf. „Es ist schade, denn schon beim 1:4 gegen Velbert waren wir die bessere Mannschaft. Es ist doppelt bitter, dass wir uns gegen die Spitzenteams nicht belohnen, aber die Mannschaft hat nach dem Debakel bei RWE wenigstens wieder gezeigt, dass sie intakt ist“, so der Coach. Der allerdings noch in den nächsten Wochen auf seinen Abwehrchef verzichten muss: Georgios Ketsatis hatte zuletzt nicht nur die Gelb-Rote Karte kassiert, sondern auch noch passende Sätze Richtung Schiedsrichter-Gespann los gelassen, worauf der Schiedsrichter einen Sonderbericht verfasste. Ergebnis: Vier Spiele Sperre obendrauf.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben