Fußball Regionalliga

RWE will als Spitzenreiter in die mögliche Spielpause

Sandro Plechaty (rechts) freut sich aufs Wiedersehen mit den alten Kameraden, will aber auch seinen Schalker Gegenspielern entwischen.

Sandro Plechaty (rechts) freut sich aufs Wiedersehen mit den alten Kameraden, will aber auch seinen Schalker Gegenspielern entwischen.

Foto: Thorsten Tillmann

Essen.  Beim Gastspiel im Derby bei Schalkes U23 können die Essener zum „echten Tabellenführer“ werden, wenn der BVB bei Fortuna Köln Federn lässt.

Das Gastspiel von Regionalliga-Spitzenreiter Rot-Weiss Essen bei der U23 von Schalke 04 am Samstag im umgebauten Parkstadion (15.30 Uhr) hat irgendwie finalen Charakter. Nicht, dass damit die Saison zu Ende und RWE endgültig aufgestiegen sei, aber es könnte das letzte Ligaspiel für längere Zeit sein. Denn wenn auch die Regionalliga im November die Schotten dicht machen sollte (eine Entscheidung stand Freitagabend immer noch aus), glauben die RWE-Verantwortlichen nicht an eine schnelle Rückkehr in den Liga-Alltag. „Was soll denn in vier Wochen anders sein als heute“, gibt RWE-Coach Christian Neidhart zu bedenken.

Schalkes Stärken liegen in der Defensive

Ansonsten möchte er sich aber gar nicht mehr länger mit dieser möglichen Entscheidung beschäftigen, sondern nur noch auf die Partie beim Knappen-Nachwuchs konzentrieren. Denn sollte es so kommen, dann möchte RWE unbedingt als „echter Spitzenreiter“ in die Zwangspause gehen. Und die Chancen stünden nicht schlecht, zumal der erste Verfolger, die U23 des BVB, ein schweres Auswärtsspiel bei Fortuna Köln vor der Brust hat. Voraussetzung wird natürlich ein eigener Sieg bei der Mannschaft von Trainer Torsten Fröhling sein, was schwer genug wird.

Die Schalker haben in den letzten drei Spielen ihren Kasten sauber gehalten und überhaupt in elf Ligaspielen erst sieben Gegentore erzielt, womit die Stärken des Tabellen-Sechsten eindeutig widergespiegelt sind. „Die Mannschaft spielt sehr robust, gar nicht wie eine typische U23-Elf, geht sehr mutig ins Pressing und löst auch Eins-zu-Eins-Situationen gut auf. Sie haben mit relativ wenigen Toren relativ viele Punkte erzielt“, ist Trainer Neidhart mehr als gewarnt.

Und dass man jederzeit auf Unterstützung „von oben“ zurückgreifen kann, wie jüngst beim 3:0-Sieg gegen den Kölner Nachwuchs, ist natürlich auch ein Aspekt, wobei dahin gestellt sei, ob die Profi-Unterstützung in der jetzigen Verfassung des Bundesligisten überhaupt eine echte Verstärkung ist. Aber vieles deutet darauf hin, dass es ein Wiedersehen mit Timo Becker geben wird, der seine letzten Tage im RWE-Trikot nach erfolglosem Arbeitsgerichts-Prozess eher lustlos herunter spulte, ehe er bei Königsblau eine wundersame Wandlung erfuhr und es sogar auf einige Bundesliga-Einsätze brachte.

Herzenbruch wieder für Grund

Aber viel lieber beschäftigt sich der Tabellenführer mit seinen eigenen Stärken. Unter der Woche konnten die Stammkräfte größtenteils Kräfte schonen, während der zweite Anzug zu einem ungefährdeten 5:0-Erfolg im Niederrheinpokal beim SV Wermelskirchen kam. „Jeder sollte sich zeigen können, alle haben ihre Aufgabe zu hundert Prozent erfüllt“, so Neidharts Fazit. Dennoch ist er ja kein Freund von unnötigen Veränderungen in der Startelf, so wird wohl nur Felix Herzenbruch wieder Kevin Grund ersetzen, der zuletzt im Derby gegen RWO wegen Problemen am Hüftbeuger zur Halbzeit passen musste.

Ein besonderes Spiel für Sandro Plechaty

Ein besonderes Spiel ist es sicherlich für Sandro Plechaty, der immerhin fünf Jahre für Schalke spielte, eher er den nächsten Schritt wagte. Der 23-jährige, einer der auffälligsten Spieler bislang in dieser RWE-Saison, war in der Trainingswoche begehrter Gesprächspartner bei den Coaches. „Wir wären ja blöd, wenn wir seine Erfahrung mit dem Gegner nicht nutzen würden, auch wenn sich da natürlich einige personelle Veränderungen ergeben haben“, gesteht der RWE-Coach.

„Ich gehe da mit einem guten Gefühl hin und freue mich aufs Wiedersehen. Aber mein Schritt war richtig: hier in Essen bin ich, glaube ich, in einer Männermannschaft gut angekommen“, so Plechaty zu seiner Entwicklung. Am Samstag will er es den alten Kameraden beweisen.

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