Fußball-Niederrheinpokal

RWE verpasst das Pokalfinale

Gäste aus Uerdingen verteidigen ihre 2:0-Führung zur Halbzeit nach dem Wiederanpfiff ohne große Probleme

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Rot-Weiss Essen -
KFC Uerdingen 0:2 (0:2)

RWE: Heller, Korczowski, Zeiger, Heber, Scepanik, Brauer, Baier, Urban (70. Freiberger), Grund (89. Remmo), Wirtz, Wegner (46. Platzek).

Tore: 0:1 Aigner (6.), 0:2 Krempicki (41.)

Zuschauer: 10.127

Rot-Weiss Essen hat den Saisonhöhepunkt schon hinter sich. Nach dem 0:2 (0:2) im Halbfinale des Niederrheinpokals gegen den KFC Uerdingen verpassten die Essener nach langer Zeit mal wieder das Finale des Verbandspokals. Nun geht es nur noch darum, die Regionalligasaison mit Anstand zu Ende zu bringen.

Es prickelte und glitzerte vor Anpfiff. „Der Glanz der Hafenstraße” hatten die Fans auf einem Plakat versprochen, und wirbelten rote und weiße Glanzfolie durch die Luft – mindestens zweitligatauglich. Das war allerdings auch der mit ehemaligen Bundesligaspielern gespickte Kader der Uerdinger, die von Beginn an gleich für klare Verhältnisse sorgen wollten. Und so kam: Schon nach sechs Minuten der tiefe Stich ins rot-weisse Herz. Connor Krempicki hatte aus 18 Metern abgezogen, RWE-Keeper Robin Heller ließ den noch abgefälschten Ball nach vorne abprallen - und schon stand es 0:1. Genau das, was der Außenseiter vermeiden wollte.

Doch das Team von Trainer Karsten Neitzel hielt sich gar nicht erst mit Schockzustand auf, sondern kam durch gewonnene Zweikämpfe schnell zurück ins Spiel. Schon zwei Minuten später hätte es zurück auf Anfang gehen können, doch bei der Flanke von Max Wegner klärte Ex-Bundesligaspieler Assani Lukimya (u.a. Bremen) in höchster Not vor dem hereinstürmenden Lucas Scepanik.

Nun waren beide Teams drin in diesem rassigen Pokalspiel. Als Maximilian Beister frei vor Heller auftauchte (10.), blieb dieser cool stehen und klärte mit der Schulter. Im Gegenzug knallte Scepanik aus 22 Metern einfach mal drauf, Torhüter Benz machte sich lang, Ecke. Die brachte Kapitän Benni Baier herein, in der Mitte übten sich beide RWE-Stürmer im Vorbeiflug.

Die Uerdinger antworteten mit Härte und Finesse von Profis. Aigner rempelte im Zweikampf Noah Korczowski einfach um (13.), Schiedsrichter Florian Heien erkannte keine Foul, aber Maximilian Beister verzog knapp am langen Pfosten. Das Spiel bot keine Verschnaufspause. Und es kippte allmählich Richtung Uerdinger Tor. Nach Flanke von Robin Urban (23.) verfehlte Enzo Wirtz, der für Marcel Platzek in die Spitze rückte, den Kopfball, dahinter geriet Wegner in Rücklage und verzog drüber. Und zwei Minuten später kam Scepanik vor Weltmeister Kevin Großkreutz zum Abschluss. Die Rot-Weissen hatten längst ihre Scheu vor großen Namen abgelegt.

Nun lag sogar der Ausgleich in der Luft: Scepanik flankte scharf, Wegner rutscht vorbei, dahinter lauerte der aufgerückte Korczowski und knallte die Kugel an die Latte (38.). Das war schon Pech. Und dann doch noch der zweite Schock vor der Pause: Torhüter Heller wurde außerhalb des Strafraums hart attackiert von Beister, der Schiedsrichter drückte wieder beide Augen zu, Uerdingens Stürmer traf nur den Pfosten, doch von hinten rauschte Krempicki heran und vollendete zum 0:2. Das war der Stimmungskiller zur Pause.

Nach dem Wechsel brachte RWE-Coach Neitzel mit Platzek für Wegner frisches Angriffsblut, Wirtz durfte weiter rennen und kämpfen.

Aber die Entschlossenheit und Galligkeit der Rot-Weissen aus der ersten Halbzeit hatte mit dem klaren Rückstand doch gelitten. Das Feuer aus Halbzeit eins, es ließ sich nicht einfach wieder entzünden. Das Spiel der Gastgeber war nicht mehr so klar strukturiert, die Uerdinger kümmerten sich in erster Linie unaufgeregt um die Verteidigung ihres Vorsprungs.

Nach 70 Minuten zog Neitzel seinen letzten Angriffstrumpf, brachte Kevin Freiberger für Urban als dritten Stürmer. Tod oder Gladiolen – so die Devise der letzten Viertelstunde. Grund brachte den Freistoß herein, aber in der Mitte behinderten sich drei Rote gegenseitig. Am Ende hatte sich der Favorit dann doch nicht in Verlegenheit bringen lassen.

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