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RWE verliert nach Heimpleite den Kontakt zur Spitze

RWE-Trainer Karsten Neitzel gibt Timo Brauer taktische Anweisungen.

RWE-Trainer Karsten Neitzel gibt Timo Brauer taktische Anweisungen.

Foto: Michael Gohl

Essen.   Rot-Weiss Essen hat aus fünf Spielen nur zwei Punkte geholt. Gegen Aachen verschlief RWE die erste Hälfte und vergab danach viele Chancen.

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Rot-Weiss Essen muss abreißen lassen. Nach der 0:1-Heimniederlage gegen Alemannia Aachen, der zweiten in dieser Saison, ist die Mannschaft von Trainer Karsten Neitzel seit nunmehr fünf Spielen sieglos, hat gerade einmal zwei Pünktchen geholt und den direkten Kontakt zu den Spitzenplätzen der Regionalliga verloren. Für die Aachener geht die Serie weiter, sie haben seit acht Partien nicht mehr verloren und sitzen nach schwachem Start mit drei Niederlagen den Essenern bereits im Nacken. „Wir haben heute das bestätigt, was wir zuletzt gespielt haben“, sagte Gästetrainer Fuat Kilic zufrieden. „Wir hatten auch ein bisschen Glück, aber der Sieg ist nicht unverdient.“

Aachen hat acht Spiele in Folge nicht mehr verloren

Das Ergebnis muss stimmen, ein Dreier muss her, hieß es an der Hafenstraße vor dem Duell, denn an der Tabellenspitze hat sich das Duo Viktoria Köln und Borussia Dortmund II schon etwas davongeschlichen. Dass es gegen die Alemannia nicht leicht werden würde, war klar. Die Gastgeber haben nach wie vor Personalnot in der Offensive, die sich nur schwer kompensieren lässt. Chancen, ja, die gab es zumindest in Halbzeit zwei, doch wie bereits in Gladbach (0:1) unter der Woche wurden sie alle vertan.

Die Gäste spielten von Beginn an selbstbewusst auf. Sie waren ball- und kombinationssicherer als der Gastgeber, der zwar versuchte, Druck aufzubauen, doch erschreckend harmlos und ungefährlich blieb. „Wir haben keine gute erste Halbzeit gespielt“, räumte auch RWE-Trainer Karsten Neitzel später ein. „Wir haben aber auch nicht so viel falsch gemacht und hätten es akzeptieren können, wenn es zur Pause 0:0 gestanden hätte.“ Hatte es aber nicht.

RWE-Offensive kann keine Akzente setzen

Die Aachener machten schon bald das Spiel, weil sich die Roten zu viele Ballverluste erlaubten. Zu oft versuchten sie es mit langen Pässen, blöd nur, dass die Jungs in der Offensive nur selten den Ball festmachen konnten. Versuchte es RWE mit besonnenem Spielaufbau, fehlten Tempo und Lauffreudigkeit, so dass die Anspielstationen vom Gegner zugestellt wurden. Die Rot-Weissen fanden auch mit Kevin Grund als Kreativgeist keine Lösung. Mittelstürmer Enzo Wirtz, der für Nico Lucas in der Startelf gerückt war, hatte wie seine Mitspieler nicht eine gefährliche Szene.

So kam es, wie es kommen musste. Nach einem feinen Pass in den Strafraum stand plötzlich Aachens Dimitry Imbongo frei vor Lukas Raeder und chippte die Kugel gleichermaßen elegant wie gekonnt an dem RWE-Keeper vorbei ins Netz zum 1:0 (21.). Schon unter der Woche beim 5:1 der Aachener gegen Herkenrath hatte der Stürmer dreimal eingenetzt.

Die Gelb-Schwarzen führten zur Pause nicht unverdient. Doch das sollte sich ändern. Gleich nach Wiederanpfiff jubelten die RWE-Fans bereits. Nach einem Freistoß von Grund standen Becker und Zeiger am langen Pfosten, konnten den Ball aber aus kürzester Distanz nicht über die Linie drücken (47.). Aber es war die Initialzündung für eine jetzt mutigere Gangart. Rot-Weiss dominierte nun, musste aber trotzdem höllisch aufpassen, sich keinen Konter zu fangen.

Die zweite Chance folgte zehn Minuten später, und es war nicht minder knapp. Bichler flankte, Robin Urban flog heran, Pütz lenkte den Ball aber über das Tor (58.). Timo Brauer verpasste das Ziel. Und dann die vierte Chance: Wieder war es Florian Bichler, der scharf nach innen passte, wo Wirtz nur den Aachener Torhüter Niklas Jakusch traf (64.). „Wir haben zwanzig Minuten unter Dauerbeschuss gestanden“, gab Kilic zu. „Jakusch war überragend, er hat uns im Spiel gehalten.“

Und Aachen blieb gefährlich. Nach einem Konter parierte Raeder gegen Bösing, Sekunden später hielt er klasse gegen Batarilo (76.). „Wir hätte das Ding drehen können, haben aber unsere Chancen liegengelassen“, stellte Neitzel fest. Unvermögen oder Pech? Egal, die Punkte sind weg, und das zählt.

Die Statistik: Rot-Weiss Essen - Alemannia Aachen 0:1 (0:1).

RWE: Raeder - Heber, Becker, Zeiger, Urban (59. N. Lucas) - Brauer (78. Remmo), Baier, Grund - Bichler, Wirtz, Scepanik.

Schiedsrichter: Maibaum.

Zuschauer: 10 077.

Tore: 0:1 Imbongo (21.).

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