RWE-Kolumne

RWE – das Synonym für Spielerfluktuation

Foto: Michael Ketzer

essen.   Uwe Strootmann macht sich Gedanken, warum es den Rot-Weissen in der letzten Dekade unmöglich geblieben ist, das Mögliche zu erreichen.

Der Dichter, Schriftsteller und Maler Herrmann Hesse hat einmal gesagt: „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen“. Bezogen auf unser aller RWE kann das Zitat in der Hinsicht umgewandelt werden, dass seit 2008/09 das Mögliche wenigstens ab und an hätte erreicht werden können. Jedoch stets etwas Unmögliches dazwischen kam. Meistens war das Unmögliche der Saisonverlauf, welcher einen möglichen Aufstieg unmöglich machte.

Nun ging vergangenen Samstag die Saison zwar nicht ganz zu Ende, aber stand definitiv das letzte Heimspiel der Saison 2018/19 an. Unsere Mannschaft hat zu aller Freude noch einen drauf gesetzt, und gegen den nun leider als Absteiger feststehenden SC Wiedenbrück mit 1:2 verloren. Unmöglich, war es doch bereits das sechste sieglose Spiel in Folge. Aber, wer soll denn aktuell auch innerhalb der Mannschaft inklusive sportlicher Leitung überhaupt die Möglichkeiten schaffen, ein Spiel mal wieder schön und erfolgreich zu gestalten?

Spieler wechselten schneller als die Spritpreise

So viele Abgänge aktuell, da fällt es vielleicht dem einen oder anderen Abgang auch schwer, sich noch für den jetzigen Arbeitgeber zu motivieren, ist man im Kopf schon auf der Suche nach dem nächsten Verein und Arbeitgeber. Was auffällt, schaut man sich auf der Seite „transfermarkt.de“ einmal die Spielerbewegungen der letzten Dekade bei Rot-Weiss Essen an, ist, dass der RWE ein Synonym für „Spielerfluktuation“ geworden ist. Wir haben es seit langer Zeit nicht mehr geschafft, eine Mannschaft zu formen, die sukzessiv verändert, weiter geformt und zu einer Einheit wird. Bei uns wechselten die Spieler schneller als an einer handelsüblichen Tankstelle die Spritpreise.

Nun also der nächste komplette Umbruch, der jedoch noch vor seiner Fertigstellung weniger mit Wohlwollen, denn mit (nicht immer förderlichem) Misstrauen begleitet wird. Das man sich auf den Tribünen niemals einig werden wird, das liegt in der Natur der (Fan-)Sache.

Dass man von dort momentan aber am liebsten alles und alle rauswerfen möchte, schafft schon mal ein Klima, welches irgendwo zwischen Eiseskälte und Sturmflut angesiedelt ist. Dazu noch der Fakt, dass uns ein gewisses Mehr an Geld zuteil wurde, welches der Fan am liebsten direkt in den Aufstieg umgewandelt wissen möchte.

Für Spieler mit Aufstiegsgarantie reicht das Geld nicht

Aber für Spieler der Kategorie „Aufstiegsgarantie“ wird auch das Geld nicht reichen. Ein Aufstieg geht nur über das Gefüge Mannschaft. Über ein Miteinander. Miteinander innerhalb der Mannschaft (sofern wir denn eine zusammenbekommen) und der Fans. Wir haben vergangene Woche genug phantastische Reisen von Mannschaften und ihren Fans an den Empfangsgeräten erleben dürfen. Wilde Aufholjagden, wahnwitzige Spielverläufe und tragische Endergebnisse. Natürlich, einige Etagen höher angesiedelt als unser RWE und unmöglich hochbezahlt. Aber, es ging trotzdem zuallererst über die Leidenschaft und die Liebe zum Spiel. Es ging nur über den Nebenmann auf dem Feld.

Den Einsatz bis zum Schluss. Für den Verein und für das Ziel. Und, um wieder zurück zu Hermann Hesse zu kommen: Vielleicht ist der Aufstieg für unseren geliebten RWE sicher oft möglich gewesen, aber möglicherweise haben wir das Unmögliche doch zu selten gemeinsam versucht, um es zu ermöglichen.

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