Fußball

Rot-Weiss Essen wünscht sich Dominanz und noch mehr Tore

Isaiah Young von Rot-Weiss Essen erzielte in Mönchengladbach seinen ersten Saisontreffer.

Isaiah Young von Rot-Weiss Essen erzielte in Mönchengladbach seinen ersten Saisontreffer.

Foto: Thorsten Tillmann

Essen.  Essener Viertligist konnte zuletzt in Gladbach die Überlegenheit nicht mit klarem Ergebnis krönen. Aber gute Vorbereitung für Spiel in Homberg.

Die Saison in der Regionalliga West mag ja durch die Corona-Pandemie etwas trist und trostlos erscheinen. Die Klubs müssen auf ihren Anhang und damit auch auf viel Geld durch die fehlenden Einnahmen verzichten, den Fans hingegen fehlt schlichtweg das Live-Erlebnis im Stadion , das kein Livestream der Welt ersetzen kann. Gerade aus Sicht von Rot-Weiss Essen ist diese Spielzeit spannend wie selten zuvor, denn sowohl der Spitzenreiter RWE als auch der Tabellenzweite Borussia Dortmund II liefern bis zum heutigen Zeitpunkt eine wirklich ausgezeichnete Saison ab.

Beide Teams sind sie noch ungeschlagen und stricken konsequent an ihrer Erfolgsserie. 13 Spiele haben die Essener absolviert, davon neun gewonnen. Erst elf Partien hat der BVB auf dem Konto , auch er hat neunmal gewonnen und damit einen kleinen Trumpf in der Hinterhand. „Beide Mannschaften treten ziemlich souverän auf“, findet auch RWE-Trainer Christian Neidhart.

Auch die Möglichkeiten für souveräne Erfolge

Natürlich werfen die Rot-Weissen immer auch einen Blick vor allem auf diesen Konkurrenten. Dortmund hat unter der Woche die Aufgabe in Lippstadt (4:0) nach bewährtem Muster erledigt. Ganz früh erzielten die Schwarz-Gelben dort die Führung, legten kurz vor der Halbzeit das 2:0 nach. „Und dann spielen sie es souverän herunter“, lobt Neidhart, der sich das Duell eine Halbzeit lang angeschaut hatte. Und er fügt selbstbewusst hinzu: „Die Möglichkeiten sind auf jeden Fall da, dass wir das auch können.“

Doch so ein richtig entspannter Erfolg mit einem ganz klaren Ergebnis ist seinem Team nicht oft gelungen. Sie dominierten bei der U23 von Borussia Mönchengladbach , sorgten für eine einseitige Partie, doch das 2:0 spiegelt den Grad der Überlegenheit nur unzureichend wider. RWE konnte schlicht und einfach die Chancen nicht konsequent verwerten gegen die überraschend defensiv orientierten Gladbacher.

Gastgeber Homberg nach zwei Dreiern im Aufwind

So gesehen könnte es auch ein gutes Vorbereitungsspiel gewesen sein für die Aufgabe an diesem Samstag beim VfB Homberg (14 Uhr PCC-Stadion, Rheindeichstraße). Die Gastgeber gelten allgemein als Abstiegskandidat, und das waren sie als Neuling in der vergangenen Spielzeit auch schon. Nach zwei Siegen in Folge gegen den 1. FC Köln II (3:1) und in Lotte (2:0) sind die Homberger aber etwas im Aufwind und haben die Abstiegsplätze verlassen.

Gleichwohl werden sie vermutlich den taktischen Schwerpunkt auch eher auf die Defensivarbeit legen, kompakt stehen und die Chance im Umschaltspiel suchen. Das ist zu erwarten, sicher ist es nicht. „Gegen Rot-Weiss Essen spielen sie alle immer etwas anders als gewohnt“, heißt es ja an der Hafenstraße.

Tiefpunkt der vergangene Saison für Rot-Weiss Essen

Aber mit dieser Taktik hatte der VfB Homberg in der vergangenen Saison das Erfolgserlebnis schlechthin. Es war vor knapp einem Jahr Mitte Dezember 2019, als der Aufsteiger aus Duisburg ausgerechnet an der Hafenstraße mit 2:0 triumphierte. Es war die unglaublichste und schmerzhafteste Pleite der vergangenen Spielzeit. Ein bitterer Tiefpunkt.

Wahrscheinlich wissen sie an der Reindeichstraße bis heute nicht, wie sie das damals geschafft haben. Aber Gastgeber RWE war verdammt großzügig, patzte gleich zweimal ganz krass, das reichte. Es gelang dem hohen Favoriten anschließend nicht, die Überlegenheit in Tore umzumünzen. Bei aller Ruhe und Geduld ging damals auch die Zielstrebigkeit flöten. „Wenn alles normal gelaufen wäre, hätten wir keine Chance gehabt“, gab VfB-Trainer Stefan Janßen damals zu. Janßen hörte zu Saisonbeginn freiwillig auf. Sein Nachfolger Sunay Acar musste zudem den Aderlass von 12 Spielern kompensieren.

RWE ist auf defensiv eingestellte Gegner vorbereitet

Christian Neidhart beruhigte nach dem Gladbach-Spiel:. „Wir sind darauf eingestellt, dass viele Gegner gegen uns so defensiv spielen, das trainieren wir auch.“ Und die Essener Defensive ist anders als in der Vorsaison kaum zu knacken und ein Erfolgsgarant. Zwei Gegentore (von insgesamt sechs) in den vergangenen neun Spielen sprechen für sich.

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