Fußball

Rot-Weiss Essen will beim Schlusslicht Negativserie beenden

RWE-Angreifer Oguzhan Kefkir gewinnt der aktuellen Situation sogar noch etwas Positives ab.

RWE-Angreifer Oguzhan Kefkir gewinnt der aktuellen Situation sogar noch etwas Positives ab.

Foto: Thorsten Tillmann

Essen.  Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen ist beim SV Bergisch Gladbach klarer Favorit. Trainer Christian Titz bleibt trotz Misserfolgs gelassen.

Ihre Spielfreude haben die Rot-Weissen nicht verloren. Vor dem Training am Freitag standen sie wieder mal an den zwei Tischtennisplatten, die im Foyer zu den Kabinen stehen, und schmetterten sich die Bälle um die Ohren. Nur so zum Spaß. Natürlich sitzt die Enttäuschung nach drei Niederlagen in Folge tief, aber von gedrückter Stimmung ist nichts zu spüren. Und zu Wochenbeginn konnten die Fußballer dann bei einer Box-Einheit ihren Frust abschütteln. Das 0:1 gegen Fortuna Köln ist abgehakt und weiter geht’s.

Noch ist ja auch nichts Gravierendes passiert. Die Essener haben die beiden Spitzenteams SV Rödinghausen und SC Verl, der bislang erstaunlich konstant seine Ergebnisse eingefahren hat, noch vor Augen. Allerdings ist von hinten die Konkurrenz aufgerückt. Der 1. FC Köln II hat als Tabellensechster auch nur zwei Zähler weniger auf dem Konto als RWE.

Schlusslicht Bergisch Gladbach ist krasser Außenseiter

Also, es wird Zeit, dass Rot-Weiss wieder liefert, um den hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Und man könnte meinen, dass Aufsteiger SV Bergisch Gladbach an diesem Samstag (14 Uhr, Belkaw Arena) genau der richtige Gegner zum richtigen Zeitpunkt ist. Sozusagen ein Aufbaugegner, denn der Gastgeber steht am Tabellenende mit nur sechs Punkten. Sie haben in zwölf Spielen erst sechs Tore erzielt, dafür aber 32 kassiert, das sind die schlechtesten Werte der Liga. Ein Sieg ist für die Essener Pflicht. „Aber der Gegner wird hochmotiviert sein“, weiß Trainer Christian Titz. Für das Schlusslicht ist es das Spiel des Jahres, und zu verlieren hat es als krasser Außenseiter sowieso nichts.

Ein Dreier würde das Umfeld an der Hafenstraße sicherlich wieder etwas beruhigen. Es ist ja nicht so, dass schon lauthals gemeckert wird. Nach dem Spiel gegen Fortuna Köln gab es zwar Pfiffe zur Pause, aber auch aufmunternden Applaus nach Schlusspfiff. Misserfolg provoziert zwangsläufig Kritik oder Zweifel. Wie z. B.: Ist das System mit offensivem Torhüterspiel nicht doch zu riskant? Hat Trainer Christian Titz sein Personal richtig gewählt?

Für Trainer Christian Titz ist die Situation nicht so schwierig

Der Chefcoach bleibt da ganz gelassen. „Die Situation ist für mich nicht so schwierig, wie sie in der öffentlichen Wahrnehmung erscheint.“ Es sei ein normaler Saisonverlauf, kein Grund, etwas zu dramatisieren: „Man konnte ja nicht erwarten, dass wir durch die Saison gehen würden wie ein heißes Messer durch Butter.“ Und Titz hat immer betont, dass es Zeit braucht, ein Team zu formen und zu stabilisieren.

Außerdem habe seine Mannschaft auch gegen Köln eine gewisse Spieldominanz gehabt und insgesamt wenig zugelassen. Den Willen könne man seinen Spielern auch nicht absprechen, sie hätten alles versucht. Und zu guter Letzt: Die Chancen waren ebenfalls da. „Tore können Spiele verändern.“ So wie der Kölner Treffer, der eine gewisse Verunsicherung bei seiner Mannschaft auslöste. „Natürlich sind Niederlagen bitter, aber ich sehe die Situation nicht nur negativ“, findet auch Angreifer Oguzhan Kefkir. „So eine Phase kann der Mannschaft auch helfen, zusammenzuwachsen und Rückschläge besser wegzustecken.“

Entscheidung immer nur nach einem Maßstab

Auch die Frage, ob es Spieler wie Enzo Wirtz, Jonas Erwig-Drüppel oder Marcel Platzek, die es zuletzt noch nicht einmal mehr ins 18-köpfige Aufgebot geschafft hatten, hätten besser machen können, pendelt Titz locker aus. „Wir entscheiden bei allen immer nach einem Maßstab“, betont er. Man beobachte, wie sich der Spieler im Spiel präsentiere, welche Leistung er während der Woche im Training zeige und überlege dann, wer am besten geeignet ist, um die jeweilige Taktik umzusetzen. „Für jeden steht die Tür offen, nur durchgehen müssen die Jungs dann schon selbst.“

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