Fußball

Rot-Weiss Essen übernimmt nach Derbysieg die Tabellenspitze

Zwei ehemalige Oberhausener freuen sich im RWE-Trikot: Torschütze Simon Engelmann und Verteidiger Felix Herzenbruch.

Zwei ehemalige Oberhausener freuen sich im RWE-Trikot: Torschütze Simon Engelmann und Verteidiger Felix Herzenbruch.

Foto: Thorsten Tillmann

Essen.  Essener Regionalligist zeigt beim 3:0 gegen Oberhausen defensiv eine tadellose Leistung. Und für Tore ist der Aufstiegskandidat immer gut.

Auf Derbys sind sie alle ganz besonders heiß, Spieler wie Fans. Und man sagt, dass diese Duelle auch einer besonderen Gesetzmäßigkeit unterliegen, sodass es oft schwer fällt, einen Favoriten herauszufiltern. Der Tabellenstand spiele da keine Rolle, hatte auch Christian Neidhart, Rot-Weiss Essen Cheftrainer, vor dem Duell mit RW Oberhausen betont. Aber es ist und bleibt eine Frage der Ehre. Der Kampf ums Prestige hat schon häufiger ungeahnte Kräfte bei vermeintlichen Außenseitern freigesetzt. Eine Warnung also, die Neidhart vorsichtshalber vorwegschickte.

Derby-Atmosphäre kam keine auf

Aber von Emotionen, von bissigen, heißblütigen Zweikämpfen und hektischen Szenen war in diesem Revierderby kaum etwas zu spüren. Es blieb ein relativ unaufgeregtes Treffen, mit einem überlegenen Sieger. Natürlich mag es an der spärlichen Kulisse gelegen haben, dass sich die Temperatur nicht dem Siedepunkt näherte und sich das Geschehen auf dem Rasen zuweilen lauwarm anfühlte. Aber es lag natürlich auch am Spielverlauf.

Nur 500 Zuschauer durften ins Stadion. Nach der Partie vor einer Woche gegen Preußen Münster ist den Essenern damit coronabedingt ein weiterer Großzahltag durch die Lappen gegangen. Die Punkte aber blieben an der Hafenstraße. Und das völlig zurecht. Und was den Tabellenstand angeht: Das souveräne und verdiente 3:0 (1:0) der Gastgeber spiegelte die Hierarchie in der Fußball-Regionalliga. RWE präsentierte sich als selbstbewusste Spitzenmannschaft, die mit diesem Heimsieg auch die Tabellenspitze erobert hat. RWO wiederum kam als Kellerkind, das nach schwachem Saisonstart langsam wieder ans Licht krabbelt.

Bescheidene Ansprüche der Gäste

Und deshalb waren die Ansprüche der Gäste zunächst bescheiden. „Wir wollten gut stehen und über das Umschaltspiel kommen. Ich denke, dass wir es anfangs auch ordentlich gemacht haben“, sagte Oberhausens Trainer Mike Terranova enttäuscht, aber den Umständen entsprechend (zwei Englische Wochen, Verletzungspech) gar nicht mal unzufrieden. Für einen Coup langte es jedoch nicht. „Da brauchst du auch die Durchschlagskraft im letzten Drittel, die haben wir einfach nicht.“

Natürlich lief es an diesem Tag auch ganz im Sinne der Gastgeber. Erst ein abgefälschtes „Ding“ von Cedric Harenbrock (11.), wobei man nicht weiß, ob der Ball nicht auch so ins Netz geflogen wäre, denn Harenbrock war bestens positioniert. Dann direkt nach der Pause (47.) das 2:0 durch Marco Kehl-Gomez, gerade als sich Oberhausen aufraffen wollte, offensiver zu werden. „Das ist sehr, sehr ärgerlich, Essen war da auch nicht die zwei Tore besser“, fand Terranova.

Essener lassen den Gegner in Hälfte eins ins Spiel kommen

Da hatte der RWO-Coach nicht ganz Unrecht, denn in den letzten zwanzig Minuten der ersten Hälfte hatten die Essener den Fuß vom Gas genommen und ließen die Kleeblätter aufblühen, ohne dass diese sonderlich gefährlich wurden. Christian Neidhart fehlte in dieser Phase die nötige Konsequenz. „Man hat da das Gefühl, sie tun nur das Nötigste, aber das ist ja immer noch gut genug.“ Wohl dem, der das von seiner Mannschaft behaupten kann. Die besseren Chancen hatten über das gesamte Spiel gesehen ganz klar die Rot-Weissen. Vor allem in der Schlussphase, als der Gast sich öffnete und anfällig wurde für Konter.

„Wir haben wieder zu Null gespielt“, stellte Neidhart zufrieden fest, nachdem seine Mannschaft in den zurückliegenden sechs Partien überhaupt nur ein Gegentor hinnehmen musste. „Der Lauf hält an. Wichtig ist, dass du gierig bleibst. Wir denken von Spiel zu Spiel und gucken gar nicht großartig auf die Tabelle. Wir müssen einfach unseren Job vernünftig machen und Gas geben.“ Und das gilt natürlich auch am kommenden Mittwoch (19.30 Uhr), wenn die Roten in der ersten Runde des Niederrheinpokals als Titelverteidiger beim Landesligisten SV Wermelskirchen auflaufen.

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