Rollstuhlbasketball

Rolling Bears glauben noch an den Erstliga-Aufstieg

Die Essener Jens Hillmann und Ilse Arts haben gegen Sven Diedrich das Nachsehen.Foto: Michael Gohl

Die Essener Jens Hillmann und Ilse Arts haben gegen Sven Diedrich das Nachsehen.Foto: Michael Gohl

Essen.   Zweitligist verliert das erste Play-off-Spiel gegen die Lahn-Dill Skywheelers. Schwächephase entscheidet Spiel. Am Wochenende fällt Entscheidung.

Es war ein schmerzhafter Dämpfer, aber so leicht lassen sich die Hot Rolling Bears auch wieder nicht unterkriegen. Die Essener Rollstuhlbasketballer träumen nach wie vor von der 1. Bundesliga, auch wenn sie im Aufstiegskampf gegen die Lahn-Dill Sky­wheelers das erste Play-off-Spiel mit 40:50 (12:12, 7:15, 12:12, 9:11) verloren haben. Am kommenden Samstag (17 Uhr) steigt in Frankfurt die zweite Partie im Modus „Best-of-Three“. Nur wenn die Essener gewinnen, dürfen sie am Sonntag danach an gleicher Stelle zum Entscheidungsspiel antreten (16 Uhr).

Junges Team der Gastgeber hält dem Druck nicht stand

„Es war leider unser schlechtestes Spiel in dieser Saison“, sagt Ronny Berger, der Vorsitzende der Bears. „Unsere junge Mannschaft hat dem Druck nicht standgehalten, war einfach zu nervös.“ Es seien praktisch nur fünf Minuten im zweiten Viertel gewesen, die den Sieg gekostet hätten. Ansonsten war Augenhöhe angesagt. „Ich habe nichts gesehen, was mich erschreckt hätte“, meint Berger.

Die beiden Zweitligisten kannten sich nicht wirklich. Nach einer kurzen Phase des vorsichtigen Abtastens legten die Gastgeber im Gymnasium Nord-Ost los, führten mit 10:6, vergaben danach aber ihre Chancen nach gut herausgespielten Angriffen, so dass die Skywheelers das 12:10 schafften. Bears-Center Walter Vlaanderen traf immerhin von der Freiwurflinie zum 12:12. Erste Pause.

Im zweiten Abschnitt ging das Kooperationsteam aus Wetzlar und Frankfurt in Führung, die Essener konterten und trafen durch Hannfrieder Briel zum 16:14. Dann aber folgte diese eine entscheidende Phase. Die Essener wollten zu schnell zu viel und leisteten sich zahlreiche einfache Fehler, was der Gegner eiskalt ausnutzte. Fünf Minuten lang erzielten die Bears keinen einzigen Korb, 19:27 hieß es zur Halbzeit.

Zu viele einfache Fehler gemacht und Chancen vergeben

Bears-Coach Markus Pungercar stellte sein Team neu ein. Das Gefüge stabilisierte sich wieder, den Rückstand konnten die Bären aber nicht verkürzen, weil sie weiterhin schlechte trafen und Fehler machten. Die routinierten Hessen kamen nicht mehr in Bedrängnis.

„Wir sind schon sehr enttäuscht, dass wir die Leistungen der letzten Wochen heute nicht abrufen konnten“, sagte Trainer Pungercar. „Die Skywheelers haben gezeigt, dass wir uns ein Viertel wie das zweite nicht leisten dürfen, da eine Spitzenmannschaft solche Schwächen sofort bestraft. Wir haben heute ein Spiel verloren, aber wir werden in Frankfurt alles versuchen, um das Ding noch zu drehen.“

„Wenn es nicht klappt, ist das auch nicht schlimm“, hatte der Chef Ronny Berger noch vor dem ersten Play-off-Spiel gesagt. „Ich bin mir sicher, dass wir auch in der nächsten Saison wieder ein schlagkräftiges Zweitligateam zusammengestellt bekommen. Und dann greifen wir eben erneut an.” Hört sich ja alles ziemlich gelassen und entspannt an. Doch 1. Liga, das wäre schon schöner, räumt Berger ein. „Allein, um unseren Sport in dieser Stadt voranzubringen. 1. Bundesliga lässt sich besser verkaufen.“ Sportlich und wirtschaftlich.

Aufstieg könnte viele Dinge sportlich und wirtschaftlich erleichtern

In der 1. Liga wäre es einfacher, ambitionierte Talente nach Essen zu locken, aus der Region, aber auch aus den Niederlanden, wo die Essener gute Kontakte pflegen. Die Rahmenbedingungen für das Abenteuer im Oberhaus haben die Bears jedenfalls geschaffen. „Wir könnten das stemmen“, sagt Berger. „Es wäre jedoch der kleinste Etat von allen Konkurrenten, obwohl wir in der sechstgrößten Stadt Deutschlands zu Hause sind.“ Und zum 20. Geburtstag des Vereins wäre der Aufstieg allemal das passende Geschenk.

Bears-Punkte: Vlaanderen (12), Schaake (10), Briel (10), Arts (4), Biswane (2), Hillmann (2), Rundholz, Kyrylenko.

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