Niederrheinpokal

Nico Lucas bewahrt RWE vor der Pokal-Verlängerung

Die große Jubelgeste verkniff sich Nico Lucas nach dem Siegtreffer, der Vielgescholtene feierte lieber in sich gekehrt.

Die große Jubelgeste verkniff sich Nico Lucas nach dem Siegtreffer, der Vielgescholtene feierte lieber in sich gekehrt.

Foto: STEFAN AREND

Velbert.   Beim 2:1-Sieg bei der SSVg Velbert liefert der Favorit nur in der ersten Halbzeit einen „guten, seriösen“ Auftritt ab. Pröger mit Kracher-Tor.

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SSVg Velbert -
Rot-Weiss Essen 1:2 (0:1)

RWE: Heller, Grund, Zeiger, Tomiak, Heber, Brauer, Baier, Lucas (74. Wirtz), Scepanik, Bichler (82. Becker), Pröger (90. Urban).
Tore: 0:1 Pröger (29.), 1:1 Smykacz (56.), 1:2 Lucas (72.).
Zuschauer: 1165

Rot-Weiss Essen hat das Siegen doch noch nicht verlernt. Nach einer längeren Durststrecke siegte der Regionalligist bei der tapfer sich wehrenden SSVg Velbert mit 2:1 und zog als erste Mannschaft ins Viertelfinale des Niederrheinpokals ein, nach einem „guten seriösen Auftritt“, so RWE-Coach Karsten Neitzel hinterher, meinte dabei aber in erster Linie die erste Halbzeit.

In die der Favorit mit einigen Änderungen startete: Im Tor durfte Robin Heller für Stammkeeper Lukas Raeder ran, Boris Tomiak, der seine Sache ruhig und abgeklärt mache, ersetzte Timo Becker in der Innenverteidigung. Und vorne gab es die lang ersehnte Rückkehr von Kai Pröger – und es war im Angriff so, als hätte jemand das Fenster aufgerissen und frischen Wind herein gelassen. Der zuletzt Rotgesperrte sprühte vor Einsatz und Spiellust.

Leroy Mickels von der RWE-Abwehr nicht zu stoppen

Doch die Velberter standen keinesfalls Spalier. Vor allem der ebenfalls nach Rotsperre zurückgekehrte Leroy Mickels – vor der Saison auch an der Hafenstraße im Probetraining – spielte die RWE-Abwehr ordentlich wuschig und glänzte auch aus der zweiten Reihe. Bei seinem 25-Meter-Schuss (13.) musste Heller mächtig zupacken und nach einem Abspielfehler Benjamin Baiers im Mittelfeld zwang der SSVg-Stürmer den RWE-Keeper (15.) erneut zu einer Glanzparade.

Danach gestaltete der Favorit die Partie tatsächlich seriöser und profitierte nach 29 Minuten von einer Einzelleistung: Kai Pröger drehte sich um die eigene Achse und nagelte die Kugel aus 25 Metern unter die Latte, wobei Torhüter Philipp Sprenger noch in die tief stehende Sonne schaute. Welch ein Hammer! „Ich hab keinen freien Spieler gesehen und hab einfach mal aufs Tor gefackelt. Dass er dann so schön einschlägt, ist natürlich super“, bekannte der Schütze.

Unverständlich aus Sicht der RWE-Fans war dann die Schwächephase nach der Pause, in der die Velberter von Minute zu Minute mehr aufgebaut wurden. „Da haben wir uns zu schnell den Schneid abkaufen lassen, zum Glück machen die in der Phase nur ein Tor“, bekannte der Führungsschütze.

Es war die Phase, in der auch Trainer Karsten Neitzel draußen wieder der Kamm schwoll: „Trotz der Ergebnisse der letzten Wochen will die Mannschaft immer wieder voll angreifen und mit zu vielen Mann nachrücken.“ Die Quittung war der Ausgleich: Mickels trieb den Ball schnell durchs Mittelfeld, der Vogelheimer Robert Nnaji flankte von links, und Michael Smykacz traf genau unter Heller hindurch zum 1:1 (56.). Als zwei Minuten später Kapitän Baier einen seiner gefürchteten „Herzkasper“-Rückpässe auf Heller spielte, spritzte ein Velberter in die Rückgabe, doch Sahin scheiterte mit seinem Schuss am Keeper.

Siegtorschütze Nico Lucas genoss still

Für die Entscheidung und die Verhinderung einer möglichen Verlängerung sorgte ausgerechnet der zuletzt von den eigenen Anhängern wieder heftig kritisierte Nico Lucas. Auf links setzte er sich im Strafraum ab und traf beherzt ins lange Eck. Der anschließende Torjubel war auch besonders: Es gab keinen – so, als habe Lucas zehn Jahre lang auf der anderen Seite gespielt. „Ich glaube, der ist ihm abgerutscht“, flachste hinterher Pröger.

Und Trainer Neitzel, wesentlich ernster: „Nico spielt beim eigenen Aufbau einen ganz wichtigen Part, er geht mit seinem Tempo immer wieder in die Tiefe. Dass er sich am Ende belohnt hat, freut mich auch für die Mannschaft.“

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