Skaterhockey

Nachspiel für Niklas Pietsch und Danny Albrecht

Jan Niklas Pietsch - mit den Rockets Deutscher Meister, vom Eishockey-Oberligisten Füchse Duisburg gefeuert

Jan Niklas Pietsch - mit den Rockets Deutscher Meister, vom Eishockey-Oberligisten Füchse Duisburg gefeuert

Foto: WAZ FotoPool

Essen.  Nach dem Playoff-Finale der Wohnbau Rockets gegen den HC Köln-West hat es für zwei Spieler des Skaterhockey-Bundesligisten ein unschönes Nachspiel gegeben.

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Die Wohnbau Rockets sind Deutscher Meister und können nun ihren Erfolg erst einmal in Ruhe genießen. Doch nach dem grandiosen Playoff-Finale gegen den HC Köln-West am Samstag (11:1) hat es für zwei Spieler des Skaterhockey-Bundesligisten ein unschönes Nachspiel gegeben. Danny Albrecht und Niklas Pietsch gehen in ihrer Freizeit in Essen auf die Rolle, aber beruflich stehen sie beim Eishockey-Oberligisten Füchse Duisburg unter Vertrag. Die haben den beiden nun fristlos gekündigt. Eben weil sie für die Rockets aufgelaufen waren.

Zufällig in der Zeitung gelesen

Das tun sie allerdings nicht erst seit Sonntag. Stürmer Albrecht gehört schon seit Jahren zum Aufgebot der Essener Hockeyskater, der junge Verteidiger Pietsch ist zwar noch nicht so lange dabei, griff aber zuvor schon für andere Skater-Klubs zum Schläger. Und natürlich halfen sie am Samstag im entscheidenden Finale den Rockets. Von alledem will der EV Duisburg allerdings nichts gewusst haben. Man habe von dem Einsatz am Montag in der Zeitung gelesen, heißt es. Ausgerechnet jetzt interessierten sich die Füchse zufällig für Skaterhockey in der Nachbarschaft.

Füchse-Chef Sebastian Uckermann reagierte not amused: „Das ist ein absolutes No Go. Beide sind Angestellte der Füchse. Das ist ein Loyalitätsbruch gegenüber der Mannschaft. Erst recht in der jetzigen Situation.“ Und weiter: „Es geht einfach nicht, zwischen zwei Eishockey-Spielen auch noch beim Skaterhockey aufzulaufen und dann noch nicht einmal mit uns darüber zu sprechen. Und dann kommt auch noch die Leistung dazu.“ Man muss wissen, dass es beim Spitzenreiter Duisburg zuletzt sportlich holperte. Am vergangenen Sonntag unterlag der Liga-Favorit in Hannover mit 0:3.

Großartig Zeit, die Dinge zu regeln, ließ man den Geschassten nicht. Direkt nach der Kündigung mussten Pietsch und Albrecht die bereitgestellte Wohnung räumen und das Auto abliefern.

Albrecht und Pietsch fühlen sich eher als Bauernopfer. Niklas Pietsch behauptet jedenfalls, dass sein Duisburger Trainer sehr wohl Bescheid wusste über den Einsatz in Essen. Auf dem Kündigungsschreiben, so sagt er gegenüber dieser Zeitung, stünde nicht einmal der Grund für die Entlassung. Das riecht schwer nach Rechtsstreit. Allerdings verspürt Niklas Pietsch keine Lust mehr, für die Füchse aufzulaufen. Während Albrecht vermutlich seinen Anwalt einschalten wird, dürfte es den jungen Pietsch zum Eishockey-Oberligisten nach Herne ziehen, wo Rockets-Trainer Frank Petrozza an der Bande das Sagen hat. Und dort dürfte er natürlich auch in der kommenden Saison für die Rockets auflaufen.

Das ist und wird für ihn ein Hobby bleiben. Rockets-Chef Thomas Böttcher betont ja stets: „Bei uns bekommen die Jungs keinen Cent.“ Und das wird sich auch mit dem nationalen Meistertitel im Briefkopf nicht ändern.

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