Eishockey

Moskitos müssen vor allem in der Defensive besser stehen

Torwart Kevin Beech schaut dem Puck hinterher. Die Moskitos haben in der Liga die meisten Gegentore kassiert.

Torwart Kevin Beech schaut dem Puck hinterher. Die Moskitos haben in der Liga die meisten Gegentore kassiert.

Foto: Michael Gohl

Essen.  Eishockey-Oberligist ESC Moskitos Essen hat die meisten Gegentore in der Liga kassiert. Trainer fordert Freitag gegen Rostock mehr Aggressivität.

Vor einer Woche kam Larry Suarez nach Essen, um die Moskitos nach der Verletzung von Cheftrainer Frank Gentges interimsweise zu coachen. Schon jetzt zeigt sich, dass der US-Amerikaner die Region aus früheren Zeiten kennt - und vor allem die Ruhrgebietsmentalität verinnerlicht hat. Er spricht von „ackern“ und „malochen“. Tugenden, die der Eishockey-Oberligist unter seiner Führung noch stärker verkörpern soll.

„Wir müssen verstehen, dass wir nichts geschenkt bekommen. Um erfolgreich zu sein, müssen wir Tag für Tag hart arbeiten. Wir können uns ein Beispiel an unseren Fans nehmen“, betont der 55-Jährige vor dem anstehenden Doppel-Spieltag. An diesem Freitagabend sind die Rostock Piranhas am Westbahnhof zu Gast (20 Uhr). Sonntag tritt der ESC bei den Black Dragons in Erfurt an (16 Uhr).

ESC braucht mehr Zug zum Tor und bessere Rückwärtsbewegung

Damit es mit dem ersten Sechs-Punkte-Wochenende in der noch jungen Saison klappt, fordert der Coach nicht nur Einsatzbereitschaft, sondern auch eine spielerische Steigerung. „Läuferisch sind wir eine sehr gute Mannschaft“, sagt er. Was nun hinzukommen muss: „Wir brauchen mehr Zug zum Tor, außerdem müssen wir aggressiver werden, vor allem in der Rückwärtsbewegung.“

Bislang macht die Essener Abwehr keinen sattelfesten Eindruck. Bereits 30 Mal musste Goalie Kevin Beech hinter sich greifen. Damit hält der ESC den unrühmlichen Liga-Bestwert in Sachen Gegentore. Das läge allerdings nicht an einzelnen Spielern oder mangelnder Qualität, betont Suarez. Er nimmt das gesamte Team in die Pflicht: „Die Abstände zwischen Abwehr und Angriff waren zu groß, wir müssen als Kollektiv besser verteidigen.“

Trainer Suarez bleibt kaum Zeit, Baustellen zu beheben

Viel Zeit, um an der Defensiv-Baustelle zu arbeiten, bot sich bislang nicht. Am Dienstag vor einer Woche flatterte ihm die Anfrage der Moskitos ins Haus, bereits drei Tage später feierte Suarez seinen Pflichtspiel-Einstand. Der fiel gemischt aus: Erst der 6:2-Derbysieg in Duisburg, dann 1:4-Heimpleite gegen Halle. In dieser Woche hatte er wieder nur zwei Einheiten auf dem Eis, um der Mannschaft sein Konzept näher zu bringen. Geregelte Abläufe im Trainingsbetrieb gibt es erst wieder in der kommenden Woche.

Im ersten Freitags-Heimspiel der Saison wartet ein unangenehmer Gegner auf die Moskitos. Rostock, derzeit einen Platz und drei Punkte über dem ESC, spielt stark in Unterzahl und ist laut Zeitstrafen das zweitunfairste Team der Liga. Sonniger scheinen die Aussichten auf Punkte, wenn die Mücken zwei Tage darauf zum Tabellenschlusslicht Erfurt fahren. Oder? „Wenn wir auch nur ein Prozent nachlassen, haben wir keine Chance. Egal gegen welchen Gegner“, warnt Suarez.

Selbst innerhalb des Spiel schwankt Leistungsniveau

Bisher erinnern die Auftritte der Moskitos an eine Wundertüte, es fehlt Konstanz. Selbst die Leistungen innerhalb eines Spiels schwankten oft. Wie zuletzt gegen Halle. „Wir müssen es hinbekommen, über 60 Minuten Vollgas zu geben“, fordert der Coach. Harte Maloche also.

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