Leichtathletik-DM

Langstrecken-Elite kämpft in Essen um WM-Norm

Alina Reh war schon 2017 bei den Weltmeisterschaften in London am Start.

Alina Reh war schon 2017 bei den Weltmeisterschaften in London am Start.

Foto: Imago

Essen.   In Essen finden am Samstag die Deutschen Meisterschaften über 5000 und 10.000 Meter statt. Auch vier Lokalmatadore werden am Start sein.

Doch, es gibt sie noch, die Leichtathleten in Essen. Aber sie führen halt ein relativ bescheidenes Dasein. Ausnahmen gibt‘s natürlich immer wieder. Amelie Dierke, die Powerfrau aus Werden, gewann im Vorjahr den DM-Titel bei der U20 über 200 Meter, und Till Grommisch vom TLV Germania Überruhr hält sich über 3000 Meter in der nationalen Bestenliste der U20 in der Spitzengruppe auf. Der junge Mann aus Überruhr wird am Samstag in Essen-Stoppenberg laufen. Denn dort im Stadion Am Hallo ist ausnahmsweise mal ganz großes Kino angesagt: Dort finden die Deutschen Meisterschaften über 5000 Meter (weibliche U20) und 10.000 Meter (Frauen und Männer) statt.

Richard Ringer und Alina Reh sind die Favoriten

Die Besten der Besten kommen nach Essen. Richard Ringer vom Bodensee war 2016 EM-Dritter in London und ist in der ewigen deutschen Bestenliste auf Position vier geführt. Alina Reh aus Ulm zählt bei den Frauen ebenfalls zu den Cracks in diesem Land. Da wird es flotte Runden geben. Zumal die Elite an diesem Tag die WM-Norm angreifen oder sich für den Europacup in London qualifizieren will.

Eine Menge Arbeit, aber auch eine Ehre

Für die Essener Gastgeber ist es eine Menge Arbeit, aber es ist ihnen eine Ehre, ein so hochkarätiges Meeting auszurichten. Vor zwei Jahren, als es vor der Umstrukturierung noch einen Leichtathletik-Kreis gab, haben sie sich um diesen Job beworben. Damals war Knut Jendruck noch Kreisvorsitzender. Doch dieses Amt gibt es nicht mehr. Heute ist Jendruck Spartenleiter im Espo und als ehemals aktiver und nach wie vor leidenschaftlicher Leichtathlet hat er zudem in Essen einen Förderverein gegründet, der sich um die hiesigen Spitzentalente kümmert.

Essener Förderverein kümmert sich um Spitzentalente

Jendruck steht diesem Verein vor und sein Stellvertreter ist Reinhard Lehmann, Chef der Leichtathletik-Abteilung im Werdener TB. Und weil es einen Verein als Ausrichter dieser nationalen Titelkämpfe braucht, ist es nur logisch, dass die beiden für das Event am Samstag verantwortlich zeichnen. „Wir werden alles dafür tun, dass wird die Stadt Essen gut repräsentieren“, verspricht Jendruck.

Bereits im März war die Planung in die entscheidende Phase gestartet. Es fand eine erste Besprechung mit dem Deutschen Leichtathletikverband (DLV) statt. Der Ablauf wurde noch einmal gemeinsam durchgesprochen, das Catering arrangiert, mit dem man zumindest ein kleines Taschengeld verdienen möchte.

Einen zuverlässigen Helferstab an der Seite

Jendruck weiß einen zuverlässigen Helferstab an seiner Seite, eine erfahrene Crew, die schon 2011 bewiesen hat, dass sie solche Sportfeste organisieren kann. Damals fand die DM über die 10.000 Meter allerdings auf der Bezirkssportanlage in Überruhr statt. Lampenfieber kennt der Spartenleiter nicht. „Ach“, sagt er gelassen, „wir haben das ja schon schon ein paar Mal gemacht.“

Die Gäste sollen sich aber immer wieder wohlfühlen. „Und sie werden auch sehen, was für ein tolles Leichtathletik-Stadion wir dort am Hallo haben. Das gibt es so auch nicht mehr oft in Deutschland.“

Meldezahlen um 40 Prozent höher als in den Vorjahren

Vielleicht hat es sich das ja schon in der Szene herumgesprochen. Aus rund 150 Vereinen haben sich gut 200 Teilnehmer zu diesen Titelkämpfen angemeldet, zirka 40 Prozent mehr als in den Jahren zuvor.

Frauen-Konkurrenz ist das letzte Rennen des Tages

Im letzten Rennen des Tages (21 Uhr) geht Alina Reh als leichte Favoritin an den Start. In der letzten Woche konnte sie in Stockholm ihre Bestzeit über 5000 Meter um sechs Sekunden auf 15:04 Minuten drücken. Mit einer Zeit von 32:17 Minuten über die 10.000 Meter liegt sie knapp vor Anna Gehring aus Köln (32:20). Die EM-Vierte ist bereits zweimal in der noch jungen Saison über 5000 Meter unter der WM-Norm geblieben. „Es ist erst mein drittes 10.000-Meter-Rennen auf der Bahn. Darum gehe ich mit Respekt an die 25 Runden und bin auch etwas nervös. Aber natürlich würde ich gern meinen ersten DM-Titel über die Strecke gewinnen.“

Ringer hat bereits die WM-Norm im Vorjahr erfüllt

Zuvor für 20.15 Uhr ist der Start der Männer vorgesehen. Richard Ringer geht mit einer Bestzeit von 27:36 Minuten ins Rennen. Direkt aus der Höhe von Sankt Moritz (Schweiz) reist er nach Stoppenberg. Ringer war bereits 2014 Deutscher Meister über die 10.000 Meter, die WM-Norm hat er bereits im Vorjahr erfüllt.

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