Kanu

KGE-Trio bei European Games in Minsk dabei

Letzte Trainingseinheit in Duisburg für Max Hoff und Jacob Schopf vor der Abreise zu den European Games nach Minsk.

Letzte Trainingseinheit in Duisburg für Max Hoff und Jacob Schopf vor der Abreise zu den European Games nach Minsk.

Foto: Ute Freise/FFS

Essen.  Als Zwischenstation auf dem Weg zur WM Ende August in Ungarn steht nun dieser Wettbewerb auf dem Programm. Arft, Rendschmidt und Hoff am Start.

Aktuell richtet sich das Hauptaugenmerk in insgesamt 15 Sportarten auf die weißrussische Hauptstadt Minsk. Dort wurden bereits am Freitag die „European Games“ eröffnet. Nach Baku in Aserbaidschan 2015 gehen bei dieser zweiten Auflage der Europaspiele insgesamt rund 150 Athleten im Team Deutschland an den Start. Mit dabei sind wie vor vier Jahren erneut auch die deutschen Rennkanuten, in ihren Reihen das Essener Trio Caroline Arft, Max Rendschmidt und Max Hoff. Für die Kanuten ist diese Veranstaltung des Europäischen Olympischen Komitees zugleich die diesjährige Europameisterschaft, allerdings reduziert auf die olympischen Disziplinen.

Im deutschen Team zählt dabei neben Tischtennisspieler Dimitrij Ovtcharov und Verbandspartner Sebastian Brendel speziell Max Hoff zu den prominentesten Teilnehmern, standen sie 2015 in Baku ganz oben auf dem Treppchen. Dabei war es Max Hoff, der sogar Geschichte schrieb: mit seinem Sieg im 1.000 m-Einer gewann er das erste Gold für Deutschland bei dieser Premieren-Veranstaltung. Und er war es auch, der mit seinem Sieg im 5.000 m-Einer für den goldenen Abschluss sorgte.

Max Hoff mit neuem Verbandspartner Jacob Schopf im Zweier

Jetzt, vier Jahre später, geht Max Hoff mit seinem neuen Verbandspartner, dem erst 19-jährigen Berliner Jacob Schopf, im 1.000m-Zweier an den Start. Ein Boot, das erst vor kurzem zusammengesetzt wurde, nachdem sein Zweierpartner der Vorjahre, Marcus Groß aus Berlin, ausgefallen war. Und ein Boot, das sich auf den beiden bisherigen Weltcups mit einem Sieg in Posen/Polen und zweiten Platz in Duisburg direkt vorne in der Weltspitze etablierte. Was einmal mehr die Stärke von Max Hoff unterstreicht. Über viele Jahre hat er die Szene im 1.000 m-Einerkajak als mehrfacher Welt- und Europameister sowie Olympia-Bronzemedaillengewinner von London 2012 geprägt wie kaum ein anderer, dann wurde er mit dem 1.000m-Viererkajak Olympiasieger in Rio 2016 und anschließend führte er in den letzten Jahren den 1.000 m-Zweier mit Marcus Groß zu EM-und WM-Titeln.

Hoff ist in der Form seines Lebens

Bei der diesjährigen ersten nationalen Sichtung hieß der Sieger über 1.000 m einmal mehr Max Hoff, der nach dem Ausfall von Marcus Groß mit Jacob Schopf schnell einen neuen starken Zweier bildete. „Max Hoff scheint in der Form seines Lebens zu sein“, hatte KGE-Herren-Trainer Robert Berger erst vor kurzem betont. Gelegenheit, sich erneut unter Beweis zu stellen, haben Hoff-Schopf nun ab Dienstag, wenn in Minsk die Vorläufe im 1.000 m-Zweier anstehen. Kurz vor der Abreise nach Weißrussland waren die beiden wie das gesamte Team noch reichlich geschafft vom Trainingslager. „Das ist schon okay so. Für uns stehen ganz klar die Weltmeisterschaften im August im Vordergrund, wenn es um die Quotenplätze für die Olympischen Spiele geht. Die Europaspiele gehen wir nahezu aus dem Training an. Unser Ziel ist es, dort erst einmal vernünftig zu fahren, uns im Zweier noch mehr zu finden und einen Schritt weiter zu kommen. Dabei peilen wir nach den Weltcups natürlich auch eine Medaille an, zu gewinnen wäre richtig cool. Auf jeden Fall freue ich mich auf Minsk“, blickte Max Hoff gespannt auf seinen ersten Wettkampf in Weißrussland.

Zu einem persönlichen weiteren Highlight wird es für ihn dann noch bei den abschließenden Langstreckenrennen kommen, wenn er im Einer über 5.000 m antritt. „Bei der Langstrecke kann man gar nichts planen, da werden die Karten bei jedem Rennen neu gemischt“, so Hoff. Aber wer den Langstreckenexperten kennt, weiß, eine Medaille ist auch hier für ihn drin.

Max Rendschmidt als Schlagmann im Vierer

An den Start gehen wird dann auch Max Rendschmidt. Vor vier Jahren im 1.000 m-Zweier (mit Marcus Groß) mit einer Silbermedaille erfolgreich dabei, führt er nun als Schlagmann den 500 m-Vierer mit Ronald Rauhe (Potsdam), Tom Liebscher (Dresden) und Max Lemke (Mannheim) an. Und nachdem dieses Flaggschiff seit zwei Jahren in dieser neuen olympischen Disziplin dominierte, wird auch in Minsk eine Medaille angepeilt.

Caroline Arft ist neu im Damen-Vierer

Neu im Damenteam ist in diesem Jahr Caroline Arft, die im 500m-Vierer mit Sabrina Hering-Pardler (Hannover), Franziska John (Potsdam) und Tina Dietze (Leipzig) ins Rennen geht. Nach Platz vier in Posen und einem starken Sieg beim Weltcup in Duisburg möchte das Quartett weiter an seiner Renneinteilung feilen – auch im Hinblick auf den Saisonhöhepunkt mit der WM in Szeged. Da käme eine EM-Medaille gerade recht.

Nicht dabei ist bei den Europaspielen aber leider Tobias-Pascal Schultz. Er hatte ja mit seinem Zweierpartner Felix Frank (Potsdam) bei den Weltcups hinter Hoff-Schopf gelegen und damit die Qualifikation für diese olympische Disziplin knapp verpasst. Bei der WM mit einem umfangreicheren Programm wird dann auch er an den Start gehen.

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