Handball

In der ersten Halbzeit sah es ganz übel aus für Tusem Essen

Carsten Ridder (Tusem) konnte mit seinen Toren das Ergebnis noch etwas erträglicher gestalten.Foto: Michael Gohl

Carsten Ridder (Tusem) konnte mit seinen Toren das Ergebnis noch etwas erträglicher gestalten.Foto: Michael Gohl

Balingen.   Essener Handball-Zweitligist unterliegt Spitzenreiter HBW Balingen-Weilstetten mit 25:32. Unterirdische Leistung im ersten Durchgang.

Wenn du mit Wucht vor eine Wand läufst, dann wird schmerzhaft. So in etwa muss es sich für die Handballer des Tusem Essen angefühlt haben, als sie nach der ersten Halbzeit im Spiel gegen den Tabellenführer HBW Balingen-Weilstetten in Richtung Kabine schlichen. Denn in diesem Auswärtsspiel der 2. Handball-Bundesliga wurde die Mannschaft von der Margarethenhöhe vom Favoriten mit 25:32 deklassiert. Die Pleite stand praktisch schon zur Pause beim Stand von 8:20 fest.

Aufstiegskandidat erteilt Gäste eine derbe Abfuhr

„Gefühlt saß die Mannschaft in der ersten Halbzeit noch im Bus“, ärgerte sich Tusem-Trainer Jaron Siewert nach der Abfuhr beim Aufstiegskandidaten. Auch wenn seine Jungs vor einer Mammutaufgabe standen, hätte sich der 25-jährige Trainer doch mehr Gegenwehr gewünscht, vor allem in Halbzeit eins. Allerdings prallten die Gäste gegen diese besagte Wand, denn der HBW Balingen-Weilstetten marschiert mit voller Kraft voraus in Richtung Handball-Oberhaus und hatte dabei über 2000 Fans im Rücken. Das trieb an und die Hausherren spielten ihre Torgefährlichkeit stark aus.

„Balingen hat uns in der ersten Halbzeit über das Knie gehauen“, musste Siewert feststellen, „da waren wir zu keiner Phase mit dem Kopf und körperlich auf dem Spielfeld.“

In der Abwehr der Essener klafften große Lücken, die Gastgeber trafen derweil aus allen Lagen. Im Angriff ging für den Tusem auch nicht viel. Reichlich Fehler im Offensivspiel und ein starker HBW-Torwart Tomas Mrkva verhinderten, dass die Gäste im ersten Durchgang über die 10-Tore-Marke kamen, weshalb der Pausenstand von 8:20 mehr als deutlich ausfiel. Die Entscheidung war zu diesem Zeitpunkt bereits gefallen, nun ging es für den Tusem nur noch darum, ein Desaster zu vermeiden.

Essener raffen sich zur zweiten Hälfte noch einmal auf

„In der Halbzeit konnten wir ja schlecht sagen, dass wir jetzt ganz aufhören zu spielen“, sagte Jaron Siewert, „die Jungs haben in der Kabine selbst gesagt, dass sie jetzt Charakter zeigen wollen.“ Und das taten sie. Die zweite Spielhälfte ging immerhin mit 17:12 an den Tusem, auch wenn ein solches Ergebnis wertlos ist.

„Unsere Abwehr war engagierter und beherzter“, fand Trainer Siewert doch noch etwas Positives. „Man muss sich bei so einem Halbzeitstand erst einmal aufraffen, das ist nicht selbstverständlich. Die Jungs haben gekämpft, auch wenn es am Ende nicht zu mehr als Ergebniskosmetik gereicht hat.“

Etwas mehr Mut gezeigt nach deutlichem Rückstand

Immerhin zeigte der Tusem sein anderes Gesicht und verhinderte das Schlimmste. Auch dank des Mutes von Carsten Ridder und Noah Beyer, die in der zweiten Halbzeit mit ihren Treffern den Rückstand aufs Erträgliche verkürzten. Aber wohl auch nur, weil die Gastgeber nicht mehr machten, als sie mussten.

Während der HBW Balingen-Weilstetten weiter auf Kurs 1. Bundesliga ist, wird sich der Tusem mit Platz sieben anfreunden müssen, maximal Rang sechs ist noch drin. Dafür braucht es aber am kommenden Freitag im Heimspiel gegen den Tabellennachbarn TuS Ferndorf (19.30 Uhr, „Am Hallo“) eine Leistungssteigerung.

HBW Balingen-W. -
Tusem Essen 32:25 (20:8)

HBW: Baumeister, Mrkva (1); Zobel (7), Niemeyer (3), Kirveliavicius (1), Flohr (1), Hausmann (2), Thomann (3), Friedrich (2), Nothdurft (2), Meschke (1), Gretarsson (3/2), Morales (2), Schoch, Oliveira, Saueressig (4).
Tusem: Bliß, Borchert (1); Beyer (5/3), J.Ellwanger (2), Akakpo, Szczesny (1), Ridder (5), Müller (3), Firnhaber (1), Seidel, Klingler, Skroblien (4), Ingenpaß, Zechel (3).
Siebenmeter: 2/4 – 3/4.
Strafminuten: 10 – 14.
Schiedsrichter: Hörath (Zirndorf)/Hofmann (Bamberg).
Zuschauer: 2300.
„Spielfilm“: 2:2 (5.), 6:4 (10.), 11:6 (15.), 12:7 (20.), 16:7 (25.), 20:8 (30.) – 21:12 (35.), 24:13 (40.), 26:17 (46.), 29:19 (50.), 30:22 (56.), 32:25 (60.).

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