Hallenfussball-Titelkampf

Essener FC, NK Croatia und GTSV überraschen

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Özgür Akcapinar (vom VfB Frohnhausen gegen Thorben Kirschstein und Arkadiusz Brenk  von TuS West 81. Michael Gohl / FUNKE Foto Services

Özgür Akcapinar (vom VfB Frohnhausen gegen Thorben Kirschstein und Arkadiusz Brenk von TuS West 81. Michael Gohl / FUNKE Foto Services

Bei den Stadtmeisterschaften im Hallenfußball ist das Favoritensterben bislang ausgeblieben. Ein paar Überraschungen gibt es aber doch.

Es gab durchaus ein paar Überraschungen in der Vorrunde der 23. Hallenfußball-Stadtmeisterschaften, aber ein große Favoritensterben blieb sowohl im Löwental als auch in Bergeborbeck aus.

In der Gruppe sieben in Bergeborbeck setzten sich erwartungsgemäß Bezirksliga-Spitzenreiter Burgaltendorf zusammen mit dem A-Ligisten Al-ARZ Libanon durch. Bei Libanon verletzte sich Zakaria Elouriachi schwer und musste mit dem Krankenwagen abtransportiert werden.

Die Gruppe acht bot Spannung und Dramatik bis zum Schluss. Landesligist TuS West 81 wurde mit sieben Punkten Gruppensieger gefolgt vom starken A-Ligisten SC Türkiyemspor, wo Marc Hammermeister mit seiner überragenden Technik für Furore sorgte. Er ließ reihenweise auch Spieler aus der Landes- und Bezirksliga alt aussehen. Der ambitionierte Bezirksligist VfB Frohnhausen erreichte in dieser Gruppe nur Platz drei und musste bis zum Sonntag um das Weiterkommen zittern. Trainer Issam Said war maßlos enttäuscht von der Leistung seines Teams: „Das war eine Katastrophe. Zu der Einstellung meiner Spieler fällt mir nichts mehr ein.“

In Gruppe neun setzen sich wie erwartet die beiden Oberligisten FC Kray und ETB durch. Da die Gruppe aus fünf Mannschaften bestand, war auch der Tabellendritte sicher weiter. Am Ende erreichte RuWa Dellwig mit drei Punkten aufgrund des besseren Torverhältnisses die Zwischenrunde.

In der Gruppe elf setzte Titelverteidiger TuS 84/10 ein Ausrufezeichen und konnte alle vier Spiele gewinnen und dabei unter anderem SC Frintrop und Schonnebeck besiegen. Bezirksligist SC Frintrop verlor Torjäger Markus Lihs durch eine Rote Karte. TuS Holsterhausen und SG Altenessen mussten die Segel streichen.

Der wohl größte Coup: In Gruppe 12 setzte sich der Gehörlosen TSV vor zwei A-Ligisten sowie Bezirksligist SuS Haarzopf durch, der als Gruppenletzter enttäuschte.

Croatia nimmt Hürde im Löwental

In Werden schieden zwar ein paar A-Ligisten aus, aber die Bezirksligisten und Landesligist ESC Rellinghausen sind mehr oder weniger ohne große Probleme in die nächste Runde eingezogen. „Die Unterschiede in der Halle zu einem Kreisligisten sind nicht so groß“, versuchte Predrag Crnogaj, Trainer von Katernberg 19, zu erklären. „Hier wird Mann gegen Mann gespielt, das können auch die Mannschaften, die eine Liga unter uns spielen, sehr gut.“ Dennoch: Mit zwei Siegen und einem Unentschieden (Gruppe 6) ist Katernberg am nächsten Wochenende am Hallo aber dabei. Genau wie Adler Union Frintrop, der Vogelheimer SV und der ESC Rellinghausen, die ebenfalls ihre Gruppen gewannen.

Eher unerwartet kam B-Kreisligist NK Croatia als Zweiter der Gruppe 3 weiter, Kreisliga-A-Spitzenreiter Tusem ist dagegen raus. Noch größer war aber die Überraschung für den Essener FC. Der Freizeitliga-Klub wurde mit zwei Siegen Gruppenzweiter und steht in der Zwischenrunde. „Als Underdog hatten wir doch nichts zu verlieren“, meinte Trainer Marco Heckhoff. Er hatte mir seinem Team unter der Woche extra mehrmals unterm Dach trainiert.

Notizen vom Rande der Bande

Eines der spannendsten Spiele im Löwental war das zwischen Teutonia Überruhr und VfL Kupferdreh. Überruhr musste mit vier Toren Unterschied gewinnen, um als bester Dritter in die Zwischenrunde zu kommen. Das haben sie dann auch in einem durchaus umkämpften Spiel mit 7:3 geschafft.
Unschön war die Reaktion der Karnaper Fans, die sich von der Anfeuerung der Teutonia-Fans provoziert gefühlt hatten. Es kam zu einem kleinen Gerangel auf der Tribüne, die Ordner hatte die Situation aber schnell unter Kontrolle.
Rote Karte: Karnap hatte zuvor bereits für Aufsehen gesorgt: Mit der Schlusssirene setze Mohammed Hassan gegen Altenessen 18 zum Fallrückzieher an, traf den Ball aber nicht, sondern das Gesicht seines Gegenspielers. Der Unparteiische zögerte keine Sekunde und zückte Rot. Darüber hinaus gab es reichlich Gelb vor allem für Wechselfehler. Alles in allem war es aber ein sehr ruhiger und fairer Turniertag im Löwental, wo allerdings die Zuschauerresonanz am Samstag doch sehr zu wünschen übrig ließ.
Ausgerechnet im letzten Gruppenspiel gegen den Landesligisten aus Rellinghausen hatte sich der Yurdumspor-Torhüter so schwer verletzt, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste. Ohne gegnerische Einwirkung knickte er um und musste vom Feld gebracht und von Rettungssanitätern versorgt werden. „Der Knöchel ist ganz angeschwollen. Ich vermute, es ist ein Bänderriss“, sagte Geschäftsführer Hüsseyin Özkul.
Das vielleicht schnellste Tor des Turniers im Löwental hat Julian Grzanna vom Bezirksligisten Vogelheimer SV erzielt. Der Pfiff zum ersten Anstoß des Tages war noch gar nicht ganz verstummt, da zappelte der Ball auch schon im Netz von NK Croatia. Die Spieler des B-Ligisten guckten zwar etwas verdattert, aber laut Regelwerk darf ein Anstoß direkt ins gegnerische Tor geschossen werden. „Das hatten wir vorher extra so abgesprochen. Einmal klappt so etwas immer“, grinste Vogelheims Trainer Sascha Hense.

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