Frauenfußball-Bundesliga

Ein Wiedersehen für Nati mit der SGS nur hinter den Kulissen

Damals war ihre Fußball-Welt noch in Ordnung: Sofia Nati  noch im Dress des Essener Bundesligisten im Pokal-Cup gegen den  1.FC Saarbrücken.

Damals war ihre Fußball-Welt noch in Ordnung: Sofia Nati noch im Dress des Essener Bundesligisten im Pokal-Cup gegen den 1.FC Saarbrücken.

Foto: Michael Gohl

essen.   Ostermontag wird Sofia Nati für ihren neuen Club Werder Bremen nicht im Stadion Essen auflaufen. 2008 betrat sie mit 15 Jahren die große Bühne.

Es war der 28. September 2008, als eine gewisse Sofia Nati bei der SGS Essen die große Bühne der Frauenfußball-Bundesliga betrat. Gerade einmal 15 Jahre alt war die Deutsch-Griechin damals. Bis heute ist sie damit die zweitjüngste Spielerin in der Eliteliga. Eine große Karriere schien ihren Anfang zu nehmen. Erst recht, als die Angreiferin fünf Monate später gegen den FC Bayern ihr erstes Tor erzielte. In Essen bezeichnete Trainer Ralf Agolli sie damals als „Jahrhunderttalent“.

Allerdings nahm ihr sportlicher Weg nicht die gewünschte Richtung. Erst einmal endete die Zeit in Essen drei Jahre später. Unter Markus Högner war sie keine Stammspielerin, und letztlich konnte man sich auf keinen neuen Vertrag verständigen. Ihr Talent blieb unbestritten, doch unter vorgehaltener Hand hieß es, in Sachen Einstellung und Trainingsfleiß sei Nati weniger aufgefallen. Ein Tapetenwechsel nach Bad Neuenahr folgte, wo sie den großen Durchbruch auch nicht schaffte.

Erfolgloses Gastspiel in den Niederlanden

Zwei Jahre später kehrte die griechische Nationalspielerin ins Ruhrgebiet zurück: zum MSV Duisburg, mit dem sie auch in Liga zwei ging. Sportlich ein Rückschritt, zumal sie sich dort nach dem Wiederaufstieg nicht durchsetzen konnte. Der Tiefpunkt folgte im Jahr 2017: Der abermals akut abstiegsbedrohte MSV suspendierte Nati, der Vertrag wurde später einvernehmlich aufgelöst.

Es folgte ein erfolgloses Gastspiel in den Niederlanden beim PSV Eindhoven, bevor Nati kürzlich bei Werder Bremen abermals einen sportlichen Neuanfang wagte. Und der startete diesmal verheißungsvoll: Drei Tore in den ersten vier Partien gelangen der heute 26-Jährigen. Doch ein Wiedersehen mit der SGS wird es am Ostermontag (14 Uhr, Hafenstr.) wohl nur hinter den Kulissen geben. Ein Kreuzbandriss setzt die frühere Essenerin außer Gefecht.

Mitleid von SGS-Manager Philipp Symanzik

„Das tut mir für sie brutal leid“, erklärt SGS-Manager Philipp Symanzik. Aus sportlicher Perspektive aber ist es für die SGS sicher kein Nachteil. Allerdings sendet Bremen auch ohne Nati Lebenszeichen im Abstiegskampf und schlug zuletzt immerhin den 1. FFC Frankfurt (2:1). „Nach einem tollen Auftritt und dem hochverdienten Punktgewinn in München erwartet uns mit Werder Bremen die nächste interessante Aufgabe“, findet SGS-Trainer Daniel Kraus.

Hochverdient war das 2:2 schon deshalb, weil den Essenerinnen ein Treffer zum vermeintlichen 3:1 durch Lea Schüller aberkannt wurde. Denn nicht die Schützin, sondern Linda Dallmann stand im Abseits. Und dann eben passiv. Ärgerlich aus Essener Sicht ist, dass es zwischen Schiedsrichterin und Linienrichterin kaum Austausch gab und die Partie sofort weiterlief.

So wurde Marina Hegering zur tragischen Heldin: Die Innenverteidigerin lieferte eine großartige Leistung ab, fälschte bei beiden Gegentreffern den Ball aber unglücklich ab. „Wir können dennoch stolz auf unsere Leistung sein“, findet Symanzik. Auf das Ergebnis nach dem Gegentreffer in der Nachspielzeit vielleicht weniger. Aber da kann die SGS ja Ostermontag nachbessern.

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