Basketball Pro A

Ein wehmütiger Abschied der Baskets

Die ETB Wohnbau Baskets verlieren ihr Heimspiel gegen die Oettinger Rockets mit 81:85.  Auf dem Foto: Ashton Moore (ETB) gegen Maximilian DiLeo (Rockets) .

Die ETB Wohnbau Baskets verlieren ihr Heimspiel gegen die Oettinger Rockets mit 81:85. Auf dem Foto: Ashton Moore (ETB) gegen Maximilian DiLeo (Rockets) .

Foto: Michael Gohl

An einem emotionalen Abend, dem vorerst letzten in der Pro A, gerät die81:85-Niederlage gegen Gotha zur Randnotiz.

ETB Wohnbau -
Gotha 81:85 (44:48)

ETB: Alexander (21), Creek (14/davon 2 Dreier), Moore (13/2), Robin Lodders (11), Thompson (10), Jannik Lodders (5), Volk (4), Plescher (2), Gebhardt (1), Carraway, Tauch.
Die Viertel: 23:25, 21:23, 18:21, 19:16. Der Spielfilm: 10:13 (5.), 18:23 (8.), 38:29 (14.), 44:48 (20.), 46:53 (23.), 60:59 (27.), 62:73 (32.), 74:84 (38.), 81:85 (40.).
Zuschauer: 1767

Nein, es war wahrlich kein normaler Spieltag, dieser letzte gegen die Rockets aus Gotha. Es war die Abschiedsvorstellung der ETB Wohnbau Baskets in der Pro A und genau so fühlte sich dieser Abend auch an. Da war ganz viel Wehmut, viel Traurigkeit mit dabei, und noch einmal eine schöne Kulisse von 1767 Fans, die die Schwarz-Weißen trotz des Abstiegs mit viel Applaus bedachten. Da waren Momente wie jener, als sich weite Teile der Halle erhoben, um fünf Minuten vor Schluss die Saison-Leistung des nach fünf Fouls disqualifizierten Eric Thompson zu würdigen. Eine Anerkennung, die der Center stellvertretend für das Team entgegengenommen haben dürfte. Denn so unglücklich die Essener auch oft agiert haben mögen während dieser Saison, aufgegeben hatten sie sich nie. Der Wille war riesig, er sollte nur nicht reichen. Übrigens auch nicht gegen Gotha, der ETB unterlag mit 81:85. Aber das war – aus Essener Sicht zumindest – wirklich nur eine Randnotiz.

Neun Jahre Pro A gehen zu Ende

Es war ein Abend, um noch einmal Emotionen aufzunehmen oder ihnen einfach freien Lauf zu lassen. So war auch Headcoach Igor Krizanovic ziemlich „an der Kante“: Neun Jahre Pro A, zuvor der Durchmarsch in das Erstliga-Unterhaus. Eine stete Entwicklung, sportlich und strukturell, die vor gut einem Jahr mit der Beinahe-Insolvenz jäh enden sollte. Nun der Abstieg – das geht auch an einem Igor Krizanovic nicht spurlos vorüber, der fast ergriffen den warmen und ehrlich klingenden Worten von Gäste-Trainer Ivan Pavic lauschte. „Diese Mannschaft, dieser Verein hat einen extremen Charakter, Essen ist ein toller Standort, mit viel Qualität seit Jahren mit Igor“, gab Pavic da zu Protokoll. Und: „Ich wünsche dem ETB viel Kraft, um aus dieser Situation herauszukommen.“

„Es sind Worte, die uns sehr gut tun“, so denn auch Igor Krizanovic. Man habe viel gewollt, alles versucht. Es war am Ende zu wenig, wofür der Coach noch einmal die Verantwortung übernahm. „Gegen Gotha ging es noch einmal darum, dass wir am nächsten Morgen in den Spiegel schauen können. Vor diesem Hintergrund gibt es an diesem Abend keine Verlierer.“

ETB steht vor riesigen Herausforderungen

Nun ist die Saison vorbei, der ETB steht vor riesigen Herausforderungen. Taten müssen folgen, die nur einem Ziel dienen, wie Geschäftsführer Niklas Cox betonte: die schnellstmögliche Rückkehr in die Pro A. „Der Sonntagabend mit dem Ehinger Sieg und unserem Abstieg war ein Schock, am Montag haben wir weitergearbeitet für dieses Ziel“, so Cox. Er bestätigte dieser Zeitung, beide Lizenzen – für die Pro B und (!) Pro A beantragen zu wollen. Derzeit muss man natürlich in Essen davon ausgehen, sich in der kommenden Pro B-Saison sportlich qualifizieren zu müssen. Es könnte in der Tat aber noch ein Hintertürchen aufgehen: Dann nämlich, wenn nicht alle Pro A-Startplätze besetzt werden können – sei es, weil die sportlichen Aufsteiger aus der Pro B die wirtschaftlichen oder strukturellen Voraussetzungen nicht erfüllen, sei es, weil der insolvente BBL-Absteiger Hagen auch nicht in der Pro A starten kann.

Kaderplanung verläuft schwierig

Diese Unsicherheit macht eine Kaderplanung freilich schwierig, die erste Personalie hätte Niklas Cox daher gerne schnellstmöglich vom Tisch – die des Trainers. „Wir wollen mit Igor weitermachen“, so der Geschäftsführer unmissverständlich. Igor Krizanovic selbst ließ seine Zukunft nach dem Gotha-Spiel offen. „Es gibt keinen Stand der Dinge. Wir müssen alles erst einmal verarbeiten und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.“

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