Basketball

Die Wohnbau Miners plagen zu viele Sorgen

Eine der Enttäuschungen aus der Hinrunde: Auch Harvey Alexis William Matou von den ETB Miners konnte die Erwartungen nicht erfüllen und ist schon  nicht mehr im Team.

Eine der Enttäuschungen aus der Hinrunde: Auch Harvey Alexis William Matou von den ETB Miners konnte die Erwartungen nicht erfüllen und ist schon nicht mehr im Team.

Foto: Michael Gohl/FFS

Viele Probleme sind hausgemacht, am Samstag gegen Deutz muss dringend ein erster Befreiungsschlag gelingen, aber der dritte Abstieg droht.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wie kann eine Bestandsaufnahme nach zwölf Spielen ohne ein einziges Erfolgserlebnis schon ausfallen? Wohl nur vernichtend. Basketball-Erstregionalligist ETB Wohnbau Miners steht nach den Abstiegen aus der Zweiten Liga schon wieder ganz am Ende des Tableaus, satte vier Siege Rückstand hat das Team von Interimscoach Björn Barchmann bereits auf das rettende Ufer – dass es den Essenern zudem noch schwer fallen dürfte, die direkten Vergleiche zu holen, ist da noch gar nicht berücksichtigt. Bedeutet also: Eigentlich sind es fünf Siege.

Der Blick in die Statistik ist trübe

Ein Blick in die Statistik liefert (natürlich) die Begründung dafür, dass die Rote Laterne mal wieder in Essen leuchtet. Mit 879 Punkten die zweitschlechteste Punkteausbeute, mit einer Wurfquote von 39,6 Prozent aus dem Feld insgesamt (45,9 Prozent aller Zwei-Punkte-Versuche fielen ins Ziel, 26,1 Prozent von Downtown) rangiert man ganz unten. Ein wenig besser sieht es bei den Rebounds aus (458), ein Wert, der die Effektivität allerdings nicht zu retten vermag: ein Wert von 813 – der schlechteste der Liga.

In Essen glaubt man aber noch an ein Wunder. Auch noch nach dem ernüchternden 83:97 in Grevenbroich, dem ersten der beiden letzten Hinrunden-Spiele, die man im Vorfeld als „Duelle auf Augenhöhe“ deklariert und den Stempel „Siegen ist Pflicht“ aufgedrückt hatte. Man könne viele Spiele in der Rückrunde für sich entscheiden, hatte Barchmann am Wochenende zu Protokoll gegeben. Wenn alle wieder gesund sind. Ja, das darf man den Miners tatsächlich zu Gute halten, auch wenn es an der bedrohlichen Situation, in der sich der ETB befindet nichts ändert: Die Schwarz-Weißen hatten Verletzungspech. Noah Westerhaus, Jason Isanza oder Michael Möbes fehlten langzeitverletzt oder in wichtigen Spielen, Jari Beckmann – als Starter geholt und in seiner Erstregionalliga-Vergangenheit im Schnitt für zehn Punkte gut – fehlt noch immer und wird nicht vor Januar zurückerwartet.

Dennoch scheinen einige Probleme auch hausgemacht: In Essen wollte man nach den schwierigen Jahren die Fans auch mit mehr Lokalkolorit zurück in die Halle locken, dabei aber freilich konkurrenzfähig sein. Mit Ambitionen wollte man den Neuanfang wagen, davon ist nichts übrig. Die Rotation ist viel zu klein: Ja, weil Leistungsträger verletzt waren und sind – aber auch, weil es unter dem Strich zu wenige davon gibt. Dem Kader fehlt es an Tiefe. Das mag finanzielle Gründe haben, hilft im sportlichen Bereich aber nicht weiter. Hinzu leistete sich der ETB die Trennung von AJ Basi: Adäquater Ersatz ist nicht gefunden, auch wenn man George Moukas noch Zeit geben muss. Nur Zeit hat der ETB nicht mehr.

Die Wahl der Trainerin war ein Fehlgriff

Mit der wichtigsten Personalie lagen die Miners komplett daneben: die der Trainerin. Die Wahl war mit Iria Romaris auf eine Spanierin gefallen, die als Co. unter anderem in Spaniens Eliteliga gearbeitet hatte. Erfahrung in Deutschland? Fehlanzeige. Noch dazu in den Niederungen der Vierten Liga. Ihr hatte man zugetraut, junge Spieler zu entwickeln. Doch dass es bereits vor dem ersten Sprungball Zweifel an Romaris gab, deutete Barchmann mit seiner Kritik nach dem Spiel in Grevenbroich an, in der Preseason wären keine Ausdauer- und Athletik-Grundlagen gelegt worden. Weiter wollte der Interimscoach und Sportliche Leiter diese Aussage aber nicht kommentieren. Stutzig hatten auch die ersten zum Teil deutlichen Niederlagen gemacht.

Reagiert hat man in Essen (zu) spät, das muss sich auch Barchmann anhören. Vielleicht hat man sich in Essen auch von den internationalen Erfolgen des spanischen Basketballs blenden lassen. Doch mit den Bedürfnissen der Miners hatte das Training wohl weniger zu tun, darauf hatten bereits die taktischen Eingriffe Barchmanns hingedeutet, nach dem er das Team übernommen hatte: keine Early Offense mehr nach einem Fast Break, sondern der direkte Zug zum Korb. Eine neue, vereinfachte Marschroute.

Vom Duell gegen Deutz hängt viel ab

Mit der die Miners die Kurve ja vielleicht doch noch bekommen. Und mit einem komplett genesenen Kader. Am kommenden Samstag steht eben das letzte Hinrunden-Spiel in der heimischen Helmholtzhalle gegen Deutz an. Viel hängt von diesem Duell ab und ob die Mannschaft es für sich entscheiden kann. So oder anders: Es droht der dritte Abstieg – mehr als das: Es droht eine Wachablösung in Essen. Spitzenreiter der Zweiten Regionalliga ist Adler Union Frintrop.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben