Basketball

Die Tabelle ist den ETB Wohnbau Baskets egal

Will noch nicht aufgeben, sondern um die letzten Chancen kämpfen: ETB-Trainer Philipp Stachula.

Will noch nicht aufgeben, sondern um die letzten Chancen kämpfen: ETB-Trainer Philipp Stachula.

Foto: Michael Gohl

Die ETB Wohnbau Baskets reisen am Sonntag als abgeschlagenes Schlusslicht zum Spitzenreiter nach Wedel. Schwere Hypothek für Abstiegsrunde.

Sieben Spieltage sind es noch in der Hauptrunde der Saison 2018/19 in der Zweiten Basketball-Bundesliga (Pro B). Sieben Spiele, in denen die ETB Wohnbau Baskets noch immer eine Basis für den Klassenerhalt legen können. Theoretisch. Denn die Realität ist trist, schon jetzt sind es vier Siege Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Eine schwere Hypothek, die der ETB – Stand heute – mit in die Abstiegsrunde nehmen müsste, wo kaum Gelegenheit bliebe, eine so deutliche Fehlentwicklung noch zu korrigieren.

Die Hoffnung, den Totalabsturz in die erste Regionalliga noch verhindern zu können, ist auf das Niveau einer Durchhalteparole gesunken. Die Saison sei noch lang, zu viele Spiele noch zu spielen, sagt auch beispielsweise Headcoach Philipp Stachula immer wieder. „Natürlich ist die Verunsicherung da. Aber wir haben keine Zeit, uns in Niederlagen einzugraben. Wir müssen weitermachen, und so lange es nicht vorbei ist, haben wir Chancen.“

Lösungen scheinen nicht in Sicht

Wer will es ihm verdenken? Gerade der Trainer muss den Kopf oben halten. Wenigstens das. Lösungen, um aus der aktuellen Misere rauszukommen, wären besser. Doch sie sind nicht gefunden und scheinen auch nicht in Sicht. Das Gegenteil ist der Fall: Mögen die Probleme mit und um Adrian Lind groß gewesen sein, mit der Verpflichtung von Coheen-Alphonse Kadima Kalondji haben sich die Wohnbau Baskets jedenfalls nicht verbessert oder gar ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf gesetzt. Fleißig mag er sein, Akzente setzen konnte er bislang gar nicht.

An beiden Enden des Feldes agiert das Team nach wie vor zu wenig konstant, offensiv oft zu kompliziert, teils uninspiriert. Mit ablaufender Shot Clock werden die Essener hektisch, wollen mit dem Kopf durch die Wand. Es mag eine Darstellung sein – und doch: Wer mit dem Ball zum Korb zieht, lockt meist mindestens einen zusätzlichen Verteidiger an, der helfen muss. Doch der daraus resultierende freie eigene Mann wird nicht gefunden – oft gar nicht gesucht. Der ETB rennt sich fest.

Trainer gehen die Alternativen aus

Zuletzt setzte Stachula in der Crunch Time immer wieder auf Jeffrey Martin. Vertrauen, das dieser seinem Trainer nicht zurückzahlen konnte. Im Gegenteil: Bei den vergangenen beiden Heimspielen gegen Schwelm (sechs Turnover) und Dresden (fünf Turnover) war Martin ein Grund mit für die Niederlagen. Das wird auch Stachula bemerkt haben, er verwies zuletzt auch auf die fehlenden Alternativen. Vielleicht ja auch zurecht: Dilhan Durant hatte beispielsweise das Spiel gegen Dresden viel zu langsam gemacht, auch Zaire Thompson ist weit weg von seinen besseren Tagen im schwarz-weißen Dress. Doch dies führt dann nur umso mehr zu der Frage, wer denn diesen ETB noch in der Pro B halten und die schwere Hypothek abtragen soll.

An diesem Sonntag (17 Uhr) treffen die Essener auswärts auf den SC Rist Wedel. Auf den Spitzenreiter der Liga. Ist es Ironie, dass der ETB ausgerechnet gegen die Norddeutschen einen ihrer bislang nur drei Siege einfahren konnte? Mit 82:62 hatte das Kellerkind das schon damals starke Team aus der Halle gefegt. „Wir müssen mehr Tempo an den Tag legen, den Ball besser bewegen“, so Philipp Stachula. „Wedel spielt ein sehr hohes Niveau, kann es aber nicht immer abrufen.“ Wie am vergangenen Wochenende, als Rist überraschend in Bernau mit 63:108 ganz böse unter die Räder geraten war. „In so einem Fall müssen wir da sein. Die Tabelle ist dabei völlig egal.“

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