Frauenfußball-Bundesliga

Die Sorgen bei der SGS Essen lichten sich

Im Stress: Bevor Nicole Anyomi beim Auswärtsspiel auf Torejagd gehen kann, muss sich noch nach Ankunft in Hoffenheim eine Klausur schreiben.

Im Stress: Bevor Nicole Anyomi beim Auswärtsspiel auf Torejagd gehen kann, muss sich noch nach Ankunft in Hoffenheim eine Klausur schreiben.

Foto: Michael Gohl/FFS

Essen.  Vor dem Auswärtsspiel der Essenerinnen in Hoffenheim am Freitagabend hat Trainer Markus Högner wieder mehr Alternativen in der Verteidigung.

Der letzte Punktverlust der SGS Essen gegen den MSV Duisburg liegt mittlerweile zweieinhalb Jahre zurück. Doch nach vier Siegen bei 15:2-Toren mussten die Essenerinnen im Ruhrderby der Frauenfußball-Bundesliga zuletzt wieder ordentlich zittern und kamen erst durch zwei späte Tore zum 2:1-Sieg. Turid Knaak und Ramona Petzelberger taten sich mit je einem Treffer und einer Vorarbeit als Derbyheldinnen hervor.

Die Mannschaft bewies gegen MSV Moral

„Ich denke schon, dass die Mannschaft, die in der 84. und 92. Minute Tore schießt, auch der verdiente Sieger ist. Aber es war keine leichte Aufgabe gegen so einen tiefstehenden Gegner. Das Positive ist: Meine Mannschaft hat Moral bewiesen“, resümiert SGS-Trainer Markus Högner. Allerdings wird die SGS noch häufiger auf Teams treffen, die am liebsten den Mannschaftsbus vor dem eigenen Tor parken würden. Auch das ist ein Verdienst der vergangenen Jahre. Elisa Senß könnte in diesen Spielen zum Schlüssel werden. Die 21-Jährige bringt schließlich alles mit, um auf der Zehn zu dirigieren.

Allerdings braucht sie nach ihrem Wechsel im Sommer wohl noch etwas Zeit, um vollends ins Spiel der SGS integriert zu werden. Am Freitag könnte Senß aber wohl eher auf dem Flügel wertvoll sein, wenn die SGS unter Flutlicht (19.15 Uhr) bei der TSG Hoffenheim zu Gast sein wird. „Das Spiel wird komplett anders laufen als zuletzt gegen Duisburg“, weiß Högner. Die Gastgeberinnen werden sich keinesfalls hinten einigeln: „Die TSG ist sehr spielstark, hat junge, schnelle Spielerinnen und ist deshalb im Umschaltspiel sehr gefährlich.“ Für die SGS wird das zwangsläufig weniger Ballbesitz bedeuten. Und möglicherweise ist da eine doppelte Absicherung im Mittelfeld durch Manjou Wilde und Ramona Petzelberger ratsamer als eine offensive Zehn. „Darüber muss ich noch nachdenken“, sagt Högner.

Weniger Sorgen in der Defensive

In der Defensive werden seine Sorgen in jedem Fall weniger: Marina Hegering verspürte gegen Duisburg zwar erneut muskuläre Probleme, konnte aber bereits wieder mit der Mannschaft trainieren. Jacqueline Klasen drängt zusätzlich auf ihre Rückkehr in die Startelf. Das Abschlusstraining in Hoffenheim wird die Entscheidung bringen, denn die SGS reist bereits am Donnerstag in den Kraichgau. „Das ist ganz im Sinne der Mannschaft. So können wir uns in Ruhe vorbereiten.“

Allerdings ist das auch mit Aufwand verbunden. Die meisten Spielerinnen müssen sich dafür Urlaub nehmen. „Wir sind eben keine Vollprofis“, sagt Högner. Torfrau Jil Strüngmann allerdings wird nicht frei bekommen. Sie unterrichtet an einem Gymnasium und kann erst nach Schulschluss am Freitag anreisen. Nicole Anyomi sitzt zwar im Mannschaftsbus, muss dann aber in Hoffenheim noch eine Klausur schreiben, bevor das Spiel losgeht.

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben