Fußball Regionalliga

Derbyfieber bei RWE – und Trainer Titz ist verschnupft

Verschnupft, aber dennoch hoch motiviert: RWE-Trainer Christian Titz freut sich auf das erste Duell mit den Nachbarn aus Schalke.

Verschnupft, aber dennoch hoch motiviert: RWE-Trainer Christian Titz freut sich auf das erste Duell mit den Nachbarn aus Schalke.

Foto: Thorsten Tillmann/FFS

Essen.  Zwei Spielzeiten lang mussten die RWE-Fans auf das Duell mit Schalke warten, am Samstag kommt es nach längerer Abstinenz zum Wiedersehen.

Zur abschließenden Pressekonferenz vor dem Wochenend-Spieltag erschien Christian Titz verschnupft. Zum Glück hat der RWE-Coach die Viren im Team bislang nicht breit gestreut. Stand Freitagmittag lag nur Abwehrspieler Philipp Zeiger mit einem grippalen Infekt flach, der Rest hat ohnehin erhöhte Temperatur: Derbyfieber vor dem immergrünen Duell mit den Nachbarn aus Gelsenkirchen (14 Uhr, Mondpalast-Arena von Wanne-Eickel).

Die Schalker haben zuletzt gefehlt

Wuppertal, zuletzt Aachen – es war durchaus Derbystimmung bei den letzten beiden Partien im Spiel, aber irgendetwas hat trotz des positiven Ausgangs gefehlt. Nun weiß man auch, was: Es sind fast auf den Tag genau drei Jahre vergangen, dass sich die Erzrivalen am Ausweichort Wanne-Eickel getroffen haben. Beim Blick auf den Schalker Torschützen ahnt man, wie lange die Partie her sein muss: Ein gewisser Sidney Sam traf damals zur königsblauen Führung, die Älteren werden den Profi noch kennen. Die Partie endete damals 1:1, weil RWE-Kapitän Benjamin Baier kurz vor der Pause vom Punkt traf.

Danach sah man sich lange nicht mehr, weil die Schalker unter wechselnden Trainern zwei Ehrenrunden in der Oberliga Westfalen drehten – und sich dabei gerade im ersten Jahr kräftig blamierten. Seit aber Cheftrainer Torsten Fröhling dort agiert, herrscht ein anderer Zug in der Truppe. „Sie agieren für eine U23-Mannschaft recht ungewöhnlich: sehr körperlich und stark in den Zweikämpfen, das Spiel gegen Rödinghausen hätte auch anders ausgehen können“, war Trainer Titz von der Performance des Aufsteigers gegen den Titelaspiranten bei der knappen 1:2-Niederlage in Bottrop recht angetan. In der Schlussminute hatten die Schalker sogar noch zwei Ausgleichschancen - die Rot-Weissen sind also gewarnt.

Dabei ist die U23 schwer auszurechnen, agiert manchmal mit nur einer Sturmspitze, dann plötzlich mit den Profis Alessandro Schöpf und Mark Uth mit zwei Angreifern. Auch gegen RWE könnte es Anleihen aus dem Profikader geben, spekuliert wird mit den Einsätzen von Nabil Bentaleb und Fabian Reese.

Mix aus Kontrolle und Zweikampfstärke

Aber der Tabellendritte will gar nicht so groß auf den Kader des Gegners schauen, bis auf den erkrankten Zeiger schöpft Titz mal wieder aus dem Vollen. Nun liegt es am Übungsleiter, wie zuletzt beim bis dato besten Saisonspiel gegen Aachen (3:0), einen wirkungsvollen Mix zwischen technischer Kontrolle und Zweikampfstärke hinzubekommen, Personal dazu ist ja genug vorhanden. Durchaus denkbar, dass an der Anfangself vom letzten Wochenende diesmal nicht groß „geschraubt“ wird, der wieder erstarkte Marcel Platzek dürfte im Angriff wohl gesetzt sein; erst recht, da auf dem gewohnt tiefen Untergrund in der Mondpalast-Arena laufstarke Kräfte gefragt sein dürften.

Am Ende des Tages wird Rot-Weiss dann auch sehen, wo man wirklich in der Tabelle hingehört, wird an diesem Nachholspieltag die Spitze erst einmal begradigt. Der momentane Tabellenzweite SC Verl kann bereits am Freitagabend durch einen Heimsieg gegen BVB U23 auf die Pole Position zurückkehren, während RWE bei einem Auswärtssieg zumindest nach Punkten mit Rödinghausen gleichziehen kann.
„Ich finde es gut, dass die Tabelle endlich begradigt wird. Es ist nicht gut, wenn man in Düsseldorf antritt und danach elf Punkte Rückstand haben kann, das ist von der Psyche her echt schwer“, erinnert sich Titz an die vergangenen Wochen.

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