Basketball

Der gute Geist Chris Alexander kehrt nach Essen zurück

Hoffnungsträger Chris Alexander mit Dieter Homscheidt (Miners Geschäftsführer, l.) und Frank Skrube (Wohnbau eG).

Hoffnungsträger Chris Alexander mit Dieter Homscheidt (Miners Geschäftsführer, l.) und Frank Skrube (Wohnbau eG).

Foto: Michael Gohl

Essen.  Die Wohnbau Miners haben Chris Alexander nach Essen zurückgeholt. Dort genießt er Kultstatus und bekommt auch gleich wieder eine Führungsrolle.

Das ist ein Paukenschlag: Basketball-Erst-Regionalligist ETB Wohnbau Miners holt Chris Alexander aus England zurück nach Essen – nach Hause, könnte man auch sagen. Der Point Guard und Publikumsliebling soll den neuformierten ETB anführen, die Organisation beim Neuanfang unterstützen und nach einer schier endlosen Talfahrt sportlich wieder für Stabilität sorgen.

Ein späte Verpflichtung, denn am Freitag starten die Miners in Leverkusen bereits in die Saison. Aber Chris Alexander wird kaum Eingewöhnungszeit brauchen. Er kennt den Verein, das Umfeld – auch wenn sich viel verändert hat. Sportlich muss man ihm zutrauen, sich trotz seiner 36 Jahre schnell akklimatisieren und zum erhofften Leistungsträger entwickeln zu können

Starke Bilanz in der Ersten Liga Großbritanniens

Um das Alter sorgt man sich bei den Miners nicht, und die jüngsten Statistiken aus Sheffield in der Ersten Liga Großbritanniens sprechen dafür, dass Alexander weiter mehr als nur mithalten kann. Mit 19,1 Punkten im Schnitt war Alexander im vergangenen Jahr der drittbeste Scorer der Liga und mit 38,6 Prozent erzielte er die für ihn beste Dreierquote seit der Saison 2011/2012.

In Essen will Alexander seinen mehr als 2800 Punkten und 580 Assists für die ProA-Baskets in der 1. Regionalliga weitere Stats folgen lassen.

Es ist eine bewegte Geschichte, die Chris Alexander und den ETB verbindet. Eine, die beinahe gar nicht geschrieben worden wäre. Gerade in Essen angekommen, sollte er auch schon wieder abgelöst werden im Herbst 2010. Doch sein Ersatz Marcus Parker war nicht fit ins Ruhrgebiet gereist, die Wohnbau Baskets hatten Abbitte leisten müssen.

Es entwickelte sich eine leidenschaftliche Beziehung

Es entwickelte sich fortan eine fast leidenschaftliche Beziehung: Alexander wurde Liebling der Fans, überzeugte sportlich – ihm verzieh man, dass er es auch woanders einmal hatte versuchen wollen. Doch weder in Kirchheim, noch in Schalke fand der US-Amerikaner sein Glück.

In dieser Stadt liegt es, das hoffen zumindest beide Seiten. Und die Chancen stehen nicht schlecht. Für die Miners ist Alexander nicht nur ein wichtiger (wenn nicht der wichtigste) Bestandteil der Mannschaft, die Essener haben nun für ihren Neustart auch eine echte Identifikationsfigur, die vergraulte Fans durchaus wieder in die Helmholtzhalle locken könnte.

„Ich bin ein bisschen wie der Geist von Essen“, grinst Chris Alexander gewohnt verschmitzt. „Auf einmal bin ich wieder da und ich freue mich einfach auf tolle Spiele.“ Wirtschaftlich gehen die Miners wohl nicht ins Risiko, Namenssponsor Wohnbau eG stellte sich hinter dieser Rückholaktion und machte diese möglich. „Ich kenne Chris aus den vergangenen Spielzeiten, er hat in den wichtigen Momenten die Halle zum Beben gebracht“, freut sich Frank Skrube von der Wohnbau eG. „Ich bin sicher, er wird das auch diese Saison schaffen.“

Davon überzeugt ist auch Headcoach Iria Romarís: „Chris wird dem Team mit seiner Erfahrung enorm weiterhelfen. Er trifft in den wichtigen Situationen die richtigen Entscheidungen. Nicht nur seine Performance auf dem Feld wird die positive Entwicklung des insgesamt jungen Teams fördern.“

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