RWE_Kolumne

Das „System Titz“ ist noch nicht gescheitert

Einige RWE-Fans pfiffen zur Pause, am Ende gab’s aber auch wieder  aufmunternden Applaus.

Einige RWE-Fans pfiffen zur Pause, am Ende gab’s aber auch wieder aufmunternden Applaus.

Foto: Michael Ketzer

Essen.  Nach drei Niederlagen in Folge ist wieder richtig Druck auf dem Rot-Weissen-Kessel. Im Misserfolg werden auch viele Dinge wieder hinterfragt.

Nun ist also wieder richtig Druck auf dem Rot-Weissen-Kessel; der positive Druck der ersten Wochen ist dem negativen Druck nach der dritten Niederlage hintereinander gewichen. Auf den Rängen offenbarten sich vergangenen Freitag in Ansätzen (glücklicherweise wirklich nur in Ansätzen) diejenigen Reaktionen, die wir glaubten, hinter uns gelassen zu haben. Die oft zitierte Lunte wohl doch noch zu kurz bei einigen; zu morsch für sie das Gehäuse Rot-Weiss nach all den Jahren, in denen die Regionalliga schwer an der Substanz und dem geduldigen Miteinander geknabbert hat.

Die momentane Schließung der Erfolgsspur wegen andauernden Reparaturarbeiten bringt direkt wieder eine Verlustangst zu Tage, die einmal mehr die tiefe Sehnsucht nach was Besserem offenbart (leider aber auch verdeutlicht, dass in seltenen Fällen wohl nur sportlicher Erfolg mangelnden Respekt vor unserem Verein und seinen Spielern übertünchen kann und wird).

Spielsystem ist bei hohe Fehlerquote auch fahrlässig

Das war aber auch schwer anzuschauen gegen Fortuna Köln vergangenen Freitag, von den ersten Minuten einmal abgesehen. Da stellt sich bisweilen sogar schon die Frage, ob das „System Titz“ vielleicht schon gescheitert ist. Ich würde das mit Nein beantworten wollen, denn die Spielidee an sich ist schon ziemlich lässig und mit Sinn. Bisweilen durch die eigene, aktuell hohe, Fehlerquote aber eben auch fahrlässig.

Natürlich gucken die anderen Mannschaften genau hin, wissen um unser System, richten ihr Spiel danach aus. Läuft bei uns der Ball nicht gut „hinten rum“, gibt es einen „Stockfehler“ und setzt genau dort ein gegnerischer Spieler an….kommt an den Ball und guckt sich unseren hochstehenden Torwart aus…., dann kann ein Gegentor schneller passieren, als dass die Roten Richtung gegnerisches Tor überhaupt mal in Szene gesetzt werden können. Zudem siehst Du als Torwart dann auch noch „dumm“ aus.

Auch an Torgefahr mangelt es im Moment

Leider hakt es momentan auch daran, dass der Ball direkter nach vorne kommt, um Torgefahr zu erzeugen. Die fehlt uns aktuell sehr. „Leck mich am Arsch“, so die Reaktion eines geschätzten Tribünennachbarn auf das Gebotene. Durchaus deftig, aber einhergehend mit dem Konsens, dass das wohl wieder werden wird. Deshalb sollte einmal mehr Ruhe bewahrt werden. Genau so wie auch darum gebeten wurde, als es sich sportlich gut anließ.

Dass dann der Trainer hinterfragt wird, woran es gelegen haben kann, und warum der eine und nicht der andere gespielt hat, das ist doch normal. Im Training jedenfalls, so die eigene Beobachtung unter der Woche, wird ziemlich geackert! Nach Niederlagen sogar über Gebühr und der Torabschluss gleich auf drei Toren so intensiv geübt, dass den Torhütern die Bälle nur so um die Ohren flogen.

Wintertrainingslager auf Asche und in kurzen Hosen

Freitag jedoch, da wurde nichts von alledem auf den Platz gebracht. Die berühmte Körpersprache ziemlich lasch. Null Gegenwehr. Und warum man den „sterbenden Schwänen“ aus Köln in der zweiten Halbzeit immer noch brav den Ball zurückgegeben hat, das erschloss sich mir alsbald nicht mehr. Trotz absoluten Verfechtens von „FairPlay“ und Respekt: Hier einmal weitergespielt und den Abschluss gesucht: Kein Fortune hätte sich danach wieder ohne Grund auf dem Boden gewälzt.

Spontan meine Idee nach dem Spiel: Wintertraining in Essen! Auf Asche und in kurzen Hosen. Dann kommen wir auch unbeschadet aus der Thematik Trainingslager heraus. Schadlos jedenfalls muss sich unsere Mannschaft nun in Bergisch-Gladbach halten. Dem eigenen Anspruch folgend.

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