Football-Regionalliga

Cardinals gehen Mission Aufstieg ausgeruht an

Am Hallo soll der Funke überspringen, wenn die Assindia Cardinals die Adler aus Berlin empfangen.

Am Hallo soll der Funke überspringen, wenn die Assindia Cardinals die Adler aus Berlin empfangen.

Foto: Michael Gohl/FFS

Essen.  Samstag startet der Essener Regionalligist die Relegation gegen die Berlin Adler. Gastgeber wollen den Hallo in einen Hexenkessel verwandeln.

Monatelang haben die Assindia Cardinals für die Mission Aufstieg geschuftet, nun ist die Ziellinie in Sichtweite. Am Samstag (16 Uhr) startet der Essener Football-Regionalligist gegen die Berlin Adler in die Relegation zur GFL2. Wilfried Ziegler macht keinen Hehl daraus, welchen Stellenwert die Partie für die Essener einnimmt. „Klar“, sagt der AC-Chef, „für uns ist es das Spiel des Jahres.“Ein Football-Fest soll es werden, und die Rahmenbedingungen stehen dafür günstig. Zwei Traditionsklubs, eine Menge auf dem Spiel und zumindest in der zweiten Spielhälfte Flutlicht.

Zwei Tage zuvor ist es aber noch ruhig bei den Cardinals – zumindest bei Ziegler. „Ich bin völlig relaxt und zuversichtlich“, versichert er. Für diese Zuversicht hat die Mannschaft einerseits mit zehn Siegen in elf Partien während der Hauptrunde gesorgt. Und dass die Essener auch in Drucksituationen liefern können, zeigten sie erst im Saisonendspurt gegen die Bielefeld Bulldogs, mit denen sie sich um den Hauptrunden-Titel duellierten. Im Falle einer Niederlage gegen Bielefeld hätten die Cardinals die Teilnahme an der Relegation knicken können. Doch sie ließen sich nicht beirren, spielten frei auf und siegten stark mit 47:21. „Da war es noch ein wenig kitzliger“, findet Ziegler. „Jetzt haben wir selbst bei einer Niederlage noch die Chance, das Ding zu drehen.“

In einer Woche geht es zu den Oldenburg Knights

In einer Woche, zum Abschluss der Aufstiegsrunde, spielen die Cardinals noch bei den Oldenburg Knights, die zum Auftakt mit 7:30 gegen Berlin verloren. Der Nord-Regionalligist komplettiert das Relegations-Trio, aus dem zwei Teams den Weg in die zweite Liga antreten werden. Zuerst kommen aber die Adler aus der Hauptstadt. Ein großer Name im deutschen Football, in der Vergangenheit heimste Berlin schon einige Meistertitel ein. Diese Zeiten liegen allerdings, gemessen an der nicht allzu großen Historie des US-Sports hierzulande, schon Lichtjahre zurück. Vor zwei Spielzeiten stieg Berlin aus der GFL ab. Ein wenig Erstliga-Glanz ist bis heute haften geblieben: Eine Handvoll Spieler sind den Weg runter in Liga drei mitgegangen.

Verstecken müssen sich die Gastgeber aber keineswegs. In der West-Staffel legten sie in allen Belangen Saison-Bestwerte aufs Parkett. Das Defensiv-Bollwerk hielt von Beginn an dicht und die beim Saisonanfang noch etwas behäbige Offensive hat sich vor allem dank des Laufspiels zur mit Abstand punktstärksten der Liga entwickelt. Ein weiterer Pluspunkt für die Essener: Der Spielort, das Stadion am Hallo, in dem sie noch ungeschlagen sind. Um die 2 000 Zuschauer erwartet der Verein, sie sollen den Sportpark in einen Hexenkessel verwandeln.

Adler reisen am Spieltag mit dem Bus an

Während die Cardinals ausgeruht ins Duell gehen können, wird Berlin – ganz ungewöhnlich für die Adler – am Spieltag mit dem Bus anreisen. Und weil 650 Kilometer Fahrt nicht unbedingt das beste Aufwärmprogramm ist, rechnet Ziegler damit, „dass das Heimrecht schon eine große Rolle spielen wird.“ Gegen Ende des letzten Jahrhunderts, als beide Klubs noch erstklassig unterwegs waren, hatte Berlin den Cardinals übrigens eine der höchsten Niederlagen in der Geschichte der GFL zugefügt. Und für Rache ist es bekanntlich nie zu spät.

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