Fußball-Oberliga

Beim ETB geht die nackte Angst um

Vorzeitiges Saisonende: Robin Riebling sah fünf Minuten vor Schluss wohl wegen Beleidigung die Rote Karte und wird im Abstiegskampf zuschauen.

Vorzeitiges Saisonende: Robin Riebling sah fünf Minuten vor Schluss wohl wegen Beleidigung die Rote Karte und wird im Abstiegskampf zuschauen.

Foto: Michael Gohl

essen.   Nach der antriebslosen 0:2-Niederlage gegen TuRu Düsseldorf schweben die Schwarz-Weißen einen Punkt über dem Abgrund. Rot für Robin Riebling.

ETB Schwarz-Weiß -
TuRu Düsseldorf 0:2 (0:0)

ETB: Bley, Riebling, Fechner (20. Voß), G. Tomasello (81. Müller), Walkenbach, Michalsky, Haubus, Erdogan, Tsourakis, Kilav, Fakhro.
Tore: 0:1 Ucar (78.), 0:2 Munoz (85.). Bes. Vorkomn.: Rote Karte für Riebling (85./Schiedsrichter-Beleidigung).
Schiedsrichter: Tim Brüster.
Zuschauer: 258.

Nach dem 3:0-Sieg gegen den Lokalrivalen Schonnebeck vor zwei Wochen haben einige beim ETB Schwarz Weiß wohl das gefühlte Saisonende ausgerufen, doch nach der 0:2-Niederlage gegen den Mit-Abstiegskonkurrenten TuRu Düsseldorf geht am Uhlenkrug zwei Spieltage vor Saisonende wieder die nackte Angst um. Denn in dieser Verfassung bleibt es ein Rätsel, gegen wen das Team von Trainer Manni Wölpper noch punkten will.

Der war nach Spielschluss erst einmal restlos bedient und rang nach Worten. Diese fielen dann aber deutlich aus: „Das hatte mit Abstiegskampf nichts zu tun, keine Körpersprache, keine Mentalität – im Moment brodelt es in mir!“

Kein Zusammenhalt auf dem Spielfeld

Dagegen blieb die Mannschaft deutlich auf Sparflamme in ihren Aktionen, einige scheinen – wenn man die Körpersprache richtig deutete – mit dem Thema ETB bereits abgeschlossen zu haben. Ein Beispiel: Nach Abpfiff war Ömer Erdogan in handgestoppten viereinhalb Sekunden in der Kabine verschwunden, ohne seine Mitspieler auch noch eines Blickes zu würdigen.

Ähnlich wenig Zusammenhalt war auch in den 90 Minuten zuvor zu bestaunen. Im Angriffsspiel der sonst so heimstarken Platzherrenlief aber auch gar nichts zusammen. Malek Fakhro hing in der Spitze in der Luft, die Dribblings von Athanasios Tsourakis fielen diesmal unter die Rubrik „brotlose Kunst“, die Pässe von Erdogan erreichten nur selten die Mitspieler. Erschwerend kam hinzu, dass in der hinteren Reihe Robin Fechner schon nach 20 Minuten wegen einer Zehenverletzung passen musste. Die Einwechselung von Paul Voß an dessen Stelle brachte die ganze Statik des Mannschaftsgefüges durcheinander.

Die Düsseldorfer wirkten in ihrem Spiel wesentlich engagierter und torgefährlicher, hätten schon zur Pause mit 2:0 führen können, doch Munoz-Bonilla (14. und 28.) zielte zweimal haarscharf daneben. Nach der Pause wurde es nicht besser. Vielleicht wäre alles anders gekommen, hätte das Abseitstor (?) von Fakhro nach 62 Minuten gezählt, als Tsourakis einmal herrlich in den Lauf seines davonstürmenden Kollegen passte.

So ging es in der Folgezeit dahin: Muhammet Ucar (78.) fiel im Strafraum der Ball vor die Füße, der daraufhin nicht lange fackelte. Und Munoz-Bonilla hob den Ball bei seinem Freistoß aus 20 Metern gefühlvoll über die Mauer: 2:0 (85.).

Harsche Kritik von Wölpper an Robin Riebling

Es passte zum Nachmittag, dass sich in dieser Szene „TV-Sternchen“ Robin Riebling wohl wegen Schiedsrichter-Beleidigung glatt Rot abholte und damit die Saison beendete. Da fand Wölpper, der sich sonst mit Einzelkritik zurückhält, klare Worte: „Das passte zu seinem sonstigen Auftreten.“

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