Mein größter Tag

Vor 32 Jahren kommt Gevelsberger Idee zum Vereinsheim

Besuch beim FC Silschede mit dem ehemaligen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Reinhardt Pfleging – mit einem Plan zur Erweiterung des Kabinentraktes von vor zehn Jahren.

Besuch beim FC Silschede mit dem ehemaligen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Reinhardt Pfleging – mit einem Plan zur Erweiterung des Kabinentraktes von vor zehn Jahren.

Foto: Heinz-G. Lützenberger

Gevelsberg.  Mit dem Tag der Arbeit vor 32 Jahren begann viel Arbeit, viele Widerstände, manch schlaflose Nacht und schließlich das Schmuckstück Vereinsheim.

Es war ein Tag der Arbeit, der viel Arbeit, viele Widerstände schließlich viel Genugtuung und mittlerweile ein Schmuckstück einbrachte. Es war der 1. Mai 1987. Reinhardt Pfleging, der ehemalige Vorsitzend ist inzwischen Ehrenvorsitzender des FC SW Silschede, weilte seinerzeit im sauerländischen Remblinghausen. Seinerzeit noch als Jugendleiter. Auf der dortigen schmucken Anlage kam ihm die Idee: „So ein tolles Jugend- beziehungsweise Vereinsheim täte uns auch in Silschede gut zu Gesicht stehen“. Das Projekt war angestoßen. Noch heute ist das Schmuckstück am Waldstadion in Benutzung, kann auch gemietet werden.

Hartnäckigkeit – eine wichtige Eigenschaft

Pfleging war vor 32 Jahren zu Besuch beim Gevelsberger Lehrer Herbert Schmoranza im Sauerland. Unter anderem zählten zu der „Reisegruppe“ auch Detlef Weißenfeld, Jürgen Ostholt und Horst Westermann – allesamt Sport-Honorationen, wenn man so will, aus dem Gevelsberger Höhendorf. Als der damalige Jugendleiter seine Idee kund tat, „hat keine Frau gesagt. Daraus wird doch nichts“. Doch mittlerweile wurde daraus etwas, etwas Schönes. „Eine der entscheidenden Attribute von Reinhardt Pfleging ist seine Hartnäckigkeit“, sagt Thomas Bühne, seit 2005 Vorsitzender des FC SW Silschede, mit einem Lächeln. „Ohne wäre nicht entstanden, was wir jetzt habe.“ Und damit meint Bühne nicht nur das Vereinsheim. Denn unter der Federführung von Reinhardt Pfleging („Das ist nur mit ganz vielen wohlwollenden Mitstreitern umzusetzen gewesen.“) hat auch den Trakt der Umkleidekabinen renoviert und vergrößert, außerdem darf der FC Silschede seit gut zehn Jahren auf einem, Kunstrasen spielen.

Irgendwann musste Reinhardt Pfleging seine Idee von einem eigenen Vereinsheim auch in den Verein tragen. Einen Fürsprecher hatte er in dem damaligen Vorsitzende und seinem Vorgänger Detlef Drucks, der unabhängig von der Idee und inzwischen signalisiert hatte, nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden zu kandidieren. „Es gab zwei Fraktionen, die einen wollte das Vereinsheim nicht, die anderen wollte es“, erinnert sich Bühne. „Es gab einige, die massiv dagegen waren“, so Pfleging. Vor allem finanzielle Bedenken wurden geäußert. Und diese Bedenken, und diese zwei Fraktion hatten einen kleinen Riss im Verein verursacht. Einen Riss, der zu einer Patt-Situation bei der Wahl eines Vorsitzenden als Drucks-Nachfolger führte.

Von „grauselig“ bis „Hüttenwerken“

Reinhard Pfleging hatte sich spontan zur Wahl gestellt. „Das war so kurzfristig, dass meine Frau davon nichts wusste“, erinnert sich der heute 81-Jährige schmunzelnd. Schließlich wurde Pfleging im Februar 1988 der neue Vorsitzende (Drucks wurde übrigens sein Vize) , und auch die Weichen für das Vereinsheim wurden gestellt. „Insbesondere war mir Jochen Solsbach, unser Finanzexperte, eine große Hilfe“, sagt Pfleging. Bauanfrage, der politische Raum musste überzeugt werden. das war auch nicht immer einfach. Auch hier war Hartnäckigkeit gefragt. Willi Witting (CDU), Vorsitzender des Technischen Ausschusses fragte, „wie viele eingegrünte Container noch kommen“ würden. Stadtbaurat Gerd Henschen sprach „vereinigten Hüttenwerken“ und Jürgen Borchers (SPD) fand es einfach „grauselig“. Gemeint waren Container, die sich noch an dem Standort des heutigen Vereinsheim befanden. Der Ausschuss stimmte schließlich dem Bauantrag einstimmig zu.

Doch das dicke Bretter bohren lohnte sich. Schließlich die Grundsteinlegung mit viel städtischer Prominenz. Selbst der damalige Bürgermeister Helmut vom Schemm ließ es sich nicht nehmen, bei der Grundsteinlegung zugegen zu sein. Zum Volksfest ins Waldstadion waren auch Beigeordneter Hans-Christian Schäfer, Paul Schneider, Vorsitzender Sportausschusses, aber auch Erika Ellinghaus als Leiterin des städtischen Sportamtes gekommen. Um den Bogen aller Mitglieder zu spannen, hatte Reinhardt Pfleging („Ich hatte so manch schlaflose Nacht.“) mit dem 16 Monate alten Aron Lepper und dem 82-jährigen Emil Müller, der viele Jahrzehnte als Schiedsrichter aktiv war, geladen – das jüngste und das älteste (Ehren)-Mitglied waren also dabei. Klar, dass auch Ehrenvorsitzender Walter Maßmann dem feierlichen Akt beiwohnte.

Wir schreiben nun den 27. Juli 1990, als das Vereinsheim auch eröffnet wurde. Die große Familie des FC SW Silschede zog ein, fühlte sich wohl, feierte Feste. Aber auch Nicht-Mitglieder dürfen dort feiern, dürfen die Räumlichkeiten mieten. „Der 18. Geburtstag, dann wieder ab dem 30. Geburtstag ist alles bei uns möglich“, erläutert Thomas Bühne. Und während das Vereinsheim im Vereinsheim das Thema ist, nestelt Pfleging eine Bauzeichnung hervor. Das war denn eines der nächsten Projekte: der Kabinentrakt.

Erweiterung des Kabinentraktes nötig

Eine Erweiterung schien nötig, weil neben Jungs und Männer auch Mädchen und Frauen beim FC Silschede kickten und kicken – eine der prominentesten Spielerinnen ist National-Kapitänin Alexandra Popp. Die erste Bundesliga-Spielerin aus den Reihen des FC SW Silschede war seinerzeit Jutta Heinbach. Jedenfalls waren die Kabinen für zwei Geschlechter zu klein, zu wenig. Pfleging zeichnete eine Erweiterung, die auch ein Modernisierung beinhaltet. Diesmal gab es kaum oder keine Widerstände innerhalb des Vereins.

Mehr noch. Die Kabinen sind ein Teil des Vereins. Die und die Nasszellen werden sorgsam gepflegt und gesäubert. „Wir achten da sehr drauf“, so Thomas Bühne. „Und wenn wir Ansätze von Schimmel entdecken sollten, gehen wir sofort daran und entfernen den“, ergänzt Pfleging beim Gang in die sauber und rein daher kommenden Räumen. Die Kabinen wurde übrigens im Oktober 2005 fertig.

Neuer Kunstrasen, neuer Bolzplatz

Die nächsten großen Projekt wird es im und vorm dem Stadion geben. Der Kunstrasen hat ein Jahrzehnt gut Dienste gebracht, er wird im übernächsten Jahr runderneuert. Überdies wird der Vorplatz eine neue Fläche bekommen, mit neuen Parkplätzen. Dazu einen Bolzplatz – mit Kunstrasen allerdings. Dem etwa 100.000 Euro teurem Projekt hat jetzt die außerordentliche Mitgliederversammlung des FC SW Silschede zugestimmt. Hier soll die Silscheder Jugend – egal, ob Mitglied oder Nicht-Mitglied – von profitieren. Bühne: „Für den Verein besteht kein finanzielles Risiko.“ Vom neuen Vorplatz soll überdies das ganz Dorf (Pfleging: „Das Motto lautet: Das Dorf ist auf der Höhe.“) mitnehmen. Für Dorffeste beispielsweise.

Langweilig kennt der Silscheder Fußballer beziehungsweise dessen Funktionäre nicht. Es gibt immer etwas zu tun, immer etwas zu verbessern, immer etwas, um das Schmuckstück zu erweitern. Und wer weiß, ob es ohne diesen 1. Mai 1987 überhaupt so weit gekommen wäre . . .

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben