2. Basketball-Regionalliga

Singh sauer über Egoismus der Spieler

Eine gelungene Premiere feier Malik Kudic im Team von RE Baskets Schwelm. Allerdings verspielt die Truppe fast den Sieg gegen Bielefeld.

Eine gelungene Premiere feier Malik Kudic im Team von RE Baskets Schwelm. Allerdings verspielt die Truppe fast den Sieg gegen Bielefeld.

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de

Schwelm.  Das ist noch einmal gut gegangen: RE Baskets Schwelm startet stark, lässt stark nach und verspielt fast den Sieg gegen Bielefeld.

Welch’ eine Premiere. Da spielt Malik Kudic erstmals für die RE Baskets Schwelm in der 2. Regionalliga, da legt der junge Basketballer eine Premiere nach Maß hin. Insbesondere im ersten Viertel drückte der Mann mit der Trikotnummer neun dem Spiel seinen Stempel auf – und hatte so auch einen entscheidenden Abteil am 74:69 (44:36)-Sieg gegen den TSVE Bielefeld.

Die Mitspieler um Kapitän Sebastian Schröter ließen sich mitreißen und zeigten insbesondere eine starke offensive Vorstellung. „Diszipliniert haben sie die Systeme konsequent durchlaufen und sich mit einer mannschaftsdienlichen Spielweise immer wieder hochprozentige Würfe heraus gespielt“, freute sich Trainer Robin Singh. Zunächst. Lediglich einigen defensiven Aussetzern war es geschuldet, dass die Pausenführung nicht höher ausfiel.

Trügerische Sicherheit

Nach dem Seitenwechsel machten die Schwelmer da weiter, wo sie aufgehört hatten. Nach fünf schnellen Punkten schraubte die Kreisstädter den Vorsprung auf dreizehn Zähler nach oben und wähnte sich ob der vermeintlich komfortabelen Führung in Sicherheit. Doch wer den Basketball kennt und lange verfolgt, weiß, dass dieser Vorsprung nur eine vermeintlich Sicherheit gibt, ein Trugschluss ob einer sicheren Spielführung sein kann.

Und in der Tat: Im weiteren Spielverlauf begannen einige der Akteure vermehrt für ihre eigenen Würfe zu gucken, anstatt den besser postierten Mitspieler zu finden. Aus dieser egoistischen Spielweise resultierten viele schlechte, erzwungene Abschlüsse, die den Gegner zurück ins Spiel brachten. Singh: „Das war völlig unnötig.“ Immer wieder bestraften die Gäste die undisziplinierte Offensive der Schwelmer mit schnellen Fastbreaks und verkürzten Schritt für Schritt den Rückstand.

5:20-Lauf in 13 Minuten

Viertelübergreifend erzielten die RE Baskets in dreizehn Minuten nur mickrige fünf Punkte und ließen auf der Gegenseite 20 Zähler zu. Sieben Minuten vor dem Ende hatten die Bielefelder die Partie völlig überraschend, aber absolut verdient gedreht und gingen erstmals in Führung. Auf Schwelmer Seite war der Rhythmus komplett verloren gegangen. Drei Minuten vor dem Ende beim Spielstand von 61:64 besann sich Schwelm wieder auf die taktischen Vorgaben des Trainer und entschied dank cleverer, kontrollierter Offense mit einem 9:0-Lauf doch noch die Partie zu ihren Gunsten.

Das Spiel offenbarte, wieviel Arbeit das Team noch vor sich hat. So zeigte sich Robin Singh enttäuscht von seinen Spielern: „Es kann immer mal passieren, dass gerade ein junges Team wie wir den Rhythmus verliert. Dass dies allerdings durch die egoistische Spielweise einzelner Leute geschieht und man dadurch fast noch die Partie verliert, ist absolut inakzeptabel. Wir sind gerade noch mit einem blauen Auge davon gekommen.“

Zurück zu Kudic: Der Flügelspieler war im Sommer zum ProB-Ligisten EN Baskets Schwelm gekommen. Der Spieler mit Gardemaß von 2,03 Metern (bei 87 Kilogramm) hatte in Ludwigsburg seine basketballerische Ausbildung erhalten. Er wechselte zur Orange Academy nach Ulm, wusste aber erst mit den Playoff-Spielen zu überzeugen. Immer wieder wusste der 19-Jährige anzudeuten, welches Potenzial in ihm steckt bei gutem Scoring und solider Defense. Falk Möller, Trainer des ProB-Ligisten aus Schwelm sieht in ihm einen „jungen talentierten Spieler, der noch nicht fertig ist in seiner Entwicklung. Er hat aber durchaus gezeigt, dass er in der ProB fähig ist, sein Potenzial abzurufen.“

Bisher hatte er zwei Einsätze für den Schwelmer Bundesligisten. In der Vorbereitung beim VfL Bochum beim 82:59 (39:28)-Sieg, als Schwelm ohne Khartchenkov, Meyer-Tonndorf, Mayr und Knudsen antreten musste. In der Meisterschaft kam er zur Premiere gegen Iserlohn für zwölf Minuten zum Zuge, erzielte beim 77:69-Sieg vier Punkte. In Oldenburg zählte er zum Kader, hatte aber keine Einsatzzeiten. Da die EN Baskets erst am Sonntag in Wedel gastieren, könnte Kudic am Samstag für die RE Baskets bei Iserlohn II auflaufen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben