Jugendfußball

Neuling holt den Siegerpokal

Im Spiel um Platz sieben behält Voerde II mit 8:2 die Oberhand gegen die erste Mannschaft des Gastgebers (Leibchen).

Im Spiel um Platz sieben behält Voerde II mit 8:2 die Oberhand gegen die erste Mannschaft des Gastgebers (Leibchen).

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de / WP

Ennepetal.  Erstmals beim Turnier – schon siegreich: die E-Junioren des TuS Ennepetal gewinnen den Bülle-Cup.

Er war schon fast geschlagen. Pascal Dahlmann, Torwart des TuS Ennepetal. Die letzten Minuten im Finale gegen den VV Heino aus Holland waren noch zu spielen. Die Klutertstädter führen zwar sicher mit 3:0, doch der Ehrgeiz bestand noch darin, der erste Turniersieger ohne Gegentreffer zu werden. Dann wird Dahlmann umspielt, der Ball rollt gen Tor – da macht der Ennepetaler das Bein lang. „Ich weiß nicht wie, aber er hat ihn noch gehalten“, staunt Lutz Otto, Trainer der E-Junioren, nicht schlecht. Es bliebt beim 3:0 – der TuS Ennepetal sicherte sich den Bülle-Cup des FC BW Voerde.

Es folgte sie umfangreiche Siegerehrung – und damit ist der 17. Bülle-Cup Geschichte. Drei Tage Sonne, Fußball und viel Programm drum herum bescherte dem Gastgeber am Tanneneck ein weiteres schönes internationales Turnier der E-Junioren. Nach 24 Spielen und beachtlichen 201 Toren griffen die Kicker vom TuS Ennepetal mit ihren Händen nach dem großen Pokal und stemmten ihn in die Höhe. Die Klutertstädter alleine hatten 45-mal Grund zum Jubeln. Jeder Spieler trug sich in die Torschützenliste ein – auch Keeper Pascal Dahlmann, der zweimal traf. Dabei gingen sechs Treffer jeweils auf das Konto von Jayden Singh-Shokar und Philipp Noll , fünfmal traf Levin Richartz, jeweils viermal traf Joel Bennek und Nicholas Otto. Jeweils dreimal ließen Kapitän Ilyas Kalin sowie Joel Gerlich, Kilian Richartz, Lio Waldhelm und Marc Kortmann die Ennepetaler jubeln. Jannis Kois komplettierte den Torreigen, zwei gegnerische Eigentore ergänzen die Torausbeute.

Sieger spring kurzfristig ein

Der Wettergott meinte es dieses Jahr gut mit dem Veranstalter. Es herrschten zwar sommerlich Temperaturen, doch die große Hitze blieb zum Glück aus. „Es gab jederzeit kostenlos etwas zu Trinken und Obst für die Jungs“, so Lutz Otto. „Das Turnier war einfach top organisiert.“ Gleichzeitig befürchtete der Ennepetaler Trainer ob der Hitze am Finaltag einen Substanzverlust bei den Spielern. „Aber die habe das alles prima weggesteckt.“

Der TuS Ennepetal war relativ kurzfristig eingesprungen – mit zwei Mannschaften. Die Nachbarn des FC BW Voerde mussten so zwei Absagen kompensieren. „Das haben wir gerne gemacht“, so Lutz Otto. „Wir haben stets einen guten Draht zu den Organisatoren wie Pauli Daus, Olli Gerecht oder Frank Gierlichs.“ Allerdings verzichteten die TuS-Kicker im Gegensatz zu den anderen Mannschaften aufs Zelten, machten aber bei den weiteren Programmpunkten natürlich mit

So auch bei der Eröffnung am Vorabend des Turniers, wenn traditionell die Gruppen ausgelost werden. „Klasse gemacht“, so Lutz Otto, der mit seinem Trainer-Kollegen Sascha Oschem und den jeweiligen Söhnen zugegen war. Jeder aufgerufene Kapitän erhielt Süßes und einen Ball von Ennepetals Bürgermeisterin Imke Heimann, dann wurde gelost. Es wurde ein gemütlicher Abend.

Wasserfontänen heiß begehrt

Keine Frage, dass es die jungen Kicker kaum erwarten konnten, ehe der erste Anstoß erfolgen konnte. Alle teilnehmenden Mannschaften versammelten sich vor dem Sportplatz, kleine Feuerwerkfontänen wurden gezündet und die Mannschaften liefen nacheinander ins Stadion ein. Als sich dann alle auf dem Rasen versammelten und Aufstellung für die niederländische und deutsche Nationalhymne nahmen, zog ein wenig WM-Flair über das Tanneneck. „Auch als die Hymne zur Champions League gespielt wurde, habe ich eine Gänsehaut bekommen. Das war schon eine klasse Atmosphäre“, so Otto. Und schließlich rollte endlich erstmals der Ball am Tanneneck. Bei den sommerlichen Temperaturen suchten die Spieler mehrfach die bereitgestellten Wassereimer auf. Als in den Pausen die Rasensprenger angemacht wurden, um auch mal den Rasen abzukühlen, gab es für die Kids kein Halten mehr. Die Plätze in den Wasserfontänen waren sehr begehrt.

Die Spiele verliefen alle fair und die Schiedsrichter mussten keine Karten oder Zeitstrafen verhängen. Turnierorganisator Pauli Daus war mit dem Ablauf rund rum zufrieden: „Ohne die fleißigen Helfer der Kinder aus den Voerder Jugendmannschaften und des kompletten Jugendvorstandes wäre so ein Turnier nicht durchzuführen.“

Finaltag ist richtig heiß

Mit dem Viertelfinale endete der erste Turniertag – bei noch halbwegs angenehmen Temperaturen, ehe es am Sonntag so richtig heiß wurde. Im Viertelfinale kam es gleich zweimal zu internen Stadtduellen. Zweimal ging der TuS Ennepetal gegenüber dem gastgebenden FC BW Voerde als Sieger hervor – und zwar richtig deutlich mit 13:1 und mit 18:0. Im Halbfinale stoppte der spätere Turniersieger den Titelverteidiger SV Rhenania Hochdahl. Der 3:0-Sieg – zweimal Jannis Kois sowie Levin Richartz trafen – bedeutete schließlich der souveräne Einzug ins Endspiel. Derweil bedeutete das Halbfinale für die zweite TuS-Garnitur die Endstation mit dem 2:4 gegen VV Heino.

Als das Endspiel gespielt war, Turnier-Neuling TuS Ennepetal als Sieger feststand – nach dem weiteren 3:0-Sieg; diesmal durch Marc Kortmann, Jayden Singh-Shokar und Philipp Noll – kam es zur Siegerehrung, die irgendwie auch eine logistische Leistung in sich birgt. Denn der Wanderpokal misst einen Meter bei einem Durchmesser von 45 Zentimetern. „Das kann einer unserer Spieler gar nicht stemmen“, so Lutz Otto. So wurde der Cup von Bürgermeisterin Imke Heimann sowie Vorsitzendem Olaf Steinhaus und Jugendleiter Oliver Gerecht an die Mannschaft überreicht. „Beim Mannschaftsfoto hat man die knienden Spieler nicht mehr sehen können“, lacht Lutz Otto. Für den Ennepetaler Spielerführer Ilyas Kalin – und natürlich so auch für die Mannschaft – gab es noch eine kleinere Pokalausführung, die der Ennepetaler auch in Empfang nehmen konnte. „Jetzt müssen wir uns überlegen, wo wir den riesigen Pott in unserem Vereinsheim am Bremenplatz aufstellen können“, sagt Lutz Otto über die weitere logistische Herausforderung, die diesmal beim TuS Ennepetal liegt.

Um den Bülle-Cup seit 2003

Erstmals wurde der Bülle-Cup im Jahre 2003 ausgespielt. Anlass war das 75-jährigen Bestehen des FC BW Voerde. Initiatoren waren damals Frank Mittelstädt und Stefan „Paul“ Maurer. Der Verein wollte zum Jubiläum etwas Besonderes schaffen. Mittlerweile hat sich das Turnier zum Mittelpunkt der Jugendabteilung entwickelt. Die Planung laufen von Anfang September bis zum Turnierbeginn, jeweils kurz vor dem Ferienbeginn in NRW. Dabei hat sich die Turnierorganisation in den letzten vier Jahren nur unwesentlich in ihrer Besetzung geändert.

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