Baseball

Nach 30 Jahren für einen Verein ist Schluss

Sascha Hundertmark beendet seine 30 Jahre lange Karriere zum Ende der laufenden Saison.

Sascha Hundertmark beendet seine 30 Jahre lange Karriere zum Ende der laufenden Saison.

Foto: Michael Scheuermann

Ennepetal.  30 Jahre lang bestimmt der Sport sein Leben, doch bald ist Schluss für Baseballer Sascha Hundertmark. Am Sonntag steht sein letztes Heimspiel an.

Der Griff zum Schläger ist ein gewohnter für Sascha Hundertmark. Der Baseballspieler nimmt sein Holz aus der Tasche, schwingt es ein paar Mal mit den Armen durch und macht sich dann auf den Weg zum Schlagmal. Zum letzten Mal. Der Routinier im Kader des Baseball-Zweitligisten Ennepetal Raccoons wird am Sonntag zum allerletzten Mal in einem Heimspiel für die Waschbären auf dem Feld stehen – womit dann eine Ära von 30 Jahren ein Ende finden wird.

Ein Schritt, mit dem Hundertmark noch ein wenig hadert, schließlich ist der Sport seit 30 Jahren ein fixer Bestandteil seines täglichen Lebens. Am Höhepunkt seiner Karriere, denn aktuell geht es für Hundertmark und seine Teamkollegen nach drei Aufstiegen in Serie in der zweithöchsten deutschen Spielklasse um Hits, Runs und Strike-Outs. „Die Bundesliga wollte ich noch einmal mitnehmen, das hätte ich mir nie erträumen lassen“, sagt Sascha Hundertmark. Er weiß nämlich auch, wie Misserfolg bei den Waschbären geht, schließlich hat der 39-Jährige in seinen 30 Jahren als aktiver Baseballer nie für einen anderen Verein als die Raccoons gespielt.

Es begann mit einem Zufall

Und das obwohl es immer wieder interessante Angebote von anderen Vereinen aus der Umgebung gab. Denn Hundertmark ist ein sehr talentierter Spieler gewesen, der mit 1992 sogar den Sprung in die Landesauswahl von Nordrhein-Westfalen schafft. Mit der Auswahl nimmt der damals 12-Jährige an der Schüler-Weltmeisterschaft in Amsterdam teil – einer der Höhepunkte in seiner Zeit als aktiver Spieler.

Diese kam nur durch einen Zufall zustande. „Ich hab Fußball und Schwimmen ausprobiert, das hat mich aber nicht so wirklich gepackt“, sagt Hundertmark. Und so streicht er mit einem Freund durch Ennepetal-Büttenberg, als er die Raccoons auf ihrem damaligen Platz beim Training entdeckt und direkt gefangen ist. „Das sah sehr interessant aus, also habe ich gefragt ob ich nicht einmal mittrainieren konnte“, erinnert sich Hundertmark.

Natürlich durfte er am Training teilnehmen, denn 1989 steckt das Projekt Baseball in Ennepetal noch in den Kinderschuhen, der Verein ist gerade einmal drei Jahre alt und freut sich über jedes neue Gesicht, dass Spaß und Interesse an der damals in Deutschland noch relativ unbekannten Sportart hat. Als Anfänger macht Sascha Hundertmark schnell einige Fortschritte, auch wenn er als Novize erst einmal im Right Field eingesetzt wird. „Da konnte ich am wenigsten kaputt machen“, sagt er heute rückblickend mit einem lauten Lachen.

Doch es dauert nicht lange, bis Sascha Hundertmark schnell von den unspektakulären Positionen mehr in das Zentrum des Interesses wechselt. Schnell wird er Catcher, als Schüler wird er schon früh als Werfer bei den Herren eingesetzt. „Vielleicht war das ein wenig zu früh, dem Arm oder dem Ellbogen hat das nicht gut getan“, sagt er. Er nimmt es so hin, wie es ist. „Ich musste halt schon früh gute Leistungen bringen“, erinnert er sich an die erste Zeit bei den Erwachsenen.

Früh im Fokus des Spiels

Mit dem Team von damals erlebt er eine ganze Menge, der Geist der Mannschaft ist ein anderer als der des Teams von heute. „Er ist nicht besser oder schlechter heute, damals war das nur was anderes“, sagt Sascha Hundertmark. Mit vielen der damaligen Mitspieler verbindet ihn auch heute immer noch eine starke Freundschaft, mit anderen wie Patrick Hochstein ist er noch im Kreise der ersten Mannschaft der Raccoons aktiv. „Wir haben jedes Jahr an Pfingsten an Turnieren teilgenommen, teilweise ging es da bis nach Österreich“, schildert Hundertmark. Die Geschichten die damals für den ganz besonderen Teamgeist sorgten, will er lieber nicht schildern. „Das ist besser nichts für die Zeitung“, sagt der Baseballer und lacht.

Für Sascha Hundertmark stand das Team immer im Vordergrund, er schätzt den großen Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. „Das war und ist schon etwas besonderes bei unserem Sport, bei unserem Verein hier in Ennepetal“, sagt er. 30 Jahre lang in einem Verein zu spielen, Erfolge und auch Misserfolge dabei mit durch machen – kein Wunder dass es Hundertmark schwer fällt, nun endgültig den Fanghandschuh an den Nagel zu hängen.

Weiter als Gast bei Heimspielen

Ganz ohne den Baseball geht es aber nicht. „Das ist mein Verein, der mich mit dem Virus Baseball infiziert hat“, sagt er. Und so wird er auch in Zukunft nicht auf seine Leidenschaft verzichten. Dass er aber noch einmal aktiv in das Spiel eingreifen wird, ist eher unwahrscheinlich. Schließlich hört er ja nicht auf, weil er keine Lust mehr hat, er hört auf weil er auf seinen Körper hört. „30 Jahre Baseball hinterlassen ihre Spuren“, gibt Hundertmark unumwunden zu. Spuren, die sich in der jüngeren Vergangenheit immer öfter bemerkbar machten. Ab und an möchte er noch bei den Herren mittrainieren, einfach nur um sich noch ein wenig zu bewegen. Auch unregelmäßige Einsätze in den Hobby-Teams der Raccoons kann er sich durchaus noch vorstellen. Auch wenn die Soft-und nicht Baseball spielen. Bei der Variante des Baseballs ist der Ball größer, was Hundertmark etwas missfällt.

In jedem Fall aber wird er noch bei den Heimspielen der Raccoons vor Ort sein, seine Frau ist darüber schon informiert. „Und sie freut sich genauso wie ich darauf“, sagt Sascha Hundertmark. Ein paar Spiele hat er ja auch noch zu absolvieren, und auch wenn diese alle auswärts sind, freut er sich noch auf ein ganz besonderes Highlight zum Abschluss. Denn am 31. August endet seine Karriere im Flutlicht des Stadions der Dortmund Wanderers. Geht das Licht dann aus, endet auch seine Karriere als aktiver Baseballer.

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