Fußball

Mit Spaß den Höhepunkt genießen

Fabian Arndt beim Summerfestival des Vereins auf dem Ring. Beim B-Ligisten steht der Spaß eindeutig im Vordergrund.

Fabian Arndt beim Summerfestival des Vereins auf dem Ring. Beim B-Ligisten steht der Spaß eindeutig im Vordergrund.

Foto: Volker Speckenwirth

Hiddinghausen/Ennepetal.   Am Donnerstagabend trifft B-Ligist Hiddinghausen im Viertelfinale des Fußball-Kreispokals auf den Oberligisten TuS Ennepetal.

Der Ball fliegt über den Sportplatz an der Albringhauser Straße, jeder Laut der Spieler hallt über den Platz. Kaum ein Zuschauer ist da, nur einige Freunde und Verwandte haben sich eingefunden – dabei geht es für den Gastgeber vom Hiddinghauser FV um den Aufstieg. Den Aufstieg in die Kreisliga A wohlgemerkt, denn der HFV ist seit 2016 ständiges Mitglied in der zweitniedrigsten Spielklasse im Fußball: der Kreisliga B. Doch nun stehen die Hobbykicker vor dem Höhepunkt des Jahres: Die Hiddinghauser haben es bis in das Viertelfinale des Kreispokals geschafft. Zu Gast am Donnerstagabend wird mit dem TuS Ennepetal der klassenhöchste Vertreter im Wettbewerb sein.

Körperlich gut drauf

Viel größer könnte der Unterschied bezüglich der Ligenzugehörigkeit kaum sein. Fünftligist gegen B-Ligist, Amateurkicker gegen Hobbykicker. Entsprechend klein sind die Erwartungen von Fabian Arndt, Kapitän beim Hiddinghauser FV. „Wenn wir nur 2:0 oder 3:0 verlieren, ist das schon ein großer Erfolg für uns“, so Arndt, der sich wie alle in dem kleinen Verein sehr auf das Pokalspiel freut. Doch auch wenn es anders kommt, als es sich Arndt und seine Mannschaftskollegen erhoffen, nehmen es die krassen Außenseiter eben so, wie es kommt. „Wenn wir zehn Stück kriegen, ist das halt so“, sagt Arndt.

Doch soweit will er es mit seinen Teamkollegen gar nicht kommen lassen. Die ganze Winterpause über wurde durchtrainiert, rein von der körperlichen Verfassung sieht Arndt sich und seine Mitspieler in einer guten Verfassung, um dem Oberligisten so lange wie möglich am Toreschießen zu hindern – auch wenn dieser trotz der langen Vorbereitung des HFV vermutlich körperlich überlegen sein wird.

Beim Umzug beobachtet

„Das sind richtige Tiere“, sagt Arndt voller Anerkennung über die Spieler des TuS Ennepetal. Den Gegner beobachtet hat der B-Ligist zwar nicht um das festzustellen, Berührungspunkte gab es aber dennoch. Denn Arndt wohnte bis vor kurzem in einem Haus mit Thomas Riedel, dem sportlichen Leiter des Oberligisten. Als der nun jüngst umzog, kamen einige der Ennepetaler Spieler um Umzugskartons, Waschmaschine oder Blumen von A nach B zu bewegen. „Physisch sind die noch einmal auf einem ganz anderen Niveau“, schildert Arndt seine Beobachtungen.

Dass er und seine Mitspieler aber auch gut im Saft stehen, bekam im Achtelfinale des Kreispokals bereits der Landesligist FC Wetter zu spüren. Mit 4:0 ging der turmhohe Favorit an der Albringhauser Straße baden, bereits zur Pause beobachtete Fabian Arndt den Unmut der Landesliga-Kicker aus Wetter. „Die haben sich schon auf dem Weg in die Kabinen in die Haare bekommen“, erinnert sich der HFV-Kapitän. 3:0 führte seine Mannschaft da bereits. „Der Gegner war bissig, hat um jeden Ball gekämpft. Uns hat man angemerkt, dass wir es runterspielen wollten. Dadurch hat Hiddinghausen hochverdient gewonnen“, bemängelte FC-Trainer Markus Dönninghaus nach dem überraschenden Pokalaus des Landesligisten Anfang Dezember.

Im Viertelfinale kommt nun noch einmal ein ganz anderes Kaliber auf die Hiddinghauser Kicker zu, denn der TuS Ennepetal spielt noch einmal zwei Ligen höher als der Gegner in der Vorrunde. „Wir sind super stolz, einen solchen Gegner bei unserem kleinen Verein begrüßen zu dürfen“, sagt Fabian Arndt. Egal wie das Spiel dann schlussendlich enden wird, einen Höhepunkt stellt das Spiel ohnehin da. Denn so viele Zuschauer wie Arndt und Co. am Donnerstag am Platz haben, hat der B-Ligist für gewöhnlich nicht. Genießen steht da eindeutig im Vordergrund.

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