2. Baseball-Bundesliga

Für das Team ins zweite Glied

Nils Brünger, Ennepetal Raccoons.

Nils Brünger, Ennepetal Raccoons.

Foto: Verein / Nicholas Schmidt

Ennepetal.   Nils Brünger stellt sich mit seinen Fähigkeiten voll in den Dienst des Teams – worüber die Mannschaft des Baseball-Zweitligisten sehr froh ist.

Die eigenen Interessen hinten anstellen ist manchmal schwer, gerade ambitionierten Sportlern fällt das bisweilen nicht so leicht. Vor allem aus dem Fußball sind Szenen bekannt, wo Spieler enttäuscht oder gar beleidigt sind, wenn sie im Laufe des Spiels aus- oder nicht eingewechselt werden. Bei Nils Brünger von den Ennepetal Raccoons ist das kein Thema. Er stellt sich mit seinen Fähigkeiten voll in den Dienst des Teams – worüber die Mannschaft des Baseball-Zweitligisten sehr froh ist.

Zweimal geht’s in Verlängerung

Denn so ein Spiel kann vor allen Dingen für Akteure wie die Werfer sehr anstrengend sein. Wie beispielsweise am Sonntag, als die Raccoons gegen die Cologne Cardinals mehrere Stunden bei 30 Grad und prallem Sonnenschein spielten. Beide Spiele gingen in Extra-Innings, vor allem die zehn Spielabschnitte im zweiten Spiel des Tages zeigten, wie kräftezehrend so eine Partie sein kann. Normalerweise werden nur sieben Innings gespielt, hat sich bis zum Ende der regulären Spielzeit kein Sieger gefunden, müssen die Extra-Innings her. „Das war eine richtige Hitzeschlacht“, sagt Raccoons-Trainer Achim Hilger nach den beiden Siegen.

Große Konkurrenz bei den Werfern

Mit 10:8 und 2:1 konnten sich die Ennepetaler nach zuletzt sechs Niederlagen in Serie gegen die Kölner durchsetzen. Neben dem starken Pitching von Lucas Babinec und Marcel Penger waren mit Nils Brünger und Ruven Mellentin zwei Spieler mitverantwortlich für den Erfolg, die sich voll in den Dienst des Teams stellen. „Eigentlich ist Nils ein Starting-Pitcher“, sagt Achim Hilger über seine Nummer 62. Doch gerade auf der Werfer-Position sind die Raccoons stark besetzt – Penger und auch Babinec erfüllen höchste Ansprüche in der zweiten Bundesliga.

Einfach ist das nicht, daraus macht Nils Brünger keinen Hehl. Auch er würde liebend gern starten, was aber neben sportlichen Ambitionen auch einen anderen Grund hat. „Wenn du startest, weißt du, wann es für dich losgeht. Wenn du dagegen erst später reinkommst, musst du dich immer bereit halten“, sagt Brünger. Der 22-jährige Polizist bereitet sich dann akribisch etwas abseits des Spielfeldes vor. Die Schulter und der Arm müssen erst warm werden, bevor es ins Spiel geht.

Lucas Babinec feuert 150 Würfe ab

Denn das Werfen geht an die Substanz. So feuerte der US-Amerikaner Lucas Babinec im zweiten Duell mit den Cologne Cardinals am Sonntag satte 150 Würfe ab. Normal sind 90 bis 110. Ist der Wurfarm da nicht vernünftig vorbereitet, kommen die Würfe nicht da hin, wo sie dem Schlagmann Probleme bereiten sollen. Da kam Nils Brünger das gute Wetter mit den hohen Temperaturen entsprechend entgegen. „Das war gutes Arm-Wetter“, sagt der in Schwelm wohnhafte Werfer der Raccoons.

Als er dann ins Spiel kam nachdem Marcel Penger sechs Innings lang gut warf, galt es für ihn, die 10:7-Führung über die Zeit zu bringen und keine weiteren Runs des Gegners zu zulassen. Das gelang ihm, gerade ein weiterer Punkt gelang den Kölnern. Generell, so sagt Brünger, ist der Druck für ihn immer deutlich höher, als wenn er zu Beginn des Spiels wirft. „Du darfst dir keinen Fehler erlauben. Im ersten oder zweiten Inning ist das vielleicht nicht so schlimm, weil dann noch Zeit ist etwas ausbügeln zu können“, sagt Brünger. Mit fortschreitender Spielzeit aber bleibt auch entsprechend weniger Zeit – und so muss jeder Wurf auch sitzen.

Brünger spielt seit neun Jahren

Was Nils Brünger immer besser gelingt. Seit neun Jahren spielt er nun Baseball, über seinen Vater kam er zu dem Sport. Die Rolle als zweiter Werfer hat er seit Saisonbeginn inne. „Ich habe das jetzt so hingenommen und versuche, das Beste draus zu machen. Meine Lieblingsposition ist das aber nicht“, verrät Brünger mit einem Lachen. Aber er stellt seine eigenen Ansprüche unter die des Teams – denn der Erfolg der Mannschaft der Ennepetaler Waschbären steht klar im Vordergrund.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben