Schwimmen

Felix Rust übernimmt Verantwortung

Bringt den Ennepetaler Kindern im „Platsch!“ das Schwimmen bei: Felix Rust.

Bringt den Ennepetaler Kindern im „Platsch!“ das Schwimmen bei: Felix Rust.

Foto: Isabelle Rust / WP

Ennepetal.  Felix Rust erklärt, wie man mit der Verantwortung als Schwimmtrainer umgeht.

Vor etwa genau einem Jahr ging er leicht aufgeregt aus der Umkleidekabine heraus und wurde von einer Gruppe wissbegieriger Kinder empfangen, die scharf auf ihre erste Schwimmstunde waren. Da stand Felix Rust nun, der Chlorgeruch schwebte in der Luft, die Lichtreflexe glitzerten im Wasser und ein Dutzend Kinderaugen schauten ihn und seine Trainerkollegin Kira Heringhaus erwartungsvoll an.

Das war das erste Mal, dass sie als Trainergespann eine der Nichtschwimmergruppen im Ennepetaler Freizeitbad „Platsch“ leiteten. Für Felix war das im Gegensatz zur erfahrenen Chef-Trainerin Kira eine ganz neue Herausforderung. Doch wie hat sich das Ganze eigentlich zugetragen? Wie kommt ein junger Mann darauf, Kindern das Schwimmen beizubringen?

Als Kind dem Schwimmen verfallen

Bereits im Kindesalter ist Felix Rust dem Schwimmen verfallen. Trotz langer Pause seit seiner Jugendzeit fand er wieder zur Sportart zurück, nachdem er vor zwei Jahren spaßeshalber an den Ennepetaler Stadtmeisterschaften teilgenommen hat. Dabei durfte er in seiner Altersklasse gleich ganz oben aufs Treppchen steigen.

Als er im Schwimmbecken seine Begeisterung für den Sport wiederfand, entdeckte er auch seine Freundin und ebenfalls erfolgreiche Schwimmerin Kira Heringhaus. Mittlerweile engagiert sie sich seit über sieben Jahren in der Arbeit mit den jungen Nichtschwimmern. Gemeinsam führen die Beiden seit einem Jahr schwimminteressierte Kinder an Wasser und Technik heran. Trotz seiner Vertrauten Heringhaus huschte an diesem Tag im Oktober Nervosität durch Rusts Kopf, als er vor den Kids stand. „Ich war schon ein bisschen aufgeregt, aber dadurch, dass es Nichtschwimmer waren, die fünf bis acht Jahre alt waren und ja nicht mehr erwarten als eine Stunde Spaß im Wasser, war das schon in Ordnung“, erinnert sich der 28-Jährige zurück.

Erleichterung nach erster Stunde

In der ersten Stunde gibt es zunächst eine Vorstellungsrunde, in der sich alle in der Gruppe kennenlernen. Dann wird sich „warmgestrampelt“, was bedeutet, dass jedes Kind auf einem Brett am Beckenrand sitzt und die Beine im Wasser strampelt, bis es nur so spritzt. Dann geht’s vollständig ins kühle Nass und das Trainerpaar eruiert, wie die Kinder im Wasser reagieren und was sie schon können. „Ich war schon ein wenig erleichtert und froh, dass alles glatt gelaufen ist und die Kinder happy waren“, gibt Rust zu.

Ganz spielerisch wird sich mit der neuen Situation vertraut gemacht. „Man möchte die Kinder über den Spaß an das Wasser gewöhnen und auch den Spaß am Schwimmen wecken. Die ganze Technik kommt Schritt für Schritt dazu, ohne die Kinder mit Aufgaben oder Anweisungen zu überfrachten.“

„Es ist toll, Fortschritte zu sehen“

Um die Erfolge des Trainings verfolgen zu können, erhält jedes Kind zu Anfang einen Schwimmpass in Form eines kleinen Hefts, in dem die Inhalte jeder Trainingseinheit dokumentiert sind. Für jeden absolvierten Inhalt werden die Nachwuchs-Schwimmer mit einem Delfin-Sticker belohnt bis schließlich alles abgehakt ist und sie zur Seepferdchen-Prüfung antreten dürfen. „Das ist echt toll, wenn man Kinder sieht, die vorher noch gar kein Gefühl für Wasser hatten und sich nicht getraut haben, aber Woche für Woche viel mehr können und dann eine Schwimmbewegung ausführen können“, so Co-Trainer Rust euphorisch.

Die Einheiten orientieren sich an einem Zeitplan für ein halbes Jahr, bis sich möglichst viele Kinder die nötigen Fähigkeiten angeeignet haben und zum Seepferdchen antreten können. „Das ist ein tolles Gefühl, dass man den Kindern das Schwimmen beigebracht hat. Das motiviert einen auch als Trainer.“ Falls es dennoch Kandidaten unter den Schwimmanfängern gibt, die noch Übung benötigen, werden sie so lange unterstützt bis auch sie soweit sind.

Sicherheit steht an erster Stelle

Trotz langer Warteschlange wollen sich Rust und Heringhaus lieber vergewissern, dass ein Kind sicher schwimmen kann und nehmen es erneut in die Gruppe auf, als dass es unsicher zum Seepferdchen antritt. Meist besteht eine Schwimmgruppe aus acht bis zehn Kindern, da sonst der Überblick nicht gewährleistet ist, was bei den Nichtschwimmern höchste Priorität besitzt.

Heute sind Rust und Heringhaus ein eingespieltes Trainergespann in der Schwimmgemeinschaft Ennepetal, das neben dem Kindertraining auch selbst dreimal wöchentlich seine Freude an Kraul, Brust & Co. auslebt.

Seit dem ersten Treffen der Kinder am Beckenrand wurde Rust klar, dass ihn nicht nur die Sportart packt, sondern auch die Art und Weise, sie der nächsten Generation zu vermitteln. „Das ist immer die größte Bestätigung, wenn sich die Kinder mit einem Lachen im Gesicht verabschieden. Dann weiß man, dass man alles richtig gemacht hat.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben