Rettungsschwimmen

Allein die Teilnahme imponiert

Für die DLRG Gevelsberg in die kalte Ostsee (v.l.): Jutta Wibbeke, Jessica Ruppel, Maike Kutzbach und Marco Marcegaglia beim Sundschwimmen

Für die DLRG Gevelsberg in die kalte Ostsee (v.l.): Jutta Wibbeke, Jessica Ruppel, Maike Kutzbach und Marco Marcegaglia beim Sundschwimmen

Foto: Verein / Eva Marcegaglia

Gevelsberg/Rügen.  Allein der Start stellt eine große Herausforderung dar. dazu kommen die klasse Leistungen vom DLRG-Quartett aus Gevelsberg.

„Sich dieser Herausforderung überhaupt zu stellen, im offenen Gewässer eine so lange Strecke in diesem kaltem Wasser zu schwimmen, ist erneut eine tolle Leistung unserer Gruppe.“ So lautet eine Bilanz von Marco Marcegaglia, Sprecher und Schwimmer der DLRG Gevelsberg, nach der sechsten Teilnahme der Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer beim Internationalen Sundschwimmen – das mittlerweile in die 55. Auflage gegangen war.

Imponierende Leistungen

Doch es war schon mehr als die bloße Teilnahme, die imponierte. Schließlich sorgten die Gevelsberger auch für einige Bestleistungen. Bestleistungen, die umso mehr imponierten, weil die Athleten in die kalte Ostsee mussten. Drei Schwimmer der Ortsgruppe Gevelsberg benötigten zwar allesamt jeweils ihre längste jemals geschwommene Zeit für die Strecke, aber dennoch erreichten sie ihre jeweils beste Platzierung aller Sundschwimmteilnahmen. So Maike Kutzbach, die die gesamte Strecke gemeinsam mit Jessica Ruppel schwamm und beide auch im Gleichschritt über die Ziellinie gingen, stellte bei ihrer siebten Teilnahme in Folge den Platzierungsvereinsrekord mit einem fantastischen 245. Platz (1:06:33std; Platz 333 im Vorjahr in 0:57:08std) ein. Einen Platz dahinter: Jessica Ruppel (1:06:33stad; Platz 248 in 2018 in 0:54:33std). Der Dritte im Bunde war Marco Marcegaglia (Platz 456 in 1:16:10std; Platz 608 im Vorjahr in 1:05:38std). Jutta Wibbeke war schließlich vom Rennabbruch betroffen und wurde rund 200 Meter vor dem Ziel aus dem Wasser geholt, obwohl sie gerne selbst noch weiter geschwommen wäre.

Sicherheit geht vor

Aus Sicherheitsgründen – starke Strömung, schwierige Windverhältnisse, kalte Ostsee – änderte der Veranstalter die Strecke. Das Kinderschwimmen wurde sogar komplett abgesagt, das Hauptschwimmen wegen der Kälte vorzeitig beendet. So führte die 2,3 Kilometer lange Schwimmstrecke nicht durch die Ostsee-Meerenge zwischen Rügen und dem Festland, sondern über den ein wenig längeren Sicherheitskurs entlang der Küste. Eine Entscheidung, weil bereits in den Vorjahren das Sundschwimmen unter schwersten Bedingungen stattgefunden hatte. Etliche Sportler hatten aufgeben müssen, zahlreiche Teilnehmer wurden wegen Erschöpfung und Unterkühlung im Krankenhaus behandelt. Zwar wurde am Wettkampftag die erforderliche Mindesttemperatur von 16 Grad gemessen, aber „die Schwimmer müssten bei der Sundquerung die Fahrrinne durchqueren, und dort sind es dann noch einmal zwei bis vier Grad weniger – also stellenweise nur noch 12 Grad. Dazu die starke Strömung und der Wind“, erläuterten die Organisatoren die Streckenänderung. Aus Sicht der Gevelsberger Rettungsschwimmer eine vollkommen richtige und nachvollziehbare Entscheidung. Zumal ein Start im wärmenden Neopren- oder Triathlonanzug außer der Wertung lief.

Anstrengender Massenstart

„Die ersten zehn Minuten waren anstrengend, weil man sich aus dem engen Massenstart mit fast 1000 Teilnehmern erstmal freischwimmen muss und dazu noch gegen diese beklemmende Kälte ankämpft. Nicht nur eine körperliche Herausforderung, sondern letztlich auch Kopfsache“, erläutert Marco Marcegaglia. „Wir haben nach einer guten Stunde gesehen, dass viele Sportler aufgegeben hatten und einige noch nicht einmal bei der Hälfte der Strecke angelangt waren“, sagt Wettkampfleiter Ulf Schwarzer. Also wurde gemeinsam mit dem leitenden Arzt die Entscheidung getroffen, das Rennen nach etwas mehr als 90 Minuten abzubrechen. Am Ende erreichten 868 von 995 Teilnehmer das Ziel.

„Schon jetzt freuen wir uns auf den Wettkampf in 2020, denn auch für uns hat die alljährliche Fahrt nach Stralsund mittlerweile Traditionscharakter“, so Marcegaglia nach seiner sechsten erfolgreichen Teilnahme in Folge.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben