Motorsport

Nico Hülkenberg blickt auf den Großen Preis von Kanada

Nico Hülkenberg schreibt Autogramme.

Nico Hülkenberg schreibt Autogramme.

Foto: XPB / James Moy Photography Ltd.

Emmerich.   Nico Hülkenberg ist reif für die Insel. Die Formel 1 macht zum Kanada GP Station auf der Île Notre-Dame im Sankt-Lorenz-Strom.

Die Formel 1 ist reif für die Insel. Genauer gesagt für die Île Notre-Dame. Denn auf der künstlich angelegten Insel im Sankt-Lorenz-Strom befindet sich der Circuit Gilles Villeneuve. Während bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal dort die Kanu- und Ruderwettbewerbe ausgetragen wurden, werden am kommenden Wochenende bis zu 100.000 Zuschauer pro Tag an die Strecke strömen, um den Großen Preis von Kanada zu verfolgen.

Hülkenberg mag die Stadt und die Strecke

„Ich mag das Kanada-Wochenende“, sagt Nico Hülkenberg. „Die Strecke ist großartig, die Stadt ist richtig cool und die kanadischen Fans kreieren immer eine super Atmosphäre. Montreal umarmt die Formel 1 regelrecht, wenn sie dort Station macht.“

Einzigartige Strecke in Montreal

Ähnlich wie zuletzt Monaco hat auch Montreal einige Besonderheiten, die auf den modernen Formel-1-Strecken so nicht mehr zu finden sind. „Der Kurs ist eine Mischung aus permanenter Rennstrecke und Straßenkurs, der auf einer Insel liegt. Das macht es schon mal einzigartig“, erklärt der Emmericher. „Insgesamt herrscht auf dem Kurs ein guter Rhythmus. Es gibt lange Geraden, schnelle ausladende Kurven, enge Haarnadelkehren und hohe Kerbs.“

Eben wegen dieser speziellen Charakteristik ist vor allem die Balance des Autos wichtig, wie Nick Chester, Technik-Direktor der Chassis-Abteilung von Renault verrät. „Montreal hat zudem ein sehr glatte Straßenoberfläche, was gleichsam wenig Grip bedeutet“, so Chester. „Deshalb steht beim Training am Freitag ganz oben auf unserer Liste, dass wir die Reifen ans Arbeiten bekommen.“

Reifen bei Pirelli bestellt

In punkto Reifen hat das Team bei Hülkenberg die konservativere Variante gewählt. Für den Emmericher wurden bei Pirelli zwei Sätze harte Reifen bestellt. Teamkollege Daniel Ricciardo hingegen geht in das Wochenende nur mit einem Satz der härtesten Mischung.

„Wir haben für Montreal eine Konfiguration mit wenig Anpressdruck gewählt, von daher fühlt sich das Auto dann recht leicht an, wenn man aus den langsamen Kurven heraus steuert“, berichtet Hülkenberg. „Um schnell zu sein, muss man die Kerbs attackieren. Es ist sehr wichtig, dass man mit viel Mut nahe an die Mauern heranfährt.“

Die berühmt-berüchtigte Wall of Champions

Eine der bekanntesten Stellen auf dem Circuit Gilles Villeneuve ist dann auch die so genannte Wall of Champions. Damit das Auto dort nicht die Mauer küsst, muss der Ausgang aus der Zielschikane exakt getimet werden. Andererseits ist die letzte Schikane laut Hülkenberg auch die beste Möglichkeit zum Überholen. „Dort konnte man in der Vergangenheit schon einige sehr berühmte Überholversuche beobachten“, sagt der 31-Jährige, der in seinen bisherigen acht Starts in Kanada 28 Punkte sammeln konnte.

In der Konstrukteurswertung soll es nach oben gehen

Auch wenn es sich an der WM-Wertung nicht ablesen lässt, ist bei Renault nach Monaco wieder viel Optimismus eingekehrt. „Das Wochenende in Monaco war insgesamt ermutigend“, meint Teamchef Cyril Abiteboul, der lediglich eine Diskrepanz zwischen Einsatz und Ertrag ausgemacht hat. „Wir müssen in Kanada nun ein Ergebnis anstreben, dass dann auch mal akkurat unser Leistungsniveau widerspiegelt.“

Renault hat Updates im aerodynamischen und mechanischen Bereich

Damit es in der Konstrukteurswertung weiter nach vorne geht, bringt das französische Werksteam auch einige Updates mit nach Montreal. „Wir haben sowohl aerodynamische als auch mechanische Elemente neu dabei“, lässt sich Nick Chester nur ein klein wenig in die Karten schauen. „Unser Hauptaugenmerk wird darauf liegen, dass all die verschiedenen Elemente harmonisch miteinander funktionieren.“

>>> Der Zeitplan am Wochenende

Durch die Zeitverschiebung nach Nordamerika können die Formel-1-Fans in Deutschland den Großen Preis von Kanada am Pfingstsonntag zur besten Sendezeit genießen. Das Rennen auf dem Circuit Gilles Villeneuve wird um 20.10 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit gestartet. Das Qualifying am Samstag beginnt um 20 Uhr.

Wie immer freitags stehen die ersten beiden freien Trainingseinheiten auf dem Programm. Die jeweils anderthalbstündigen Sessions beginnen um 16 und 20 Uhr. Die letzte Gelegenheit zum Training haben die Rennställe am Samstag um 17 Uhr (alles MESZ).

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